Gallmilben (Eriophyidae): Schädlingsbekämpfung | Erkennen & behandeln
Gallmilben (Familie Eriophyidae) sind extrem kleine, wurmförmige Milben, die sich von Pflanzengewebe ernähren, indem sie dieses anstechen und den Zellsaft aussaugen. Sie besiedeln junge Blätter, Knospen und gelegentlich Früchte. Typische Anzeichen sind eng eingerollte oder blasige Blätter, filzartige Beläge (Erineum), kleine Gallen, Bronzierung oder raue, berostete Fruchthaut sowie verkümmerter oder deformierter Neuaustrieb. Im Gegensatz zu Spinnmilben bilden sie keine sichtbaren Gespinste und sind oft nur mit einer Lupe zu erkennen. Viele Zier- und Nutzpflanzen können befallen werden, darunter Rosen, Ahorn, Weinreben, Äpfel, Birnen, Birken und Schneeball. Einige Arten können zudem Pflanzenviren übertragen (z. B. bei Rosen).
Was ist Gallmilben (Eriophyidae)?
Gallmilben (Eriophyidae) ist ein Schädlings- Zustand mit mittel Schweregrad, der Pflanzen befällt. Gallmilben (Familie Eriophyidae) sind extrem kleine, wurmförmige Milben, die sich von Pflanzengewebe ernähren, indem sie dieses anstechen und den Zellsaft aussaugen. Sie besiedeln junge Blätter, Knospen und gelegentlich Früchte. Typische Anzeichen sind eng eingerollte oder blasige Blätter, filzartig...
Gallmilben (Eriophyidae) ist eine Schädlings- Krankheit mit mittel Schweregrad.
Im Gegensatz zu Pilzkrankheiten kann Gallmilben (Eriophyidae) schnell mit integriertem Management kontrolliert werden. Ohne sofortiges Handeln breitet sich der Befall auf benachbarte Pflanzen aus. Im Gegensatz zu vielen häufigen Krankheiten ist Gallmilben (Eriophyidae) nicht zwischen Pflanzen übertragbar.
🧪 Natürlich vs. chemisch: Welche Behandlung hilft gegen Gallmilben (Eriophyidae)?
🌱 Natürliche Lösungen
- ✓ Stark befallene oder deformierte Blätter, Triebe und Gallen herausschneiden und im Hausmüll entsorgen; bei starkem Befall nicht kompostieren.
- ✓ Die Pflanzengesundheit durch stetiges Gießen fördern, Stickstoffüberschuss vermeiden und Hitze- sowie Trockenstress reduzieren.
- ✓ Das Laub mit einem harten Wasserstrahl abspülen oder die Blätter von Zimmerpflanzen vorsichtig abwischen; wöchentlich wiederholen.
- ✓ Gartenbauliche Öle oder Kaliseifen als physikalische Bekämpfungsmittel einsetzen; dabei Blattunterseiten und Knospen gründlich benetzen.
- ✓ Im späten Winter eine Austriebsspritzung bei laubabwerfenden Freilandpflanzen anwenden, um überwinternde Milben zu reduzieren.
- ✓ Nützliche Fressfeinde wie Raubmilben und Florfliegen fördern, indem auf Breitbandinsektizide verzichtet und eine vielfältige Bepflanzung gepflegt wird.
- ✓ Neue oder betroffene Pflanzen für 2 bis 3 Wochen isolieren; Werkzeuge und Hände nach dem Rückschnitt gründlich reinigen.
💉 Chemische Lösungen
- ✓ Gartenbauliche Öle wie Paraffin- oder Mineralöl verwenden, um Milben zu ersticken; auch als Austriebsspritzung bei laubabwerfenden Pflanzen geeignet.
- ✓ Insektizide Seifen auf Basis von Kaliumsalzen von Fettsäuren zur Kontaktbekämpfung auf dem Laub einsetzen.
- ✓ Netzschwefel verwenden, sofern dieser für Milben an der spezifischen Kultur- oder Zierpflanze zugelassen ist.
- ✓ Azadirachtin-Produkte (Neem) anwenden, die für die Bekämpfung von Milben an der Zielpflanze registriert sind.
- ✓ Behandlungen in den kühlen Tagesstunden durchführen und alle Blattoberflächen, insbesondere Unterseiten und Knospen, vollständig benetzen.
- ✓ Zuerst an einer kleinen Stelle testen und die Anwendung bei gestressten Pflanzen oder großer Hitze vermeiden.
- ✓ In kurzen Abständen erneut anwenden, da diese Produkte nur eine geringe Depotwirkung besitzen.
🛡️ Wie beugt man Gallmilben (Eriophyidae) vor?
TLDR: Gallmilben (Eriophyidae) mit 7 wesentlichen Pflegemaßnahmen vorbeugen. Regelmäßige Kontrollen sind der Schlüssel zur Früherkennung.
- ✓ Pflanzen regelmäßig auf frühe Anzeichen wie Blasenbildung, Filzflecken und deformierten Neuaustrieb kontrollieren.
- ✓ Neue Pflanzen für 2 bis 3 Wochen unter Quarantäne stellen und idealerweise mit einer Lupe untersuchen.
- ✓ Abnormale Triebe frühzeitig herausschneiden, abgefallenes Gallenmaterial entfernen und über den Hausmüll entsorgen.
- ✓ Pflanzen durch ausgewogene Düngung, gleichmäßige Bewässerung und gute Luftzirkulation kräftig halten; dabei überschüssigen Stickstoff vermeiden.
- ✓ Bei anfälligen Freilandpflanzen im späten Winter eine Austriebsspritzung mit Weißöl durchführen, sofern angemessen.
- ✓ Nach Möglichkeit Sorten wählen, die als weniger anfällig für Gallenbildung oder Berostung bekannt sind.
- ✓ Breitbandinsektizide vermeiden, da diese Nützlinge schädigen und so Milbenpopulationen explosionsartig vermehren können.
🔗Verwandte Krankheiten

Weiße Fliege
Weiße Fliegen (Familie Aleyrodidae) sind winzige, saugende Insekten, die in warmer, stehender Luft gedeihen. Sie kommen häufig an Zimmerpflanzen, Gewächshauskulturen und Gartenpflanzen wie Tomaten, Paprika, Gurken, Fuchsien, Hibiskus, Weihnachtssternen, Zitrusfrüchten und vielen Kräutern vor. Oft sieht man kleine weiße Adulte aufflattern, wenn man die Pflanze berührt, klebrigen Honigtau auf Blättern oder Oberflächen in der Nähe, schwarzen Rußtaupilz, der auf diesem Honigtau wächst, sowie Blätter, die vergilben, sich kräuseln oder abfallen. Untersuchen Sie die Blattunterseiten auf blasse, schildlausähnliche Nymphen und winzige Eier, die in kleinen Bögen abgelegt wurden. Ein starker Befall schwächt die Pflanzen und verzögert das Wachstum.

Buchenwolllaus
Phyllaphis ist eine Gattung von Wolläusen, die vor allem Buchen (Fagus) befallen, typischerweise Rotbuchen und Blutbuchen in Hecken oder als Einzelbäume. Sie saugen im Frühjahr und Frühsommer Pflanzensaft aus jungen Trieben und Blattunterseiten. Anzeichen eines Befalls sind gekräuselte oder eingerollte Blätter, klebriger Honigtau, schwarzer Rußtau und ein weißer, wattiger Belag um die Kolonien. Die Pflanzen überleben in der Regel, aber ein starker Befall kann den Neuaustrieb schwächen und die Hecke klebrig und unansehnlich machen. Die Läuse überwintern oft als Eier an dünnen Zweigen in der Nähe der Knospen.
Erdfloh-Befall
MittelErdflöhe sind kleine, springende Insekten, die die Blätter vieler Gemüsepflanzen fressen. Sie nagen zahlreiche kleine, kreisförmige Löcher, was ein charakteristisches „Schrotschuss“-Erscheinungsbild erzeugt. Während etablierte Pflanzen den Schaden oft tolerieren können, sind junge Setzlinge sehr anfällig und können bei starkem Befall im Wachstum gehemmt oder abgetötet werden.

Wollige Blattläuse
Prociphilus ist eine Gattung von Wollläusen, die sich vom Pflanzensaft ernähren. Sie bilden einen flauschigen, weißen, watteähnlichen Belag auf Blättern, Trieben oder manchmal auch an den Wurzeln. Zu den Anzeichen gehören klebriger Honigtau, Rußtaupilze, die auf dem Honigtau wachsen, Blattkräuselungen oder Verformungen sowie Ansammlungen winziger, weichhäutiger Insekten, die in der „Wolle“ verborgen sind. Ameisen sind oft in ihrer Nähe aktiv, da sie sich vom Honigtau ernähren. Diese Blattläuse befallen häufig Erlen und Ahorn (Wollige Erlenblattlaus) sowie Eschen (Wollige Eschenblattlaus). Sie bringen etablierte Bäume selten zum Absterben, können aber Jungpflanzen schwächen und ein klebriges Verschmutzungsproblem verursachen.