Weihnachtskaktus pflegen: So bringen Sie Ihre Schlumbergera zum Blühen
Ihr Weihnachtskaktus blüht nicht? Das liegt meistens am fehlenden Impuls und nicht an mangelnder Pflege. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die zwei Reize, die Knospen anregen.
Weihnachtskaktus pflegen: So bringen Sie Ihre Schlumbergera zum Blühen
Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata) braucht helles, indirektes Licht, ein schnell ablaufendes Substrat und Wassergaben, die sich dreimal im Jahr ändern. Aber er blüht nur dann, wenn er einen bestimmten Reiz bekommt: kühle Nächte zwischen 10 °C und 13 °C oder lange Nächte mit 13 Stunden ununterbrochener Dunkelheit. Einer der beiden Reize reicht völlig aus — und genau hier liegt der häufigste Fehler, weil viele versuchen, beides gleichzeitig zu erzwingen, den Topf täglich bewegen und so die bereits vorhandenen Knospen abwerfen.
Wenn Ihre Pflanze zwar gesund aussieht, aber einfach keine Blüten bildet, liegt das fast nie am Dünger. Es liegt am Kalender.
Schnelle Übersicht:
Die beiden Blühreize funktionieren unabhängig voneinander: Nächtliche Kälte von 10–13 °C regt die Knospenbildung ganz von alleine an, ganz ohne zusätzliche Dunkelheit. Eine Dunkelphase von 13 Stunden ist nur nötig, wenn die Nachttemperaturen zwischen 13 °C und 21 °C liegen.
In wärmeren Regionen muss dieser Reiz oft künstlich gesteuert werden, während er in Mitteleuropa im September und Oktober ganz natürlich durch das Herbstwetter ausgelöst wird — pünktlich zur Weihnachtszeit.
Zwischen dem Reiz und der eigentlichen Blüte vergehen 6 bis 8 Wochen. Sobald sich die ersten Knospen zeigen, sollten Sie den Topf nicht mehr bewegen: Schon das Drehen der Pflanze kann dazu führen, dass die Knospen abfallen.
Er ist eine Epiphyte — in seiner Heimat im brasilianischen Regenwald wächst er auf Baumzweigen, nicht im Wüstensand. Reine Kakteenerde ist daher einer der häufigsten Pflegefehler.
Ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde (laut ASPCA).
Was für eine Pflanze ist das (und warum sie aus dem Regenwald stammt)
Der Weihnachtskaktus ist ein dornenloser Kaktus aus dem tropischen Regenwald. Die Art Schlumbergera truncata wächst natürlicherweise in einem kleinen Gebiet der Küstenberge von Rio de Janeiro — der Serra dos Órgãos und der Serra do Mar — in Höhenlagen zwischen 700 und 1.000 Metern. Sie wächst dort auf Bäumen und Felsen, nicht im Erdboden (BioDiversity4All).
Das ist keine bloße Theorie, sondern die Erklärung für fast alle Pflegeregeln. Ein Kaktus, der auf einem Ast im lichten Schatten des Waldes lebt, dessen Wurzeln an der Luft hängen und der regelmäßig Regen abbekommt, braucht das genaue Gegenteil eines Wüstenkaktus. Er wünscht sich gefiltertes Licht, Luftfeuchtigkeit, gut belüftete Wurzeln und regelmäßige Wassergaben — ohne jemals im Wasser zu stehen.
Behalten Sie dieses Bild im Kopf. Jedes Mal, wenn dieser Ratgeber von einem "Nein" spricht, ist genau das der Grund dafür.
Kurzsteckbrief | Quelle | |
|---|---|---|
Wissenschaftlicher Name | Schlumbergera truncata (S. bridgesii is ein veraltetes Synonym) | RHS |
Familie | Cactaceae (Kakteengewächse) | RHS |
Herkunft | Gebirge von Rio de Janeiro, 700–1.000 m — epiphytisch | BioDiversity4All |
Licht | Hell und indirekt, keine pralle Mittagssonne | RHS |
Temperatur | Nie unter 10 °C; 18 °C bis 20 °C in der Wachstumsphase | RHS |
Luftfeuchtigkeit | Hoch — stammt aus feuchten Wäldern | RHS |
Wuchshöhe | Bis zu 45 cm hoch und breit | RHS |
Blütezeit in Europa | November bis Januar (Winter) | BioDiversity4All |
Verträglichkeit für Haustiere | Ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde | ASPCA |
Weihnachtskaktus, Osterkaktus oder Novemberkaktus? Achten Sie auf die Glieder
Drei sehr ähnliche Pflanzen werden im Handel oft unter falschen Namen verkauft. Da sie zu unterschiedlichen Zeiten blühen, ist die Bestimmung der Art der erste Schritt, um zu wissen, wann Sie mit Blüten rechnen können.
Der Unterschied liegt nicht in den Blüten, sondern in den Blattgliedern (den flachen Abschnitten, die wie Blätter aussehen). Schauen Sie sich den Rand eines solchen Gliedes genau auf Augenhöhe an.
Form des Blattrandes | Art | Typische Blütezeit |
|---|---|---|
Spitze, nach vorne gerichtete Zähne (wie kleine Greifer) | Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata) | Spätherbst bis Winter (November bis Januar) |
Abgerundete, wellige Ränder ohne spitze Zähne | Echter Weihnachtskaktus (Schlumbergera × buckleyi) | Winter (Dezember bis Februar) |
Glatter, fast gerader Rand mit feinen Härchen an der Spitze | Osterkaktus (Rhipsalidopsis gaertneri) | Frühling (März bis Mai) |

Die absolute Mehrheit dessen, was im Handel als "Weihnachtskaktus" verkauft wird, ist die Art S. truncata mit den spitzen Zähnen. Wenn Ihre Pflanze diese spitzen Glieder hat, ist dieser Ratgeber genau für sie geschrieben.
Licht: Waldschatten statt Wüstensonne
Die Pflanze braucht den ganzen Tag über helles, indirektes Licht. In der Praxis funktionieren drei Standorte besonders gut:
Ein Ostfenster, maximal 1 Meter entfernt — der ideale Platz. Hier bekommt sie die milde Morgensonne und steht den Rest des Tages im lichten Schatten.
Jedes Fenster mit intensiver Mittags- oder Nachmittagssonne (Süden oder Westen), solange die Pflanze etwa 2 bis 3 Meter vom Fenster entfernt steht oder durch einen leichten Vorhang geschützt wird.
Ein überdachter Balkon im Sommer, geschützt im Schatten größerer Pflanzen.
Vorsicht vor dem anderen Extrem: Ein Nordfenster bekommt das ganze Jahr über kaum direktes Licht. Dort überlebt der Weihnachtskaktus zwar, hat aber oft nicht genug Energie, um Knospen zu bilden.
Bei der Recherche stößt man oft auf scheinbare Widersprüche: Während die NYBG sehr helles Licht mit etwas Wintersonne empfiehlt, rät die RHS, die Pflanze strikt vor praller Sonne zu schützen. Beide haben recht, je nach Jahreszeit: Die Wintersonne in Nordeuropa hat nur einen Bruchteil der Kraft der Sommersonne. Die goldene Regel lautet: Je schwächer die Sonne der Jahreszeit, desto näher darf die Pflanze ans Fenster; je stärker die Sonne, desto weiter weg. Im Sommer also ab in den Schatten.
Was überhaupt nicht funktioniert, ist pralle Mittagssonne. Sie färbt die Ränder der Glieder rötlich oder violett — ein klassischer Sonnenbrand — und die Pflanze stellt das Wachstum ein. Aber auch zu tiefer Schatten schadet: Die Glieder werden dünn, lang und bilden keine Knospen, da Blüten nur an den Triebspitzen entstehen.
Ein kleiner Pflegetipp: Wischen Sie die Glieder einmal im Monat mit einem feuchten Tuch ab. Staubschichten blockieren das Licht, das die Pflanze so dringend braucht (RHS).
Gießen: Drei Phasen im Jahr statt sturer Routine
Hier passiert der folgenschwerste Fehler. Wer nach starren Gießintervallen sucht, findet Antworten von alle 3 Tage bis alle 6 Wochen — und alle sind auf ihre Weise richtig, nur eben zu unterschiedlichen Zeiten. Der Wasserbedarf hängt völlig von der jeweiligen Phase ab.
Der Test ist immer derselbe: Stecken Sie den Finger 3 cm tief in die Erde. Die Entscheidung richtet sich nach der Phase.
Jahreszeit (Mitteleuropa) | Gießregel | In der Praxis bedeutet das |
|---|---|---|
Wachstumsphase — März bis August | Gießen, sobald die oberen 3 cm trocken sind. So lange gießen, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. | Etwa alle 7 bis 10 Tage. |
Ruhephase & Knospeninduktion — September bis Oktober | Gaben reduzieren: Die oberen 3 cm abtrocknen lassen und dann noch 2-3 Tage warten. Die Erde aber nie völlig austrocknen lassen. | Etwa alle 12 bis 18 Tage. |
Blütezeit — November bis Januar | Sobald sich Knospen zeigen, wieder normal und regelmäßig gießen. | Etwa alle 7 to 10 Tage. |
Zwei wichtige Klarstellungen, da im Netz oft falsche Ratschläge kursieren:
Die Empfehlung "Im Herbst gar nicht gießen" ist gefährlich. Die Reduzierung gilt nur, bis die Knospen sichtbar sind. Einige Ratgeber empfehlen, im Herbst nur alle 4 bis 6 Wochen zu gießen — bei bereits gebildeten Knospen führt das unweigerlich zum Knospenabfall. Die RHS schreibt dazu ganz klar: Lassen Sie die Oberfläche abtrocknen, aber lassen Sie den Ballen nie völlig austrocknen.
Niemals Wasser im Untertopf stehen lassen. Schütten Sie überschüssiges Wasser nach spätestens 15 Minuten weg (NYBG). Die Wurzeln dieser Epiphyten faulen in nasser Erde extrem schnell.
Substrat und Topf: Denken Sie an die Epiphyten-Natur
Normale Blumenerde allein speichert viel zu viel Wasser. Reine Kakteenerde wiederum trocknet zu schnell aus und enthält kaum Nährstoffe. Die perfekte Mischung liegt genau dazwischen:
3 Teile hochwertige Zimmerpflanzenerde gemischt mit 1 Teil Perlit oder grobem Sand — das ist das bewährte Rezept der NYBG. Wenn Sie den natürlichen Lebensraum auf Bäumen noch besser nachahmen wollen, ersetzen Sie die Hälfte des Perlits durch feine Pinienrinde. Ziel ist eine luftige Mischung, durch die Wasser sofort abfließt, die aber am nächsten Tag noch leicht feucht ist.
Zum Topf: Der Weihnachtskaktus mag es eng. Ein zu großer Topf bedeutet zu viel feuchte Erde um zu wenige Wurzeln herum — das perfekte Rezept für Wurzelfäule. Topfen Sie die Pflanze alle zwei Jahre am Ende des Winters (Februar/März) in einen nur minimal größeren Topf um, der unbedingt Abzugslöcher haben muss.
Düngen: Weniger ist mehr, und nur zur richtigen Zeit
Verwenden Sie einen ausgewogenen Flüssigdünger für Zimmerpflanzen in halber Konzentration alle 4 bis 8 Wochen während der Wachstumsphase von März bis August (UF/IFAS Extension).
Stellen Sie das Düngen etwa einen Monat vor Beginn der Knospeninduktion (also im August) komplett ein. Ein zu hoher Stickstoffgehalt zur falschen Zeit regt die Pflanze dazu an, neue Glieder statt Knospen zu bilden — das Ergebnis ist eine grüne Pflanze ohne eine einzige Blüte.
Vorsicht bei Ratschlägen, die eine einmalige Düngung im Jahr empfehlen: Das reicht für eine üppige Blüte meist nicht aus.
Warum er nicht blüht: Die zwei Auslöser
Dieser Abschnitt beantwortet die wichtigste Frage, die Sie zu diesem Artikel geführt hat.
Der Weihnachtskaktus merkt am Wechsel der Jahreszeiten, wann es Zeit für Blüten ist. Er reagiert auf zwei Reize, von denen schon einer ausreicht:
Kühle Nachttemperaturen. Wenn die Temperatur nachts konstant zwischen 10 °C und 13 °C liegt, bildet er Knospen — völlig unabhängig von den Lichtverhältnissen. Sie brauchen ihn dann weder in den Schrank zu stellen noch mit einem Karton abzudecken.
Lange Nächte. Wenn die Temperaturen nachts eher mild sind (zwischen 13 °C und 21 °C), benötigt die Pflanze zwingend 13 Stunden ununterbrochene, absolute Dunkelheit pro Nacht über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen. Liegen die Temperaturen dauerhaft über 21 °C, verlängert sich diese Phase auf bis zu 9 Wochen (NYBG Plant Information Service).
"Absolute Dunkelheit" meint genau das: Schon das Licht einer Stehlampe im Wohnzimmer stört den Rhythmus. Wenn mitten in der Nacht für eine halbe Stunde das Licht eingeschaltet wird, stellt das die innere Uhr der Pflanze wieder auf null. Daher sollte der Topf während der Knospenbildung nachts von künstlichen Lichtquellen ferngehalten werden (UF/IFAS Extension).
Wann Sie den Reiz auslösen sollten
In Mitteleuropa regelt die Natur diesen Prozess im Herbst meist ganz von alleine, weshalb die Pflanze pünktlich zur Weihnachtszeit erblüht.
Die Rechnung ist ganz einfach: Zählen Sie von Ihrem gewünschten Blütetermin einfach 6 bis 8 Wochen zurück.
Region | Beginn der Ruhephase | Erste Blüten | Künstliche Verdunkelung nötig? |
|---|---|---|---|
Mitteleuropa (Zimmerkultur) | Mitte September bis Oktober | November bis Dezember | Nur, wenn abends im Zimmer oft das Licht brennt |
Mitteleuropa (Balkon/Garten bis zum Frost) | September | November | Nein, die natürlichen kühlen Nächte reichen völlig aus |
Sehr warme Regionen / Tropen | Ganzjährig steuerbar | Nach 7 Wochen | Ja, wenn die Nächte nicht unter 21 °C abkühlen |
In unseren Breitengraden spielen uns die kürzer werdenden Tage im Herbst perfekt in die Karten. Wenn Sie die Pflanze im Spätsommer an einem kühlen, ungenutzten Ort (wie einem Schlafzimmer oder Gästezimmer) platzieren, an dem abends kein Licht brennt, blüht sie fast immer ganz von alleine.
Das Schritt-für-Schritt-Protokoll zur Blüte
Wählen Sie den gewünschten Blütetermin und zählen Sie 7 Wochen zurück.
Stellen Sie die Pflanze in dieser Zeit von 18:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens in absolute Dunkelheit — zum Beispiel in ein ungenutztes Zimmer oder unter einen großen Karton. Tagsüber bekommt sie normales, helles Licht.
Reduzieren Sie das Gießen gemäß unserer Tabelle für die Ruhephase.
Verzichten Sie in dieser Phase komplett auf Dünger.
Sobald sich die ersten winzigen Knospen zeigen, beenden Sie das Protokoll: Stellen Sie die Pflanze an ihren endgültigen Platz, gießen Sie wieder normal und bewegen Sie den Topf ab jetzt nicht mehr.
Schritt 5 ist der Punkt, an dem die meisten Blüten verloren gehen. Knospen der Schlumbergera reagieren extrem empfindlich auf Veränderungen — das Umstellen in ein anderes Zimmer, das Drehen des Topfes oder kalte Zugluft kann dazu führen, dass die Pflanze alle Knospen abwirft. Sie richtet ihre Knospen nach dem Licht aus und stößt sie ab, wenn sich der Lichteinfall plötzlich ändert.
Probleme erkennen und lösen
Schlaffe Glieder sind das häufigste Symptom, werden aber oft falsch gedeutet. Vier verschiedene Ursachen können zu weichen Trieben führen — und zwei davon erfordern völlig gegensätzliche Maßnahmen. Prüfen Sie immer zuerst die Erde.
Symptom | Zustand der Erde | Weitere Anzeichen | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|---|---|
Schlaffe, runzlige Triebe | Seit Tagen staubtrocken | Leichter Topf, Erde löst sich vom Rand | Wassermangel | Durchdringend gießen, nach 2 Tagen wiederholen |
Weiche, matschige Triebe | Nass oder feucht | Basis der Triebe dunkel/matschig; Pflanze wackelt im Topf | Wurzelfäule | Austopfen, faule Wurzeln abschneiden, in frisches, trockenes Substrat setzen, 1 Woche nicht gießen |
Rötliche oder violette Verfärbungen | Beliebig | Nur auf der dem Fenster zugewandten Seite | Zu viel direkte Sonne | Etwas weiter vom Fenster wegrücken oder schattieren |
Triebe werden plötzlich schlaff | Beliebig | Nach plötzlichem Kälteeinbruch unter 10 °C oder direkt im Luftstrom der Klimaanlage | Kälteschock | An einen wärmeren Ort stellen; stark geschädigte Teile wegschneiden |
Knospen fallen vor dem Aufblühen ab | Beliebig | Tritt meist nach dem Umstellen oder Drehen des Topfes auf | Standortwechsel | Zurück an den alten Platz stellen und absolut nicht mehr bewegen |
Glieder fallen an den Gelenken ab | Feucht | Direkt nach der Blütezeit | Wurzelschaden oder Erschöpfung nach der Blüte | Wassergaben überprüfen; erst wieder düngen, wenn neuer Austrieb einsetzt |
Weiße, wattige Punkte in den Blattachseln | Beliebig | Klebrige Sekrete, lassen sich mit Wattestäbchen entfernen | Wollläuse | Mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen abtupfen; wöchentlich wiederholen |
Pflanze wächst nicht und blüht nicht, ist aber fest | Beliebig | Steht seit Jahren im selben Topf | Nährstoffmangel oder kein Platz für Wurzeln | Am Ende des Winters umtopfen und Düngung wieder aufnehmen |
Wenn Ihre Pflanze gesund aussieht, aber einfach keine Blüten ansetzt und keine der Ursachen zutrifft, lesen Sie noch einmal den Abschnitt über die beiden Blühreize: Meistens liegt es am nächtlichen Störlicht.
Auch Blattläuse können frische Triebe und Knospen befallen. Wenn Sie grüne oder schwarze Schädlinge an den Spitzen entdecken, behandeln Sie diese wie bei jeder anderen Zimmerpflanze auch — lesen Sie dazu unseren Artikel Blattläuse auf Zimmerpflanzen bekämpfen.
Schneiden und Vermehren: Ein Handgriff für beides
Ein Weihnachtskaktus benötigt keinen klassischen Rückschnitt. Im Laufe der Jahre entwickelt er sich zu einer stattlichen, hängenden Pflanze. Ein Schnitt macht jedoch aus einem anderen Grund Sinn: Blüten entstehen immer nur an den Spitzen der Glieder. Je mehr Triebspitzen die Pflanze hat, desto reicher fällt die Blüte aus.
Der Schnitt zur Förderung der Verzweigung ist denkbar einfach: Drehen Sie im Frühjahr, kurz nach dem Ende der Blütezeit, ein oder zwei Endglieder der längsten Triebe ab. An der Bruchstelle treiben in der Regel zwei neue Glieder aus. Bei sehr alten, verholzten Pflanzen können Sie auch ganze Triebe direkt an den Gelenken entfernen — schneiden Sie die Glieder jedoch niemals in der Mitte durch, da dies unschöne Wunden hinterlässt (RHS).
Das Beste daran: Aus den abgeschnittenen Teilen lassen sich spielend leicht neue Pflanzen ziehen. Das Frühjahr nach der Blüte ist dafür der perfekte Zeitpunkt.
Drehen Sie einen Trieb mit 2 bis 3 Gliedern vorsichtig an der Verbindungsstelle ab — nicht in der Mitte eines Gliedes abschneiden.
Lassen Sie die Stecklinge 1 bis 2 Tage an einem schattigen Ort trocknen, bis die Wunde an der Basis gut versiegelt ist. Das Überspringen dieses Schritts ist die häufigste Ursache für faulende Stecklinge.
Stecken Sie das untere Glied etwa 1 cm tief in ein feuchtes Substratgemisch, sodass der Steckling von alleine steht. In einen kleinen Topf passen problemlos 4 bis 6 Stecklinge nebeneinander.
Stellen Sie den Topf an einen hellen Ort ohne direkte Sonne bei Temperaturen zwischen 18 °C und 24 °C. Halten Sie die Erde nur ganz leicht feucht und besprühen Sie die Stecklinge gelegentlich mit Wasser.
Die Bewurzelung dauert meist zwischen 3 und 12 Wochen (RHS). Wenn Sie vorsichtig am Steckling ziehen und ein leichter Widerstand zu spüren ist, haben sich die ersten Wurzeln gebildet.
Häufig gestellte Fragen
Ist Kaffeesatz gut für den Weihnachtskaktus?
Dafür gibt es keine Belege, dafür aber ein echtes Risiko. Kaffeesatz auf der Erdoberfläche neigt zum Schimmeln und hält die Feuchtigkeit genau dort, wo diese Epiphyte sie am wenigsten verträgt: direkt am Wurzelhals. Wenn Sie Kaffee nutzen möchten, geben Sie ihn lieber auf den Kompost und nutzen Sie die fertige Komposterde.
Wie alt kann ein Weihnachtskaktus werden?
Jahrzehnte. Er gehört zu den langlebigsten Zimmerpflanzen überhaupt. Es ist keine Seltenheit, dass Prachtexemplare innerhalb von Familien über Generationen weitervererbt werden. Je älter und verzweigter die Pflanze wird, desto spektakulärer fällt die jährliche Blüte aus.
Ist der Weihnachtskaktus giftig für Hunde und Katzen?
Nein. Die ASPCA listet Schlumbergera ausdrücklich als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde. Dennoch sollten Sie darauf achten, dass Haustiere nicht an den Gliedern knabbern, da die Pflanzenteile im Magen zu leichten Reizungen führen können — das gilt für alle gängigen Feiertagskakteen.
Warum wirft der Weihnachtskaktus seine Knospen ab?
Das liegt fast immer an einer plötzlichen Veränderung der Umgebung nach der Knospenbildung. Zu den häufigsten Auslösern gehören das Drehen oder Umstellen des Topfes, kalte oder warme Zugluft sowie ein plötzliches Austrocknen oder Übernässen des Ballens während der Knospenphase.
Wie lange dauert die Blütezeit?
Die gesamte Blütephase erstreckt sich meist über vier bis sechs Wochen, da sich die Knospen nacheinander in Wellen öffnen. Die einzelne Blüte hält zwar nur wenige Tage, aber durch das Entfernen verblühter Blüten spart die Pflanze Kraft für die verbleibenden Knospen.
Darf der Weihnachtskaktus in die Sonne?
Milde Morgensonne für bis zu zwei Stunden ist kein Problem. Die intensive Mittags- und Nachmittagssonne verträgt er hingegen nicht: Die Glieder verfärben sich rötlich und die Pflanze stellt das Wachstum ein. Im Zweifelsfall ist ein heller, halbschattiger Platz immer die sicherere Wahl.
Zusammenfassung
Wenn Ihr Weihnachtskaktus gesund glänzt, aber einfach keine Blüten ansetzt, liegt das meist nicht am Dünger, sondern am Timing.
Der nächste Schritt dauert nur zehn Sekunden: Werfen Sie einen genauen Blick auf die Glieder Ihrer Pflanze. Spitze Zähne bedeuten Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata), was bedeutet, dass Ihre Vorbereitungszeit im Spätsommer beginnt. Abgerundete Ränder deuten auf andere Arten mit leicht verschobenem Zeitplan hin.
Wenn Sie sich bei der Bestimmung unsicher sind oder vermuten, dass sich Schädlinge an den Trieben breitgemacht haben, hilft Ihnen die Bloom-App. Machen Sie einfach ein Foto, um die Pflanze bestimmen zu lassen oder eine schnelle Schadbild-Analyse zu erhalten. Verfügbar für iPhone und iPad.
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