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Weihnachtsstern verliert Blätter: 6 Ursachen und was jetzt hilft

Bevor du zur Gießkanne greifst, finde die echte Ursache heraus. Die Plastikfolie um den Topf löst eine chemische Kettenreaktion aus, und der darauffolgende Pflegefehler gibt der Pflanze oft den Rest.

von Bloom 13 Min. Lesezeit
Weihnachtsstern verliert Blätter: 6 Ursachen und was jetzt hilft

Wenn ein Weihnachtsstern Blätter abwirft, liegt das selten an Wassermangel. Der impulsive Griff zur Gießkanne bringt ihn meist erst recht um. Sechs Ursachen lösen genau dieses Schadbild aus. Du unterscheidest sie anhand von drei Merkmalen: welche Blätter fallen, wie schnell der Abwurf passiert und wie sich die Erde anfühlt.

Du hast dir einen roten Weihnachtsstern geholt oder geschenkt bekommen, und nach wenigen Tagen liegen die ersten Blätter auf dem Boden. Die Internetsuche stiftet mehr Verwirrung als Klarheit. Wer sich mit Zimmerpflanzen nicht auskennt, steht ratlos davor.

Oft springt der eigentliche Auslöser direkt ins Auge: die enge Plastikfolie um den Kulturtopf. Nimm diese Verpackung sofort ab, bevor du irgendetwas anderes unternimmst.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schlaffe Blätter und hängende Blätter sind nicht dasselbe. Stand die Pflanze in Folie, krümmen sich die Blattstiele nach unten. Das Blatt selbst bleibt fest und grün. Dieses Phänomen nennt sich Epinastie. Es sieht aus wie Durst, aber zusätzliches Gießen lässt die Wurzeln jetzt ersticken.

  • Verpackungen stauen Ethylengas. Ethylen ist das Pflanzenhormon, das für den Blattabwurf zuständig ist. Nach oben gebogene Blattstiele in der engen Hülle produzieren 3- bis 70-mal mehr von diesem Gas als frei stehende Triebe (Saltveit, Pharr und Larson, 1979).

  • Die brasilianische Hitze verschlimmert das Problem der Verpackung. Der Beratungsdienst der University of Massachusetts warnt davor, dass der Schaden größer ausfällt, wenn die Pflanze bei über 18 °C verpackt bleibt. Ein brasilianischer Dezember erreicht 30 °C, sodass die Verpackung in Brasilien bereits ab dem Verkaufsregal gegen die Pflanze arbeitet.

  • Er treibt wieder aus. Hat der Weihnachtsstern seine Blätter durch Stress verloren, wachsen innerhalb von 3 bis 6 Wochen neue Triebe nach, sofern die Wurzeln gesund sind. Nimm den Wurzelballen vorsichtig aus dem Topf, um ihre Farbe zu prüfen.

Welche der 6 Ursachen trifft zu?

Stecke deinen Finger 2 cm tief in die Erde, bevor du auf die Tabelle blickst. Ohne diesen Test lassen sich drei der Auslöser nicht auseinanderhalten.

Symptom

Zustand der Erde

Zeitfenster

Wahrscheinliche Ursache

Sofortmaßnahme

Blätter nach unten gebogen, aber fest und grün; Blattstiele gekrümmt

Feucht oder normal

Stunden nach dem Auspacken oder schon im Laden

Epinastie: Ethylenstau durch die Folie

Folie entfernen, an einen hellen Platz bei 18–24 °C stellen und nicht gießen. Erholt sich in wenigen Tagen

Untere Blätter werden gelb und fallen ab; Stängelansatz weich; modriger Geruch

Klatschnass, oft mit Wasserstau im Übertopf oder in der Folie

1 bis 3 Wochen

Wurzelfäule

Gießen komplett einstellen. Wurzelcheck machen. In frische, durchlässige Erde und einen Topf mit Abzug umtopfen

Blätter hängen schlaff, Ränder trocken und brüchig, fallen dann ab

Trocken ab 2 cm Tiefe, Topf auffallend leicht

2 bis 4 Tage

Wassermangel

Gründlich wässern, bis Wasser unten abläuft. Erholt sich innerhalb weniger Stunden

Plötzlicher Laubabwurf, fast alle Blätter auf einmal, noch im grünen Zustand

Egal

1 bis 3 Tage nach einem Standortwechsel

Temperaturschock: Auto in der Sonne, Klimaanlage, Zugluft

Einen geschützten, konstanten Platz wählen und dort belassen. Der Neuaustrieb braucht ein paar Wochen

Klebrige Blattoberflächen, weiße Punkte oder Mini-Fliegen beim Schütteln, Gespinste

Egal

Schleichend über mehrere Wochen

Schädlingsbefall: Weiße Fliege, Spinnmilben oder Wollläuse

Pflanze gründlich abduschen, Blattunterseiten reinigen, 3 Wochen lang gezielt behandeln

Langsamer Blattverlust nach Verblassen der roten Hochblätter, Triebe strecken sich

Normal

Einige Wochen nach der Blütezeit

Natürliche Ruhephase

Kein Notfall. Richtiger Zeitpunkt für den Rückschnitt

Wenn du trotz der Tabelle zwischen zwei Ursachen schwankst, hilft dir unsere systematische Pflanzendiagnose artspezifisch weiter. Wenn sich die Blätter vor dem Fallen gelb färben, lies hier nach, warum Pflanzen gelbe Blätter bekommen.

Was die Plastikhülle mit der Pflanze anstellt

Ob Zellophan, bunte Geschenkfolie oder Stanniol: Die Hülle um den Blumentopf staut nicht nur Gießwasser am Boden, sondern stößt eine chemische Kettenreaktion an, die direkt zum Blattabwurf führt.

Die Verpackung presst die Triebe zusammen und drückt die Blätter unnatürlich nach oben. Werden die Blattstiele auf diese Weise verbogen, reagiert die Pflanze mit einer massiven Ausschüttung von Ethylen. Mit genau diesem Phytohormon leitet sie sonst die Fruchtreife oder das Abwerfen überalterter Blätter ein.

Die Messung ist seit 1979 veröffentlicht. Im Labor gebogene Stängel produzierten 3- bis 70-mal mehr Ethylen als die von nicht gestressten Pflanzen. Und die Sorten, deren Blätter sich nach 24 Stunden Verpackung am stärksten krümmten, produzierten auch am meisten von diesem Gas. Beide Zahlen stammen von Saltveit, Pharr und Larson im Journal of the American Society for Horticultural Science (104:452-455, 1979).

Zwei Jahre später testete dasselbe Duo den umgekehrten Weg. Blockiert man die Ethylenproduktion vor dem Verpacken, krümmt sich das Blatt nicht mehr (Saltveit und Larson, JASHS 106(2):156-159, 1981).

Fachleute nennen das Epinastie. In Folie verpackte Pflanzen neigen extrem dazu. Die Symptome verschlimmern sich, je länger die Hülle um den Topf bleibt und sobald die Umgebungstemperatur 18 °C übersteigt.

Die Erholung dauert an einem hellen Standort zwischen 18 °C und 24 °C einige Tage. Sie kann ausbleiben, wenn die Pflanze zu lange verpackt war (UMass Extension Greenhouse Crops and Floriculture, 2016).

Diese 18 °C verändern das Ausmaß des Problems in Brasilien. Der Wert wurde für ein winterliches Lagerhaus auf der Nordhalbkugel festgelegt. Dort wird die Pflanze bei 5 °C verkauft, und die Verpackung erwärmt sich kaum.

In Brasilien wird sie im Dezember bei 30 °C verkauft und steht dann oft noch eine Zeit lang im Auto in der prallen Sonne. Der Zustand, den der Beratungsdienst als erschwerenden Faktor beschreibt, ist die normale Verkaufssituation in Brasilien.

Der eigentliche Schaden entsteht aber meist durch die Verwechslung, zu der Epinastie verleitet: Sie wird extrem leicht mit Trockenstress verwechselt. Man kommt nach Hause, sieht die hängenden Blätter, vermutet Durst und gießt sofort nach.

Die ohnehin nasse Erde im abzugslosen Folienmantel wird komplett ertränkt. Jetzt setzt der wirkliche Blattverlust ein, nicht mehr primär durch Ethylen, sondern weil die Wurzeln faulen. Die Folie erzeugt also zwei Folgeprobleme: Das zweite ist der unüberlegte Rettungsversuch der Besitzer.

So gehst du vor, Schritt für Schritt:

  1. Zieh die Folie heute noch vollständig ab. Nicht bloß lockern oder unten einschneiden: komplett entsorgen.

  2. Schau auf den Boden des Topfes oder Übertopfs. Steht dort Wasser, kipp es sofort weg und trockne alles ab.

  3. Stell die Pflanze ohne Verpackung an einen hellen Ort mit indirektem Licht, zwischen 18 °C und 24 °C. Halte sie fern von Fenstern mit direkter Sonneneinstrahlung und dem Luftstrom von Klimaanlagen.

  4. Gieße nicht blind drauflos. Fühle mit dem Finger nach und wässere erst, wenn die oberen 2 cm Substrat trocken sind.

Überwässerung und Wurzelfäule

Zu viel Nässe ist der häufigste Todesstoß. Das liegt oft schon am Weg der Pflanze zu dir: Im Baumarkt oder Supermarkt wird häufig nach starrem Plan gegossen, ohne den Feuchtigkeitsgehalt der Erde zu prüfen. Sie kommt pitschnass bei dir an, und die Folie verhindert jegliches Ablaufen.

Das Signal, das ein Zuviel von einem Zuwenig unterscheidet, ist die Reihenfolge des Blattfalls. Bei zu viel Nässe vergilben zuerst die unteren Blätter und fallen ab, während die Erde feucht bleibt, und der Stängel wird nahe der Oberfläche weich. Bei Wassermangel welkt das gesamte Blatt, bevor es vergilbt, und die Erde ist trocken. Die Extension der Iowa State University beschreibt beide Fälle genau so, Seite an Seite (Iowa State University Extension and Outreach).

Das ist der entscheidende Unterschied für deine nächsten Handgriffe. Erde nass bei gleichzeitigem Vergilben der unteren Blätter bedeutet Staunässe. Trockene Erde mit schlaff herabhängenden Blättern bedeutet Durst.

Der Wurzeltest schafft in sechzig Sekunden Klarheit:

  1. Kippe den Topf leicht zur Seite und ziehe den Wurzelballen vorsichtig heraus, während du die Pflanze nah am Stängelansatz hältst.

  2. Prüfe Aussehen und Geruch. Gesunde Wurzeln sind hell, fest und riechen angenehm nach Waldboden. Faule Wurzeln sind braun bis schwarz, matschig und verströmen einen fauligen, säuerlichen Geruch.

  3. Entdeckst du verfaulte Stellen, schneide sie mit einer desinfizierten Schere restlos ab. Setze die Pflanze in frisches, lockeres Substrat in einen Topf mit funktionierendem Abzugsloch und gieße die ersten zwei Wochen sehr zurückhaltend.

Wassermangel: Wenn der Weihnachtsstern wirklich durstig ist

Zu wenig Wasser führt ebenfalls zum Blattverlust, ist in der Praxis aber der seltenere Fall. Die meisten pflegen den Weihnachtsstern eher zu nass als zu trocken. Echter Durst tritt meist auf, wenn der Topf sehr klein ist, die Pflanze warm über einer Heizung steht und tagelang niemand nachgesehen hat.

Das Schadbild unterscheidet sich deutlich von Epinastie: Bei Durst ist das Blattgewebe völlig schlaff und kraftlos, der Topf wiegt beim Anheben fast nichts mehr und das Substrat schrumpft oft vom Topfrand weg. Bei Epinastie dagegen bleiben die Blätter fest und sattgrün, sie neigen sich lediglich starr nach unten.

Zwei Töpfe mit Weihnachtsstern nebeneinander; links feste, nach unten zeigende Blätter bei dunkler, feuchter Erde; rechts schlaffe, herabfallende Blätter bei heller, trockener Erde
Links Epinastie: Die Blattstiele biegen sich nach unten, die Blätter bleiben jedoch fest und grün bei feuchter Erde. Rechts echter Wassermangel: Das Laub erschlafft völlig, die Erde ist staubtrocken. Aus der Distanz wirken beide Zustände ähnlich, aber Gießen hilft nur der rechten Pflanze. KI-generiertes Bild.

Bist du unsicher, hebe den Topf kurz an. Ist er federleicht, fehlt Wasser. Fühlt er sich schwer an, liegt das Problem woanders.

Gieße in diesem Fall so lange, bis das Wasser unten aus dem Topf austritt. Schütte das Überschusswasser im Untersetzer nach ein paar Minuten weg. Eine vertrocknete Pflanze erholt sich meist innerhalb weniger Stunden; eine Pflanze mit Epinastie reagiert auf Gießen überhaupt nicht.

Temperaturschock: In Brasilien ist die Hitze das Risiko

Der Weihnachtsstern nimmt unter 10 °C Kälteschaden, und je länger er der Kälte ausgesetzt ist, desto größer ist der Schaden. Die roten Blätter bekommen dunkle Ränder oder einen bläulichen Ton (UMass Extension Greenhouse Crops and Floriculture). In Brasilien tritt diese Kälte im Winter im Süden und in den Bergregionen des Südostens auf. Das passiert nicht mit der Pflanze, die du im Dezember nach Hause gebracht hast, da in Brasilien dann Sommer ist.

Was in einem brasilianischen Dezember temperaturbedingt zum Blattabwurf führt, ist eine andere Liste:

  • Das in der Sonne geparkte Auto. Zwanzig Minuten in einem geschlossenen Kofferraum, noch in der Plastikverpackung, verbinden Hitze und Ethylen auf einmal.

  • Direkte Zugluft von der Klimaanlage. Sie ist der typische Luftzug im brasilianischen Haushalt. Sie trocknet die Pflanze aus und führt genauso zu plötzlichem Blattabwurf wie ein geöffnetes Fenster bei Kälte.

  • Der Wechsel vom Gewächshaus ins Wohnzimmer. Die Pflanze kommt aus einer Umgebung mit konstantem Licht, gleichbleibender Luftfeuchtigkeit und stabiler Temperatur. Jede Wohnung ist eine Verschlechterung, und manche Blätter fallen allein deshalb ab.

Wähle einen geeigneten Platz und lass die Pflanze dort in Ruhe. Weihnachtssterne reagieren extrem empfindlich auf ständiges Umstellen und quittieren jeden Umzug mit Blattabwurf.

Schädlinge: Weiße Fliege, Spinnmilben und Wollläuse

Die Weiße Fliege ist der Blattschädling Nummer eins dieser Art im Erwerbsanbau. Die Beratungsstelle der University of Massachusetts beschreibt sie als den wichtigsten Blattschädling der Art. Diese Beobachtung stammt aus Gewächshäusern im Nordosten der Vereinigten Staaten (UMass Extension Greenhouse and Floriculture). Zu Hause zeigt sich ihr Befall unter anderem durch Blattabwurf.

Schädlinge sind selten die allererste Ursache. Meist befallen sie Pflanzen, die durch Pflegefehler bereits geschwächt sind, und sorgen dafür, dass der Blattverlust kein Ende nimmt.

  • Weiße Fliege. Rund 2 mm kleine Insekten, die bei der kleinsten Berührung der Pflanze wolkenartig auffliegen. Sie sitzen an den Blattunterseiten und hinterlassen klebrigen Honigtau, der untere Blätter und Möbel verschmiert.

  • Spinnmilben. Treten bei trockener Hitze auf. Die Blätter wirken staubig, zeigen gegen das Licht betrachtet helle Pünktchen und, sobald sich die Tiere vermehren, feine Gespinste zwischen Blatt und Stängel. Feine Gespinste und helle Pünktchen zu erkennen, unterscheidet Spinnmilben von einfachem Schmutz.

  • Wollläuse. Watteartige weiße Gespinste oder feste braune Schildchen an den Blattachseln und entlang der Blattadern, ebenfalls begleitet von klebrigem Belag.

Die Erstbehandlung funktioniert bei allen dreien unkompliziert ohne chemische Keule: Brause die gesamte Pflanze in der Dusche gründlich mit lauwarmem Wasser ab, besonders die Blattunterseiten. Sprühe sie danach im Abstand von 7 Tagen dreimal mit Kaliseifenlösung oder Neemöl ein.

Drei Behandlungen sind Pflicht, um auch frisch geschlüpfte Larven zu erwischen. Details dazu findest du in unserer Übersicht zu typischen Zimmerpflanzenschädlingen. Für besonders hartnäckige Fälle lies die Anleitung zur Bekämpfung von Wollläusen.

Kleine schwarze Fliegen, die um den Topf schwirren, aus der Erde aufsteigen und nicht von der Blattunterseite kommen, sind keine Weißen Fliegen und verursachen keinen Blattabwurf. Es sind Trauermücken, ein Zeichen für durchnässte Erde, was den Verdacht auf zu viel Wasser erhärtet.

Ruhephase nach der Blüte: Wenn Laubabwurf normal ist

Die roten Hochblätter verlieren an Leuchtkraft, und die Pflanze trennt sich nach und nach von Teilen ihres Laubs. Ist die Erde weder durchnässt noch von Schädlingen befallen, steckt schlicht die natürliche Vegetationsruhe dahinter. Nach der Blütephase werfen viele Weihnachtssterne einen Großteil der Blätter ab, um später aus den kahlen Ästen neu auszutreiben.

Der Monat der Ruhephase hängt von der Hemisphäre ab. Auf der Nordhalbkugel, aus der die Pflanze stammt (Mexiko und Zentralamerika), blüht sie natürlicherweise im Dezember. Deshalb gilt sie dort als die Weihnachtspflanze, und die Ruhephase folgt direkt danach, zwischen Februar und März.

In Brasilien fällt die natürliche Blütezeit etwa in den Juni. Die Pflanze ist eine Kurztagspflanze: Sie färbt sich erst nach wochenlangen langen Nächten rot. Auf der Südhalbkugel fallen die langen Nächte in den Herbst und Winter, weshalb einer ihrer brasilianischen Trivialnamen Flor-de-São-João lautet.

Der im Dezember gekaufte Topf wurde im Gewächshaus gefärbt, um dem Kalender der Nordhalbkugel zu folgen. Deshalb legt er seine Ruhephase zur gleichen Zeit wie dort ein, zwischen Februar und März. Eine Pflanze, die sich bereits an den brasilianischen Rhythmus angepasst hat, ruht nach der Blütezeit im Juni, zwischen August und September.

Reduziere in dieser Zeit das Gießen spürbar und stelle das Düngen komplett ein. Schneide die Triebe anschließend auf etwa 10 bis 15 cm zurück, sodass an jedem Zweig noch 2 bis 3 Knoten stehen bleiben. Ein Knoten ist die Stelle am Stängel, an der zuvor ein Blatt saß. Trage dabei Handschuhe: Der austretende weiße Milchsaft kann die Haut und besonders die Augen reizen.

Damit der Weihnachtsstern im nächsten Winter wieder rote Hochblätter bildet, benötigt er eine strikte Kurzkultivierung. Eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findest du im Ratgeber zur ganzjährigen Pflege von Weihnachtssternen.

Treibt die Pflanze wieder neu aus?

Er treibt wieder aus, solange die Wurzel lebt. Der Weihnachtsstern ist ein mehrjähriger Strauch: Im brasilianischen Garten wird er über 2 m hoch und lebt jahrelang. Das abgefallene Blatt kehrt nicht an den Zweig zurück, aber der Zweig treibt neu aus.

So sehen die Regenerationsphasen je nach Ursache aus:

  • Epinastie durch Folie: Die Besserung tritt nach 2 bis 5 Tagen ein. Feste Blätter richten sich wieder waagerecht aus. Bereits abgefallenes Laub ist verloren.

  • Temperaturschock oder Zugluft: Der akute Blattverlust stoppt nach rund einer Woche; erste frische Blattaustriebe zeigen sich nach 3 bis 6 Wochen.

  • Wurzelfäule nach Schnitt und Umtopfen: Benötigt 4 bis 8 Wochen. Im ersten Monat tut sich über der Erde oft gar nichts.

  • Schädlingsbefall: Der Abwurf lässt meist nach der zweiten Spritzbehandlung um den 10. Tag spürbar nach.

Erschrick nicht, wenn in den ersten Tagen nach der Korrektur noch ein paar Blätter fallen. Der Abwurfmechanismus war bei diesen Blättern bereits voll im Gang, bevor du eingreifen konntest.

Manchmal kommt jede Rettung zu spät. Fühlt sich der Hauptstängel an der Basis weich und matschig an, lässt sich der Weihnachtsstern nicht mehr retten. Dasselbe gilt, wenn die Wurzeln komplett schwarz und zerfallen sind.

Schneide in so einem Fall einen gesunden, festen Trieb von etwa 10 cm Länge ab. Lass die Schnittstelle einen Tag antrocknen und stecke den Steckling in durchlässige Anzuchterde. Wenn die Hauptpflanze verloren ist, bleibt das die einzige Chance, aus dem Trieb eine neue Pflanze heranzuziehen.

Gesunde Pflanzen kaufen: Worauf man im Laden achten sollte

Der größte Schaden entsteht meist vor dem Kauf. Mit fünf Kontrollen im Geschäft sicherst du dir ein robustes Exemplar:

  1. Lass die Plastikhülle vor dem Kauf entfernen. Wenn das Personal das verweigert, schau genau von oben hinein: Nach unten gebogene Blattstiele deuten bereits auf beginnende Epinastie hin.

  2. Fühle die Erde. Ein klatschnasser Topfballen oder grüner Moosbelag auf der Oberfläche zeigt, dass die Pflanze seit Wochen ertränkt wird.

  3. Kontrolliere die Blattunterseiten im Licht auf klebrige Beläge oder kleine weiße Tierchen.

  4. Achte auf die eigentlichen Blüten: Die kleinen gelb-grünen Knospen im Zentrum der farbigen Hochblätter sollten geschlossen oder gerade erst aufgegangen sein. Solche Exemplare stehen am Anfang der Blüte und halten zu Hause am längsten.

  5. Bring sie direkt nach Hause, ohne das Auto in der Sonne stehen zu lassen, und pack sie sofort nach der Ankunft aus.

Es gibt einige Pflanzen mit markant gefärbten Hochblättern. Wenn du nicht ganz sicher bist, ob es sich um einen echten Weihnachtsstern handelt, mach ein Foto mit der Bloom App. Sie erkennt die Pflanzenart sekundenschnell und vergleicht das Schadbild bei Bedarf mit einer riesigen Pflanzendatenbank.

Häufig gestellte Fragen

Treibt ein kahl gewordener Weihnachtsstern wieder aus?

Ja, solange die Wurzeln vital sind. Nimm den Wurzelballen aus dem Topf: Sind die Wurzeln hell und fest, steht einem Neuaustrieb nichts im Weg. Schneide die Triebe auf 10 bis 15 cm zurück, halte das Substrat leicht feucht und hab etwas Geduld. Nach 3 bis 6 Wochen zeigen sich meist die ersten grünen Blattspitzen.

Woran erkennt man einen überwässerten Weihnachtsstern?

Die unteren Blätter färben sich gelb und fallen ab, obwohl die Erde noch feucht oder durchnässt ist. Der untere Stängel wird weich, die Erde riecht modrig und bildet manchmal Schimmel oder Algenbeläge. Steht Wasser im Übertopf, ist der Fall klar: Gießen sofort einstellen und die Wurzeln prüfen.

Warum verliert der Weihnachtsstern direkt nach dem Kauf Blätter?

Das liegt fast immer an der Kombination aus der engen Folienverpackung, die durch Ethylengas Epinastie auslöst, und dem abrupten Wechsel vom Gewächshaus in trockenere Wohnräume. Entferne die Hülle noch am selben Tag, stelle die Pflanze an einen hellen, zugluftfreien Platz und gieße keinesfalls vorschnell.

Wie oft muss man einen Weihnachtsstern gießen?

Mit dem Finger, nicht nach dem Kalender. Gieße, wenn sich die oberen 2 cm der Erde trocken anfühlen, bis das Wasser aus dem Bodenloch des Topfes läuft, und leere den Untersetzer. Im Sommer kann das alle 2 bis 3 Tage sein; im Winter alle 10 Tage oder seltener.

Können kleine Mücken am Topf für den Blattabwurf verantwortlich sein?

Die kleinen dunklen Mücken, die aus der Erde schwirren, sind Trauermücken. Sie schaden den Blättern bei ausgewachsenen Pflanzen nicht direkt, sind aber ein klares Warnsignal für zu nasse Erde. Schwirren hingegen winzige weiße Fliegen von den Blattunterseiten auf, handelt es sich um Schädlinge, die den Saft der Pflanze saugen und Blattfall verursachen.

Fazit

In den meisten Fällen ist die dichte Plastikfolie schuld, wenn ein frisch gekaufter Weihnachtsstern Blätter abwirft. Und der gut gemeinte, aber fatale Reflex, ihn daraufhin ausgiebig zu wässern, gibt der Pflanze den Rest.

Befreie den Topf noch heute von der Hülle, fühle mit dem Finger in die Erde und entscheide erst dann über das Gießen. Wenn du unsicher bist, ob Schädlinge oder Pflegefehler hinter den Symptomen stecken, vergleiche das Schadbild einfach per Foto mit der Pflanzendiagnose von Bloom (verfügbar für iOS).

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