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Weihnachtskaktus zum Blühen bringen: Die 2 Auslöser und wie du sie nutzt

Wenn der Weihnachtskaktus nicht blüht, liegt das meist am fehlenden Impuls, nicht an mangelnder Pflege. Es gibt zwei unabhängige Auslöser für die Knospenbildung. Dieser Leitfaden zeigt, welcher Impuls für deine Pflanze der richtige ist, wie du das mit einem Thermometer prüfst und warum Knospen oft kurz vor dem Aufblühen abfallen.

von Bloom 14 Min. Lesezeit
Weihnachtskaktus zum Blühen bringen: Die 2 Auslöser und wie du sie nutzt

Damit dein Weihnachtskaktus Blüten ansetzt, gibt es zwei entscheidende Reize. Die Pflanze braucht entweder 12 bis 14 Stunden ununterbrochene Dunkelheit pro Nacht oder nächtliche Temperaturen zwischen 10 °C und 15 °C. Wenn du nur einen dieser beiden Faktoren über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen konsequent einhältst, reicht das völlig aus, damit sich Knospen bilden. Dünger oder ein neuer Topf spielen hier keine Rolle, entscheidend sind allein der Kalender und das Thermometer.

Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du deinen Weihnachtskaktus gezielt zum Blühen bringst. Er hilft dir in zwei typischen Fällen weiter: Wenn du eine kräftige, grüne Pflanze hast, die noch nie geblüht hat, oder wenn sich zwar Knospen gebildet haben, diese aber abgefallen sind, bevor sie sich öffnen konnten. Das sind zwei unterschiedliche Probleme mit verschiedenen Ursachen, die wir in den jeweiligen Abschnitten genau erklären.

Die allgemeine Pflege der Pflanze, wie Licht, Topf, Rückschnitt und Stecklinge, findest du im Pflegeleitfaden für die Flor-de-Maio. Hier geht es ausschließlich um die Blüte.

Schnellübersicht:

  • Die beiden Auslöser funktionieren unabhängig voneinander. Bei nächtlichen Temperaturen von 10 °C bis 15 °C bilden sich auch ganz ohne zusätzliche Dunkelphase Knospen. Die Dunkelperiode von 12 bis 14 Stunden ist nur dann nötig, wenn die Temperaturen nachts zwischen 16 °C und 21 °C liegen.

  • Bei nächtlichen Temperaturen von über 21 °C hilft selbst die Dunkelphase kaum noch, da die Pflanze dann noch längere Dunkelzeiten benötigt und generell sehr schlecht auf den Blühreiz reagiert.

  • Vom ersten Kältereiz oder der Verdunkelung bis zur sichtbaren Knospe dauert es etwa 4 Wochen. Bis sich die Blüte schließlich öffnet, vergehen insgesamt 6 bis 8 Wochen. Diese beiden Zeitspannen werden im Netz oft verwechselt, obwohl sie zwei völlig verschiedene Phasen beschreiben.

  • Im Südosten und Süden von Brasilien treten die beiden Reize zwischen April und Juni auf natürliche Weise auf. Der Name der Pflanze leitet sich von dieser Jahreszeit ab.

  • Wenn die Knospen abfallen, liegt das Problem woanders. Meist ist ein Standortwechsel nach der Knospenbildung die Ursache. Die Lösung besteht darin, die Pflanze absolut in Ruhe zu lassen, statt die Pflege zu verändern.

Die zwei Auslöser und warum ein einziger schon reicht

Der Weihnachtskaktus ist eine Kurztagspflanze. Er wächst während der langen Tage und bildet Blüten, wenn die Nächte länger werden. Die Extension der Iowa State University bestätigt dies in einem im Dezember 2024 aktualisierten Text.

Die Länge der Nacht ist jedoch nicht der einzige Sensor der Pflanze. Der Chicago Botanic Garden bezeichnet die Reaktion der Art als thermo-photoperiodisch: Sie reagiert auf zwei Variablen, und es reicht aus, wenn eine davon den richtigen Bereich erreicht.

Die Temperatur nachts am Standort der Pflanze

Was die Pflanze braucht

Warum das so ist

10 °C bis 15 °C

Keine besonderen Maßnahmen

Die kühle Temperatur allein löst die Knospenbildung aus, völlig unabhängig davon, wie viel Licht die Pflanze tagsüber bekommt

16 °C a 21 °C

12 bis 14 Stunden ununterbrochene Dunkelheit pro Nacht

In diesem Temperaturbereich reicht die Kühle als Signal nicht aus, sodass die Pflanze beginnt, die Stunden der Dunkelheit zu zählen

über 21 °C

15 Stunden Dunkelheit, wobei das Ergebnis dennoch sehr unzuverlässig bleibt

Warme Nächte stören die Knospenbildung erheblich, und bei über 21 °C kann die Blüte komplett ausbleiben (Iowa State University)

Die Grenze zwischen den ersten beiden Temperaturbereichen ist nicht starr, da die verschiedenen Quellen auf unterschiedlichen Messungen basieren. Der Chicago Botanic Garden hat nachgewiesen, dass der Kältereiz ganz ohne Dunkelphase im Bereich von 10 °C bis 13 °C funktioniert. Der erweiterte Bereich bis 15 °C stammt aus Publikationen der University of Wisconsin, die diesen Effekt in Kombination mit den ohnehin länger werdenden Herbstnächten beschreibt.

In der Praxis zu Hause läuft es auf das Gleiche hinaus, da kühles Herbstwetter und längere Nächte Hand in Hand gehen. Falls deine Pflanze in einem klimatisierten Raum steht, solltest du dich an den 13 °C als Richtwert orientieren.

Die Referenzzahl für die Dunkelheit beträgt 13 Stunden. Dies wurde vom Chicago Botanic Garden und dem Pflanzeninformationsdienst des New York Botanical Garden gemessen.

Die Spanne von 12 bis 14 Stunden ergibt sich daraus, dass verschiedene Züchtungen leicht unterschiedlich reagieren. Mit 13 Stunden liegst du im idealen Bereich, 12 Stunden sind das absolute Minimum und 14 Stunden bieten eine sichere Reserve.

Wenn dein Weihnachtskaktus die Nacht auf einem kühlen, geschützten Balkon verbringt, musst du nichts weiter tun, da der Kältereiz bereits aktiv ist. Steht er dagegen im Wohnzimmer bei konstant 23 °C und brennt die Leselampe direkt daneben bis Mitternacht, bleibt jeder Reiz aus. Die Pflanze wird zwar kräftig wachsen, aber über Jahre hinweg keine einzige Blüte zeigen. Dieser Unterschied erklärt, warum die Pflanze bei manchen Menschen wie von selbst blüht, während andere trotz intensiver Pflege keinen Erfolg haben.

Ein wichtiger Hinweis für beide Szenarien: Unter 10 °C beginnt die Pflanze zu leiden. Sie stammt ursprünglich aus nebligen Bergwäldern und verträgt keinen Frost.

"Absolute Dunkelheit" ist wörtlich gemeint: Welches Licht die Blüte verhindert

Ununterbrochene Dunkelheit bedeutet wirklich absolutes Schwarz. Fast jeder Ratgeber nutzt diesen Begriff, doch kaum einer erklärt, was das in der Praxis bedeutet. Die Experten der Iowa State University werden hier sehr deutlich: Der Weihnachtskaktus blüht nicht richtig, wenn er im Herbst nachts künstlichem Licht ausgesetzt ist. Schon eine halbe Stunde Licht durch eine Nachttischlampe mitten in der Nacht setzt den inneren Timer der Pflanze wieder auf null zurück.

Typische Lichtquellen, die nachts oft übersehen werden:

  • Das Licht aus dem Wohnzimmer, das durch einen Türspalt in den Flur oder das Zimmer mit der Pflanze fällt.

  • Ein laufender Fernseher im selben Raum.

  • Das Scheinwerferlicht von Straßenlaternen, das durch ein Fenster ohne Vorhang dringt.

  • Das Licht im Badezimmer, das nachts kurz eingeschaltet wird, wenn die Pflanze im angrenzenden Flur steht.

Es gibt drei einfache und praktische Lösungen für dieses Problem: Ein ungenutztes Zimmer, das nachts dunkel bleibt, das Hinstellen in einen Schrank oder das Überstülpen eines großen Kartons. Wenn du die Pflanze in den Schrank stellst, musst du sie morgens natürlich wieder ans Tageslicht holen. Falls du einen Karton oder eine dunkle Abdeckung nutzt, darfst du diese nicht luftdicht verschließen, da die Pflanze atmen muss und sich unter einer geschlossenen Haube in warmen Nächten schnell Hitze staut.

Die Dunkelheit wird nur für die Nacht benötigt. Tagsüber braucht die Pflanze wie gewohnt sehr helles, indirektes Licht, da sie aus diesem Licht die nötige Energie für die spätere Blütenpracht zieht.

In welchem Monat du mit der Vorbereitung starten solltest

Bevor du die Pflanze nachts verdunkelst, solltest du die Temperatur am Standort messen. Stelle ein Thermometer direkt neben den Topf und lies den Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen morgens um 6:00 Uhr ab.

Wenn es 15 °C oder weniger anzeigt, ist die Kälte bereits dein Auslöser und du brauchst keine künstliche Dunkelheit. Wenn es zwischen 16 °C und 21 °C anzeigt, brauchst du die Dunkelheit. Wenn es über 21 °C anzeigt, stelle die Pflanze an den kühlsten Ort im Haus, bevor du irgendetwas anderes versuchst.

Was auf Englisch über diese Pflanze geschrieben wird, geht vom Dezember aus, da sie auf der Nordhalbkugel als Weihnachtskaktus verkauft wird. In Brasilien findet derselbe Mechanismus sechs Monate früher statt.

Wo

Wann starten

Wann sich die Blüten öffnen

Ist eine künstliche Verdunkelung nötig?

Südosten und Süden

Ende März bis April

Mai bis Juni

Fast nie. Die Nacht überschreitet ab der Tag-und-Nacht-Gleiche im März 12 Stunden und erreicht im Juni fast 13 Stunden, und die Temperaturen in den frühen Morgenstunden im April fallen bereits unter 21 °C

Norden und Nordosten

März

Mai

Ja. In der Nähe des Äquators dauert die Nacht das ganze Jahr über etwa 12 Stunden und es kühlt nicht ab, sodass der Schrank der einzige Weg ist

Im Haus (mit Klimaanlage oder Heizung)

Jederzeit nach Wunsch

6 bis 8 weeks später

Ja, da ein konstant klimatisiertes Raumklima beide natürlichen Reize gleichzeitig ausschaltet

Europa und die Vereinigten Staaten

Ende September bis Oktober

November bis Dezember

Abhängig von der Raumtemperatur im Haus

Die Rechnung bleibt für jeden Standort gleich: Wähle den Wunschtermin für die Blüte und ziehe von diesem Datum genau 7 Wochen ab. Das ist der Startzeitpunkt für die Behandlung.

4, 6 oder 8 Wochen? Die verschiedenen Zeitspannen erklärt

Wenn du recherchierst, wirst du auf Fristen stoßen, die sich scheinbar widersprechen. Der Gartenbau-Bereich der University of Wisconsin spricht von etwa 4 Wochen Kurztagbehandlung. Der Chicago Botanic Garden empfiehlt, von dem gewünschten Datum 8 Wochen zurückzurechnen. Andere Quellen nennen 5 oder 6 Wochen.

Diese Angaben beziehen sich einfach auf unterschiedliche Phasen der Entwicklung:

  • Woche 0: Der Reiz (Kälte, Dunkelheit oder beides) beginnt.

  • Etwa Woche 4: Die ersten winzigen Knospen, kaum größer als ein Stecknadelkopf, zeigen sich an den Spitzen der Glieder. Ab diesem Zeitpunkt kann die gezielte Verdunkelung beendet werden.

  • Woche 6 bis 8: Die Knospen entwickeln sich vollends und die ersten Blüten öffnen sich schließlich.

Zusammenfassend lässt sich sagen: 4 Wochen ist die Zeitspanne, bis die ersten Knospen sichtbar werden, während es 6 bis 8 Wochen dauert, bis sich die Blüten tatsächlich öffnen. Wer in Woche 5 ungeduldig aufgibt, weil noch keine Blüten zu sehen sind, bricht die Behandlung oft fälschlicherweise ab. Und auch das Gegenteil ist suboptimal: Wer die Pflanze nach dem Erscheinen der ersten Knospen weiterhin im dunklen Schrank einsperrt, schadet der weiteren Entwicklung.

Sobald sich die ersten Blüten geöffnet haben, zieht sich die gesamte Blütezeit über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen hin, wobei jede einzelne Blüte etwa 6 bis 9 Tage hält (Chicago Botanic Garden). Ein kühlerer Standort verlängert diese Phase, während warme Heizungsluft sie deutlich verkürzt.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nutze diese Methode nur, wenn die Temperaturmessung ergeben hat, dass die natürlichen Reize an deinem Standort nicht ausreichen. Eine Pflanze, die ohnehin auf einem kühlen Balkon steht, profitiert nicht von einer zusätzlichen Schrankbehandlung.

  1. Bestimme den gewünschten Blühtermin und gehe im Kalender 7 Wochen zurück. Das ist deine Woche 0.

  2. Sorge ab Woche 0 bis zum Erscheinen der ersten Knospen für täglich 13 Stunden absolute Dunkelheit. In der Praxis bedeutet das: Bring die Pflanze von 18:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens in den Schrank oder ein ungenutztes, dunkles Zimmer und stelle sie tagsüber wieder an ihren gewohnten, hellen Fensterplatz.

  3. Reduziere in dieser Phase die Wassergaben. Lass die obere Hälfte des Substrats gut abtrocknen, bevor du erneut gießt, statt wie sonst üblich nur die obersten Zentimeter zu prüfen. Die Erde darf jedoch niemals völlig austrocknen.

  4. Verzichte komplett auf Dünger. Zusätzliche Nährstoffe regen die Pflanze in dieser Phase nur dazu an, neue grüne Glieder statt Knospen zu bilden.

  5. Sobald sich die allerersten Knospen zeigen, gießt du wieder ganz normal. Das ist der wichtigste Schritt, den fast jeder Ratgeber übersieht. Die Wassergaben zu knapp zu halten, wenn sich bereits Knospen gebildet haben, ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass die Knospen kurz vor dem Aufblühen abgeworfen werden.

  6. Stelle die Pflanze an ihren endgültigen Platz und bewege sie ab jetzt nicht mehr. Drehe den Topf nicht und verändere den Standort nicht einmal minimal.

Bei Schritt 6 entscheidet sich oft der Erfolg. Wer ständig den Topf bewegt, um den Fortschritt der Knospen zu prüfen, riskiert, dass die Pflanze die fast fertigen Blüten abwirft.

Knospen gebildet und dann abgeworfen: Die 6 häufigsten Ursachen

Ein Großteil derjenigen, die nach einer Anleitung suchen, wie man den Weihnachtskaktus zum Blühen bringt, hat bereits Knospen erzielt. Das Problem ist, dass diese abfallen. Die allgemeine Regel, die von der Extension der Iowa State dokumentiert wurde, ist einfach: Bewege die Pflanze während der Knospenbildung nicht. Sie darf erst an einen anderen Ort gestellt werden, wenn sich die erste Blüte öffnet.

Die Knospen des Weihnachtskaktus richten sich während des Wachstums sehr stark nach der Lichtrichtung aus. Verändert sich der Lichteinfall durch Drehen oder Umstellen, wirft die Pflanze die Knospen ab, die plötzlich im falschen Winkel zum Licht stehen, da sich die Anpassung energetisch nicht mehr lohnt.

Auf die Erde des Topfes und in den Untersetzer abgefallene Knospen des Weihnachtskaktus, mit der hellen Narbe an der Spitze des Triebglieds
Abgeworfene Knospen fallen meist unbeschädigt ab, wobei die Ansatzstelle schnell vertrocknet. An der Spitze des Triebglieds, an dem die Knospe saß, bleibt eine helle, saubere Narbe zurück.

Was vor dem Abfallen passiert ist

Symptome zur Bestätigung

Ursache

Was jetzt zu tun ist

Du hast den Topf in ein anderes Zimmer gestellt oder ihn gedreht

Die Knospen fallen innerhalb von 2 bis 5 Tagen nach der Veränderung ab

Veränderter Lichteinfall (Reorientierung)

Stelle die Pflanze sofort an den ursprünglichen Platz zurück. Markiere die Lichtseite des Topfes und drehe ihn nicht mehr

Die Pflanze stand in der Nähe einer Heizung, einer Klimaanlage oder im Zugwind einer Tür

Der Knospenverlust tritt vor allem auf der dem Luftzug zugewandten Seite auf

Warmer oder kalter Luftzug

Halte einen Mindestabstand von 1 Meter zu solchen Luftquellen ein

Das Gießen wurde über viele Tage hinweg komplett vergessen

Die Erde zieht sich vom Topfrand zurück, der Topf ist extrem leicht, die Glieder wirken schlaff

Völliges Austrocknen des Substrats bei bestehendem Knospenansatz

Gieße die Pflanze durchdringend, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft, und passe das Gießverhalten wieder an

Es wurde besonders viel gegossen, um der Pflanze beim Blühen zu "helfen"

Die Erde ist dauerhaft nass, Wasser steht im Untersetzer, die Basis der Triebe fühlt sich weich an

Staunässe und Wurzelfäule

Stelle das Gießen sofort ein, bis die oberen Zentimeter der Erde abgetrocknet sind, und leere den Untersetzer gründlich

Die Pflanze wurde bereits mit Knospen im Laden gekauft und hat diese innerhalb einer Woche verloren

Der Abfall passierte direkt nach dem Kauf an einem sehr kalten oder heißen Tag

Temperaturschock beim Transport

Aktuell lässt sich das nicht beheben. Schütze die Pflanze beim nächsten Kauf auf dem Heimweg besser vor extremen Temperaturen

Keine der Ursachen trifft zu, und die Pflanze zeigt keinerlei neues Wachstum

Schlaffe, schrumpelige Glieder trotz feuchter Erde; das Substrat trocknet nach dem Gießen tagelang nicht ab

Abgestorbene oder verfaulte Wurzeln

Austopfen und die Wurzel kontrollieren. Die University of Wisconsin listet den Knospenabwurf als eines der ersten Anzeichen für eine geschädigte Wurzel auf.

Wenn die Wurzeln absterben, sieht die Pflanze oft noch wochenlang stabil aus, da die fleischigen Glieder viel Wasser speichern können. Sie stellt die Versorgung der Knospen jedoch sofort ein, noch bevor andere sichtbare Schäden auftreten. Erde, die nach dem Gießen ungewöhnlich lange nass bleibt, ist ein deutlicher Warnhinweis: Ohne aktive Wurzeln wird dem Substrat kein Wasser mehr entzogen. Das ausführliche Schadbild findest du in unserem Ratgeber Symptome beim Weihnachtskaktus richtig deuten.

Verwechslungsgefahr: Die verschiedenen Arten bestimmen den Zeitplan

Drei sehr ähnliche Kakteenarten werden im Handel oft unter falschem Namen verkauft, obwohl sie zu völlig unterschiedlichen Zeiten blühen. Wenn du dich am falschen Kalender orientierst, schlägt die gesamte Vorbereitung fehl.

Die Arten lassen sich nicht anhand der Blüten, sondern am einfachsten an den Rändern der einzelnen Triebglieder unterscheiden. Nimm ein Glied der Pflanze genauer unter die Lupe.

Form des Gliedrandes

Art der Pflanze

Wann er in Brasilien blüht

Spitze, nach vorne gerichtete Zähne

Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata)

Herbst, von April bis Juni

Abgerundete, wellige Ränder ohne spitze Zähne

Echter Weihnachtskaktus (Schlumbergera × buckleyi)

Mitte bis Ende des Winters

Glatte, fast gerade Ränder mit feinen Härchen an der Spitze

Osterkaktus (Rhipsalidopsis gaertneri)

Frühling, von September bis November

Die erste Zeile der Tabelle ist die einheimische Art: Von ihr stammt der Kalender dieser Anleitung. Die Schlumbergera truncata wächst in den Bergen von Rio de Janeiro in einer Höhe zwischen 700 und 1.000 Metern, auf Ästen und Steinen des Atlantischen Regenswaldes (Mata Atlântica). Sie blüht dort im Herbst (BioDiversity4All). Es ist die Art, die als flor-de-maio verkauft wird.

Die Unterscheidung zwischen den beiden Schlumbergera-Arten anhand des Segmentrandes ist dieselbe, die auch von der University of Wisconsin Extension verwendet wird. Diese Quelle hält ebenfalls fest, dass die Hybriden zwischen den beiden zu dazwischenliegenden Terminen blühen. Das erklärt die Pflanze, die hartnäckig „außer der Reihe“ blüht: Sie könnte eine Hybride sein. In diesem Fall folgt sie dem Kalender der Hybride selbst und nicht dem der Tabelle.

Die richtige Art zu kennen, ändert deinen Zeitplan, nicht nur den Namen der Pflanze. Zähle die 6 bis 8 Wochen der Stimulation ab der Blütezeit deiner Art, nicht ab Mai.

Detail der Ränder eines Triebglieds beim Weihnachtskaktus mit spitzen, nach vorne gerichteten Zähnen
Spitze, nach vorne gerichtete Zähne sind typisch für den Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata). Abgerundete, wellige Ränder weisen auf den echten Weihnachtskaktus hin, der einen anderen Blührhythmus hat.

Wenn die Gliederränder keine eindeutige Bestimmung zulassen – was gerade bei jungen Pflanzen häufig vorkommt –, hilft dir Bloom weiter. Die App identifiziert die genaue Art einfach anhand eines Fotos der Triebe, liefert die passenden Pflegeanleitungen und ist für iPhone und iPad verfügbar.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft im Jahr blüht ein Weihnachtskaktus?

Normalerweise blüht er einmal im Jahr im Spätherbst. Eine zweite, meist etwas schwächere Blüte im Frühjahr kann bei älteren, optimal nährstoffversorgten Pflanzen vorkommen. Dies beobachtet man häufig bei Exemplaren, die ganzjährig auf einem geschützten Balkon stehen, wo sie natürlichen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Jüngere Pflanzen mit wenigen Triebspitzen blühen in der Regel nur einmal.

Die Pflanze hat Knospen gebildet, aber sie öffnen sich nicht. Woran liegt das?

Meistens ist es einfach eine Frage der Zeit: Vom ersten Sichtbarwerden der Knospe bis zur offenen Blüte vergehen oft 2 bis 4 Wochen. Wenn die Knospen im Wachstum stagnieren und eintrocknen, liegt das meist an zu hohen Temperaturen über 21 °C oder unregelmäßigem Gießen. Knospen an einem kühlen, zugfreien Standort entwickeln sich meist normal weiter; werden sie an der Basis gelb, hat die Pflanze sie bereits abgestoßen.

Gibt es einen speziellen Dünger, der die Blüte fördert?

Nein. Der Impuls zur Blütenbildung wird ausschließlich durch Licht und Temperatur gesteuert, nicht durch Nährstoffe. Kein Dünger der Welt kann den Kälte- oder Dunkelreiz ersetzen. Ein stickstoffbetonter Dünger zur falschen Zeit bewirkt sogar das Gegenteil: Die Pflanze treibt neue grüne Glieder aus, statt Knospen anzusetzen. Das Düngen sollte etwa einen Monat vor dem geplanten Beginn des Blühreizes komplett eingestellt werden.

Was mache ich mit der Pflanze, wenn sie verblüht ist?

Kehre zum normalen Gießverhalten zurück und beginne wieder mit mäßigen Düngergaben, sobald sich neues Wachstum zeigt. Wenn du im nächsten Jahr mehr Blüten möchtest, kannst du die Triebe im Frühjahr um 1 bis 2 Glieder einkürzen. Da Blüten ausschließlich an den Enden der Triebglieder entstehen, führt jeder Rückschnitt, der zu einer Verzweigung führt, im Folgejahr zu einer größeren Blütenfülle.

Kann man den Weihnachtskaktus auch außerhalb der Saison zum Blühen bringen?

Ja, das ist möglich und genau die Methode, mit der Gärtnereien die Pflanzen pünktlich zum Verkauf in voller Blüte präsentieren. Die University of Wisconsin beschreibt diesen Prozess: Durch die gezielte Steuerung der Licht- und Dunkelphasen mittels Kunstlicht und lichtdichten Abdeckungen lässt sich die Blüte in fast jedem Monat des Jahres initiieren. Zu Hause ist das Prinzip identisch, das Ergebnis jedoch oft weniger präzise, da jede Sorte leicht unterschiedlich schnell reagiert.

Fazit

Wenn dein Weihnachtskaktus kräftig grün dasteht, aber keine Knospen ansetzt, hilft kein zusätzlicher Dünger. Greife stattdessen zum Thermometer. Drei Messungen der nächtlichen Temperatur um 6:00 Uhr morgens zeigen dir sofort, welche Bedingungen an deinem Standort herrschen und ob du mit einer gezielten Verdunkelung nachhelfen musst.

Und falls sich bereits Knospen gebildet haben, ist der schwierigste Teil bereits geschafft. Ab jetzt gilt: Lass die Pflanze einfach in Ruhe. Drehe den Topf nicht mehr, verändere den Standort nicht und passe das Gießen erst an, wenn die Knospen voll entwickelt sind.

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