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Ratgeber

Schädlinge an Chrysanthemen erkennen und behandeln

Chrysanthemen-Schädlinge lassen sich am Schadbild erkennen. Schwarze Tierchen an Knospen sind Blattläuse, Gespinste sind Spinnmilben, gefleckte Blüten deuten auf Thripse hin. So handelst du richtig.

von Bloom 13 Min. Lesezeit
Schädlinge an Chrysanthemen erkennen und behandeln

Chrysanthemen-Schädlinge lassen sich an der Stelle erkennen, an der das Schadbild auftritt: an der Knospe, auf der Blattunterseite, im Blattinneren oder an der Blüte. Blattläuse, Spinnmilben und Thripse tauchen in allen konsultierten Schädlingslisten landwirtschaftlicher Beratungsdienste für Chrysanthemen auf. Ein landwirtschaftlicher Beratungsdienst ist das Beratungsangebot einer Universität. Die meisten Schädlinge lassen sich mit einem Wasserstrahl, insektizider Seife und dem Rückschnitt befallener Pflanzenteile bekämpfen. Drei Probleme können dazu zwingen, den Topf zu entsorgen: ein von Thripsen übertragenes Virus, starker Befall mit Weißem Rost und ein massiver Befall mit der Gemeinen Spinnmilbe.

Viele schwarze Tierchen an den Knospen erfordern nicht gleich den Schnitt der ganzen Pflanze. Fast immer handelt es sich um Blattläuse, und die erste Behandlung besteht aus einem Wasserstrahl alle 2 Tage, mindestens 3 Mal. Nur bereits vertrocknete, braune Knospen werden entfernt.

Es gibt zwei Arten von Chrysanthemen, und die Schädlinge unterscheiden sich je nach Typ. Topf-Chrysanthemen, die blühend in Blumenläden und Supermärkten verkauft werden, leiden häufiger unter Blattläusen, Spinnmilben, Thripsen und Weißer Fliege. Garten-Chrysanthemen im Beet sind zusätzlich von Raupen, Schnecken und einem mikroskopisch kleinen Fadenwurm betroffen, der über das Blatt eindringt.

Kurzübersicht:

  • Schwarze oder grüne Tierchen dicht an Knospen und Triebspitzen: Blattläuse. Mindestens 3 Mal alle 2 Tage mit einem Wasserstrahl abwaschen.

  • Blätter mit gelben Sprenkeln und feinem Gespinst auf der Unterseite: Gemeine Spinnmilbe. Den Topf isolieren und die Blattunterseiten abwaschen.

  • Blütenblätter mit weißen Flecken und Knospen, die sich nicht öffnen: Thripse. Befallene Blüten abschneiden und Blätter auf Ringe, Linien oder Mosaikmuster kontrollieren, da dies Anzeichen für ein Virus sind.

  • Helle, gewundene Gänge im Inneren des Blattes: Minierfliege. Blätter mit Miniergängen abzupfen.

  • Eine Wolke kleiner weißer Insekten beim Bewegen der Pflanze: Weiße Fliege. Gelbtafeln zur Befallskontrolle aufhängen und Blattunterseiten abwaschen.

  • Löcher in Blättern und Blüten mit Kotspuren oder Schleimspuren: Raupen oder Schnecken, fast ausschließlich im Garten. Per Hand absammeln.

  • Weißer Belag auf der Blattoberseite: Echter Mehltau, ein Pilz und kein Schädling. Befallene Blätter entfernen und Abstand zwischen den Töpfen schaffen.

Übersichtstabelle: Befallsstelle und möglicher Schädling

Wo suchen?

Was man sieht

Wahrscheinlicher Schädling

Topf oder Garten

Gefahr für die Pflanze?

Knospen und Triebspitzen

Dicht gedrängte schwarze, braune oder grüne Tierchen; neue Blätter verkrüppelt und klebrig

Blattläuse

Beide

Schwächt die Pflanze; überträgt Viren

Blattunterseite

Gelbe Punkte auf der Oberseite; feines Gespinst unten; Blätter trocken und brüchig

Gemeine Spinnmilbe

Beide, schlimmer bei heißem, trockenem Wetter

Ja, bei starkem Befall

Blüte und Knospe

Blütenblätter mit weißen Flecken; verkrüppelte Knospen öffnen sich nicht; silbrige Blätter mit schwarzen Punkten

Thripse

Beide

Ja, wenn Viren übertragen werden

Im Blattinneren

Helle, gewundene Gänge mit schwarzen Kotpunkten im Inneren

Minierfliege

Beide

Selten

Blattunterseite

1,5 mm große weiße Insekten fliegen bei Berührung auf; klebrige Blätter

Weiße Fliege

Eher im Topf und in geschlossenen Räumen

Schwächt allmählich

Blatt und Blüte

Unregelmäßige Löcher, dunkler Kot, glänzende Schleimspuren

Raupe oder Schnecke

Garten

Selten

Untere Blätter

Braune, keilförmige Flecken entlang der Blattadern, die an der Pflanze aufsteigen

Blattälchen

Garten

Ja

Echter Mehltau (weißer Belag) und Weißer Rost (cremefarbene Pusteln auf der Unterseite) sind Pilzkrankheiten und ähneln Schädlingsbefall. Sie werden im Abschnitt über Krankheiten weiter unten zusammen mit Grauschimmel und Blattälchen beschrieben.

Topfpflanze oder Garten: Schädlinge variieren je nach Standort

Topf-Chrysanthemen werden so kultiviert, dass sie im Topf blühen, und das ganze Jahr über bereits blühend verkauft. Das Datenblatt der NC State Extension zur Chrysantheme (Chrysanthemum × morifolium) nennt Blattläuse, Thripse, Milben und Netzwanzen als gelegentliche Probleme. Die Netzwanze ist ein Insekt, das den Saft aus den Blättern saugt.

In Innenräumen und auf geschlossenen Balkonen begünstigt die stehende, warme Luft die Weiße Fliege und Spinnmilben. Die RHS beschreibt die Gewächshaus-Weiße-Fliege als Schädling von Zimmer- und Gewächshauspflanzen, der an diesen Orten das ganze Jahr über aktiv ist.

Im Beet kommen die Schädlinge aus dem Boden hinzu. Die Clemson Extension beschreibt Blattälchen bei der Garten-Chrysantheme. Schnecken und Raupen befallen die im Beet gepflanzte Pflanze, und Schnecken fressen nachts.

Blattläuse: schwarze Tierchen an Knospen und Triebspitzen

Blattläuse sind die häufigste Ursache für kleine schwarze Tierchen, die sich an der Chrysanthemenknospe ansammeln. Die Chrysanthemenlaus (Macrosiphoniella sanborni) ist laut Clemson dunkelbraun bis schwarz. Andere Arten, die die Pflanze befallen, sind grün oder rosafarben, wie die von der Landwirtschaftsstation in Connecticut erwähnte Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae).

Blattläuse sammeln sich an Neuaustrieben, Blattunterseiten, Knospen und sich öffnenden Blüten. Junge Blätter wachsen verkrüppelt oder eingerollt, das Pflanzenwachstum stoppt und es bildet sich eine klebrige Flüssigkeit. Auf dieser Flüssigkeit siedelt sich Rußtau an (ein Pilz, der die Pflanze nicht direkt schädigt, aber das Blatt bedeckt). Blattläuse können zudem Viren übertragen.

Die Behandlungsempfehlungen von Clemson für Chrysanthemen der Reihe nach:

  1. Die Pflanze mit einem kräftigen Wasserstrahl abwaschen und dabei gezielt auf die Blattunterseiten und Knospen richten. Alle 2 Tage wiederholen, mindestens 3 Mal.

  2. Natürliche Feinde wie Marienkäfer schonen und Insektizide vermeiden, die Nützlinge abtöten.

  3. Tauchen die Blattläuse nach 3 Behandlungen wieder auf, insektizide Seife oder Gartenbauöl (Pflanzenölpräparate aus dem Handel) vorschriftsmäßig anwenden. Nur die befallenen Stellen benetzen, um Nützlinge zu schonen.

Einen ganzen Zweig nur abschneiden, wenn er komplett vertrocknet ist. Braune, welke Knospen gehen nicht mehr auf und lassen sich per Hand auszupfen. Der Rest der Pflanze erholt sich, sobald die Blattläuse verschwunden sind. Der Wasserstrahl beseitigt Läuse auch an anderen Zimmerpflanzen, wie der Ratgeber zu Blattläusen an Pflanzen zeigt.

Gemeine Spinnmilbe: helle Punkte und feines Gespinst auf der Blattunterseite

Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) ist ein Spinnentier von weniger als 1 mm Größe, das die Blätter von der Unterseite ansticht und aussaugt. Sie hinterlässt Tausende winzige gelbliche Punkte auf der Oberseite und ein feines Gespinst an Knospen, Stängeln und Blattunterseiten. Clemson berichtet, dass der Schaden meist an den unteren Blättern beginnt und sich die Population bei trockenem, heißem Wetter explosionsartig vermehrt.

Zur Bestätigung betrachtet man die Unterseite eines gesprenkelten Blattes mit einer Lupe: Die Milben sind als winzige bewegliche Punkte nahe dem Gespinst zu erkennen. Blätter mit schwarzen Kotpunkten ohne Gespinst deuten auf Thripse hin; hierzu hilft der Blick in die Übersichtstabelle.

Den Topf noch am selben Tag von anderen Pflanzen isolieren, an dem das Gespinst entdeckt wird. Danach die Clemson-Schritte für Spinnmilben an Chrysanthemen befolgen:

  1. Blätter mit einem kräftigen Wasserstrahl gründlich abwaschen, besonders die Unterseite, mindestens 3 Mal wiederholen.

  2. Zweige mit dichtem Gespinst und vertrockneten Blättern abschneiden und in einem geschlossenen Beutel entsorgen.

  3. Bei beginnendem Befall insektizide Seife verwenden und die Unterseiten aller Blätter gründlich benetzen.

Neemöl und insektizide Seife versagen, wenn das Mittel die Spinnmilben nicht direkt trifft. Beide Produkte wirken nur bei Kontakt und besitzen nach dem Antrocknen keine Depotwirkung mehr. Milbeneier überstehen die Behandlung oft unbeschadet, sodass kurz darauf neue Generationen schlüpfen. Deshalb sind wiederholte Anwendungen nötig, bei denen jede Blattunterseite vollständig benetzt werden muss.

Es gibt keinen fest definierten Punkt, ab dem eine Chrysantheme unrettbar verloren ist. Bedeckt das Gespinst jedoch bereits die Triebspitzen und sind die meisten Blätter brüchig und trocken, sollte der Topf im geschlossenen Beutel entsorgt werden, um Nachbarpflanzen zu schützen. Topf-Chrysanthemen werden meist voll erblüht gekauft; ein neuer Topf ist günstiger als der Verlust anderer Pflanzen. Die Gemeine Spinnmilbe, oft auch Spinnmilbe genannt, befällt zahlreiche Zimmerpflanzen. Daher hat Isolierung immer Vorrang vor der Behandlung.

Thripse: gefleckte Blüten und Knospen, die sich nicht öffnen

Thripse sind schlanke, bis zu 2 mm lange Insekten mit Fransflügeln, die Blüten und Blätter anritzen, um Pflanzensaft zu saugen. An den Blütenblättern beschreibt die RHS weiße Flecken, an denen die Farbe verloren gegangen ist. Bei starkem Befall öffnet sich die Knospe gar nicht erst. Auf den Blättern bilden sich silbrige Bereiche mit winzigen schwarzen Punkten, die den Kot des Insekts darstellen.

Oft sind Thripse schwer zu erkennen. Die RHS empfiehlt, Blüten oder Triebe über weißem Papier zu schütteln und herabfallende Punkte mit einer Lupe zu prüfen. Der Kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis) gehört zu den Arten, die von der RHS an Chrysanthemen genannt werden.

Das größte Risiko bei Thripsen ist das Virus. Das Chrysanthemum stem necrosis virus wurde laut der EPPO in São Paulo und Minas Gerais an Chrysanthemen und Tomaten nachgewiesen. In einem Test aus dem Jahr 2000 übertrug die Art Frankliniella schultzei das Virus in 78,1 % der Fälle und F. occidentalis in 65,1 %. Der Zwiebelthrips (Thrips tabaci) übertrug es nicht.

Clemson zählt zu den Chrysanthemenviren auch das Tomatenbronzefleckenvirus, das ebenfalls von Thripsen übertragen wird. Blätter mit Ringen, Linien oder mosaikartigen Flecken sowie dünne, verkümmerte Triebe sind Anzeichen für ein Virus. Viren sind unheilbar. Die gesamte Pflanze entfernen und in einem verschlossenen Beutel entsorgen, damit Thripse das Virus nicht auf andere Pflanzen übertragen.

Bei Thripsbefall ohne Viruszeichen:

  1. Verfärbte Blüten und Knospen abschneiden und in einem verschlossenen Beutel entsorgen.

  2. In Innenräumen Blautafeln nahe der Pflanze anbringen. Die RHS rät von Blautafeln im Freien ab, da dort viele nützliche Insekten gefangen werden.

  3. Clemson empfiehlt insektizide Seife und Neemöl gegen Thripse: Sprühen Sie das handelsübliche Produkt direkt auf die Insekten und beachten Sie dabei die Hinweise im Abschnitt Seife, Neemöl und andere Mittel.

Spinosad, ein Insektizid bakteriellen Ursprungs, wirkt gegen Thripse und Minierfliegen. Clemson warnt jedoch vor der Bienengiftigkeit und untersagt den Einsatz an blühenden Pflanzen. Da von Thripsen befallene Chrysanthemen fast immer Blüten tragen, sollte Spinosad hier nicht verwendet werden.

Minierfliege: helle Gänge im Blatt

Die Minierfliege ist das Larvenstadium einer kleinen Fliegenart, die im Inneren des Blattes lebt und dort Miniergänge frisst. Clemson beschreibt gewundene hellgrüne bis braune Gänge mit winzigen schwarzen Kotpunkten. Stark befallene Blätter trocknen ein und fallen ab. Die am häufigsten an Chrysanthemen erwähnte Art ist Chromatomyia syngenesiae, deren adulte Fliege dunkel gefärbt und etwa 3 mm groß ist.

In Brasilien untersuchte die Embrapa den Befall durch Minierfliegen in Chrysanthemenkulturen in Ceará im Forschungsbulletin 171 aus dem Jahr 2018. Die Minierfliege gelangt über Pflanzen aus kommerziellen Gewächshäusern ins Haus, wie die landwirtschaftliche Versuchsstation von Connecticut festhält.

Die Behandlung zu Hause ist unkompliziert: Blätter mit sichtbaren Gängen einfach abzupfen und entsorgen sowie herabgefallenes Laub aus dem Topf absammeln. Minierfliegen bringen Chrysanthemen selten zum Absterben, und die Blütenbildung geht normal weiter.

Weiße Fliege: weiße Wolke bei Pflanzenkontakt

Die Weiße Fliege ist ein 1,5 mm kleines, weißes Insekt, das an den Blattunterseiten sitzt und bei Erschütterung wolkenartig auffliegt. Die RHS führt Chrysanthemen unter den typischen Wirtspflanzen der Gewächshaus-Weißen-Fliege auf. Sie scheidet wie Blattläuse Honigtau aus, wodurch Blätter vergilben und verrußen.

Für Innenräume und Balkone:

  1. Gelbtafeln über dem Topf aufhängen. Die RHS weist darauf hin, dass Gelbtafeln die Befallsstärke anzeigen, die Plage allein aber nicht beseitigen.

  2. Jede neue Pflanze zunächst isolieren und die Blattunterseiten kontrollieren, bevor man sie zu anderen stellt. Laut RHS wird die Weiße Fliege fast immer mit Neuzugängen eingeschleppt.

  3. Die Blattunterseiten mit einem Wasserstrahl abwaschen und stark vergilbte Blätter abzupfen.

Neemöl und insektizide Seife wirken laut Clemson gegen Weiße Fliegen nach demselben Prinzip wie bei Spinnmilben: Es sterben nur die direkt benetzten Insekten ab.

Raupen und Schnecken: angefressene Blätter und Blüten

Löcher in Blättern und Blüten stammen fast immer von Raupen oder Schnecken, und das fast ausschließlich bei Garten-Chrysanthemen. Raupen hinterlassen dunklen Kot auf den Blättern und Blütenblättern. Nackt- und Gehäuseschnecken hinterlassen eine glänzende Schleimspur und fressen laut RHS nachts.

Raupen sammeln Sie am späten Nachmittag von Hand ab. Bt (Bacillus thuringiensis, ein Bakterium, das nur Schmetterlingslarven befällt) wirkt bei kleinen Raupen. Die Clemson empfiehlt, Bt am späten Nachmittag oder an einem bewölkten Tag gemäß den Anweisungen auf dem Etikett auszubringen, da Sonnenlicht das Produkt zersetzt. Bt erreicht keine Raupen, die sich bereits in den Stängel gebohrt haben.

Schnecken sucht man laut RHS am besten nachts bei feuchter Witterung mit einer Taschenlampe und sammelt sie ab. Morgens statt abends gießen: Feuchte Erde in der Nacht erleichtert Schnecken die Fortbewegung.

Krankheiten, die wie Schädlinge aussehen

Vier Probleme bei Chrysanthemen ähneln optisch einem Schädlingsbefall: drei Pilze und ein mikroskopisch kleiner Fadenwurm.

Echter Mehltau. Er zeigt sich als weißer Belag auf der Blattoberseite und manchmal am Stängel. Stark befallene Blätter verfärben sich braun und schrumpeln, so die landwirtschaftliche Versuchsstation von Connecticut. Echter Mehltau ist ein Pilz, der sich bei warmem, feuchtem Wetter und in eng stehenden Töpfen ausbreitet; weniger zu gießen beseitigt ihn nicht. Entfernen Sie die befallenen Blätter direkt in einen Plastikbeutel. Rücken Sie die Töpfe so weit auseinander, dass sich die Blätter nicht berühren, damit die Luft zirkulieren kann. Ein Fungizid ist laut derselben Quelle in der Regel nicht erforderlich.

Weißer Rost. Der Pilz Puccinia horiana verursacht eingesunkene gelbe Flecken auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite entstehen erhabene, cremefarbene Pusteln, die später weiß werden. Die RHS hält fest, dass sich die Krankheit über die Luft verbreitet und über infizierte Jungpflanzen in das Vereinigte Königreich gelangte. Kühle und feuchte Witterung mit stundenlang nassen Blättern begünstigt die Infektion.

Unterseite eines Chrysanthemenblatts mit erhabenen cremefarbenen Pusteln, Symptom des Weißen Rosts
Weißer Rost auf der Blattunterseite der Chrysantheme: Die Pusteln sind erhaben und reichen farblich von cremefarben bis bräunlich-beige, und sind kein Pulver, das sich mit dem Finger abwischen lässt. Foto: Harold Grieb, USDA APHIS.jpg), gemeinfrei.

Der Weiße Rost gilt laut der EPPO-Datenbank in den Vereinigten Staaten seit 1995, in Kanada und in Mexiko als Quarantäneschädling. Ein Quarantäneschädling wird von Regierungsstellen offiziell bekämpft, um seine Einschleppung oder Ausbreitung zu verhindern. In der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich ist er für den Verkauf von Jungpflanzen reguliert, ohne als Quarantäneschädling eingestuft zu sein. In Brasilien führt dieselbe Datenbank die Krankheit als vorkommend auf.

Im Hausgarten rät die RHS, Blätter mit Pusteln sofort bei Entdeckung zu entfernen und zu entsorgen. Ist die Pflanze übersät mit Pusteln, ist das Entsorgen des Topfes der sicherste Weg. Der Wind weht die mikroskopischen Pilzsporen leicht auf andere Chrysanthemen. Immer direkt an die Wurzeln gießen, ohne das Laub zu benetzen.

Grauschimmel. Blüten werden braun, papierartig trocken und überziehen sich mit grauem Schimmelrasen. Die Station in Connecticut sieht ältere Blüten bei trüber, feuchter Witterung als besonders anfällig an. Verblühtes rasch ausputzen und die Blüten beim Gießen trocken halten.

Blattälchen. Braune, keilförmige und von den Blattadern begrenzte Flecken zeigen sich an unteren Blättern und wandern aufwärts. Verantwortlich sind winzige Fadenwürmer, die sich im Regen- oder Gießwasserfilm auf den Blättern fortbewegen. Clemson rät, die Erde zu mulchen und direkt am Boden zu wässern, ohne die Blätter zu treffen. Befallene Blätter samt der obersten Erdschicht im Müll entsorgen.

Chrysanthemen mit Schädlingen gekauft: Was vor dem Dazustellen zu prüfen ist

Floristen-Chrysanthemen stammen aus Erwerbsgewächshäusern, und diverse Schädlinge reisen mit ihnen an. Minierfliegen und Weiße Fliegen gelangen so in Wohnräume, und Weißer Rost breitet sich über befallene Jungpflanzen aus. Vor dem Aufstellen neben gesunden Pflanzen prüfen:

  • die Unterseite von 5 bis 6 Blättern im oberen und unteren Bereich auf Insekten, Gespinste und Pusteln;

  • Knospen und Triebspitzen auf Blattläuse;

  • geöffnete Blüten durch Ausschütteln über weißem Papier auf Thripse;

  • die Blätter im Gegenlicht auf Miniergänge.

Selbst ohne Anzeichen den neuen Topf mehrere Wochen lang isoliert halten und in dieser Zeit jede Woche die Blattunterseiten kontrollieren. Die RHS empfiehlt diese Frist für den Weißen Rost, der bereits im Blatt vorhanden sein kann, bevor er sichtbar wird, und nennt keine genaue Zahl. Die häufigsten Schädlinge im Topf und wie man sie jeweils erkennt, beschreibt der Ratgeber zu Schädlingen an Zimmerpflanzen.

Seife, Neemöl und andere Mittel: Wann sie wirken

Insektizide Seife und Neemöl wirken über Kontakt: Nur Insekten sterben, die direkt vom Produkt benetzt werden. Die Clemson nennt vier Regeln, damit sie wirken, ohne die Pflanze zu verbrennen:

  • Ober- und Unterseiten der Blätter sowie die Stängel gründlich benetzen. Schädlinge in eingerollten Blättern entgehen der Wirkung sonst.

  • Die Anwendung in dem auf der Verpackung angegebenen Intervall wiederholen, da angetrocknete Rückstände wirkungslos sind.

  • Nicht bei Temperaturen über 32 °C, direkter Sonne oder an Pflanzen mit Wassermangel anwenden.

  • Früh morgens oder am späten Nachmittag spritzen, damit das Mittel nur langsam abtrocknet.

Clemson rät von selbstgemachter Seife ab, da das Risiko von Blattverbrennungen höher ist als bei einem gekauften Produkt. Die Colorado State University rät dazu, das Produkt 1 oder 2 Tage vor dem Einsprühen der restlichen Pflanze an einem kleinen Pflanzenteil zu testen.

Systemische Insektizide wie Imidacloprid, die von der Pflanze aufgenommen und in die Blätter transportiert werden, tauchen in US-Empfehlungen für Freiland-Erzeuger auf. Für Zimmer- und Balkontöpfe empfiehlt dieser Ratgeber sie nicht. Gegen Läuse und Milben im Topf rät Clemson zunächst zum Abwaschen mit Wasser und zu gekaufter Seifenlauge.

Vertreiben Chrysanthemen Schädlinge?

Die Chrysantheme, die Schädlinge vertreibt, ist eine andere Art. Pyrethrum, ein aus Blüten gewonnenes natürliches Insektizid, stammt laut einem Artikel aus dem Jahr 2016 in der Zeitschrift Emerging Infectious Diseases von der Dalmatinischen Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium). Topf- und Garten-Chrysanthemen werden von den Schädlingen aus diesem Ratgeber befallen.

Pyrethrine sind eine Mischung aus 6 Substanzen, die das Nervensystem des Insekts lähmen. Diese Information stammt vom NPIC, dem Pestizid-Informationszentrum der Oregon State University. Im Sonnenlicht zerfällt die Hälfte einer dieser Substanzen auf der Bodenoberfläche innerhalb von 12,9 Stunden (dieser Wert wird als Halbwertszeit bezeichnet). Pyrethrine sind für Bienen und Fische sehr giftig. Keine der Quellen dieses Ratgebers hat untersucht, ob eine gepflanzte Chrysantheme benachbarte Pflanzen schützt.

Sind Chrysanthemen giftig für Katzen und Hunde?

Die Chrysantheme ist laut der ASPCA giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Die Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss, Koordinationsstörungen und Hautreizungen. Den Topf außerhalb der Reichweite von Hunden und Katzen halten und den Tierarzt rufen, wenn diese Symptome auftreten.

Weißer Belag auf Blättern und eine an der Pflanze knabbernde Katze sind zwei verschiedene Probleme. Der Belag ist Mehltau und wird durch das Entfernen der Blätter behandelt. Die Gefahr für Haustiere geht von der Pflanze selbst aus, ganz unabhängig vom Pilzbefall.

Häufige Fragen

Was sind die kleinen schwarzen Tierchen an Chrysanthemenknospen?

Meistens sind es Blattläuse. Die Chrysanthemenlaus ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt und tritt massenhaft an Knospen und Triebspitzen auf. Die Pflanze mindestens 3 Mal alle 2 Tage mit einem kräftigen Wasserstrahl gezielt an den Knospen abwaschen. Springt oder fliegt das Insekt, zeigt die Tabelle Alternativen: Es könnte sich um Thripse oder Weiße Fliegen handeln.

Übertragen sich Chrysanthemen-Schädlinge auf andere Zimmerpflanzen?

Ja. Blattläuse, Spinnmilben, Thripse und Weiße Fliegen befallen zahlreiche Zimmerpflanzenarten. Befallene Chrysanthemen sofort isolieren, sobald Schädlinge auffallen. Die Blattunterseiten benachbarter Töpfe 2 Wochen lang kontrollieren und nach dem Hantieren die Hände waschen.

Darf man Pyrethrin-Insektizide an Chrysanthemen anwenden?

Grundsätzlich ja, solange die Packungsbeilage beachtet wird. Allerdings tötet Pyrethrin alle benetzten Insekten, darunter auch nützliche Marienkäfer. Da es für Bienen stark giftig ist, darf es nicht an blühenden Pflanzen im Freiland angewendet werden. Bei Sonnenschein beträgt die Halbwertszeit eines der Pyrethrine an der Bodenoberfläche laut NPIC 12,9 Stunden. Clemson empfiehlt bei Blattläusen, zuerst mit klarem Wasser zu spülen.

Sind Chrysanthemen resistent gegen Schädlinge?

Nein. Topf-Chrysanthemen werden von Blattläusen, Spinnmilben, Thripsen, Minierfliegen und Weißen Fliegen heimgesucht; Gartenpflanzen zusätzlich von Raupen, Schnecken und Blattälchen. Wöchentliche Blattunterseitenkontrollen helfen, Befall früh abzufangen. Das Gießen ohne Benetzung der Blätter und ausreichender Topfabstand beugen Pilzkrankheiten vor.

Im Zweifel bei Schädlingen: Schadbild fotografieren

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