Die 7 besten Apps zur Pflanzenbestimmung per Foto im Vergleich
Zwei unabhängige Tests aus dem Jahr 2025 sind sich bei fast keiner Foto-Bestimmungs-App einig. Wir vergleichen beide Analysen, zeigen die Gratis-Optionen und was die Apps nach der Namenssuche bieten.
Unsere Empfehlung in diesem Artikel ist Bloom: Die App bestimmt Pflanzen per Foto über die Plant.id-Engine, die in unabhängigen Universitätstests eine Genauigkeit von 93% erreicht. Sie bietet einen kostenlosen Modus und führt dich als einzige App direkt vom Namen zur passenden Pflege mit Angaben zu Wasser, Licht und Giftigkeit auf demselben Bildschirm. Bewertung: 4.8 Sterne bei über 1.000 Rezensionen. Wenn du wirklich nur den wissenschaftlichen Namen suchst und sonst nichts, reicht auch PlantNet völlig kostenlos.
Dieser Artikel richtet sich an Menschen, die eine Pflanze zu Hause haben und ihren Namen nicht kennen, nicht an Botaniker. Einen Namen auszuspucken ist der einfache Teil: Jede dieser sieben Apps liefert dir in drei Sekunden irgendein Ergebnis. Das Schwierige ist herauszufinden, ob dieser Name stimmt und was du danach damit anfängst.
Welche App sich für was eignet
Die folgende Tabelle bietet dir eine schnelle Übersicht. Die Genauigkeitswerte der sechs Konkurrenten stammen aus externen Tests: von Wirecutter (New York Times, aktualisiert am 10. Juli 2025) und von James Common auf dem Blog Common by Nature (veröffentlicht am 15. Mai 2025). Den Rest haben wir selbst beim Testen der einzelnen Apps ermittelt.
App | Ideal für | Gratis-Modus | Gemessene Genauigkeit | Was passiert nach der Bestimmung? |
|---|---|---|---|---|
Bloom | Direkt vom Foto zum Pflegeplan | Ja, 2 Bestimmungen pro Monat | 93% (Plant.id-Engine, Universitäten) | Gießen, Licht, Giftigkeit und Zeitplan |
PlantNet | Den wissenschaftlichen Namen und sonst nichts | Ja, unbegrenzt | 9,7/10 | Name, Familie und Wikipedia-Link |
PictureThis | Ausführliche Pflanzen-Steckbriefe | Eingeschränkt, Abo-Falle droht schnell | 9,0/10 | Lange Beschreibung, Giftigkeit und Videos |
LeafSnap | Präzise Bestimmung | Eingeschränkt, Abo-Falle droht schnell | 9,9/10 | Kurzer Steckbrief |
Google Lens | Keine App-Installation nötig | Ja | 6,7/10 | Suchergebnisse aus dem Web |
Seek (iNaturalist) | Prüfung durch echte Menschen | Ja | 6,2/10 | Eintrag in der Community |
Flora Incognita | Offline-Nutzung beim Wandern | Ja, unbegrenzt | 8,9/10 | Botanischer Steckbrief |
Die beiden Werte in der Genauigkeitsspalte lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen, da sie auf unterschiedlichen Messmethoden basieren. Die Noten von 0 bis 10 stammen aus einem Test mit 10 schwierigen Pflanzenarten, der im nächsten Abschnitt beschrieben wird. Die 93% der Plant.id-Engine von Bloom basieren auf wissenschaftlichen Untersuchungen zur Trefferquote des Modells bei einer weitaus größeren Anzahl von Arten.
Ein kleiner Zusatz, der keine klassische App ist: Wenn du ein iPhone hast, erkennt die visuelle Suche des Systems Pflanzen direkt in der Fotos-App, ohne dass du etwas installieren musst. Das reicht für die schnelle Neugier zwischendurch, kann aber sonst nicht viel.
Wie getestet wurde und was die externen Tests zeigen
Bloom ist unsere eigene App, und das sagen wir hier ganz offen, bevor wir irgendwelche Noten verteilen. Wir haben auch keine Botaniker im Team und tun nicht so. Deshalb trennen wir in diesem Text zwei Dinge ganz sauber.
Was wir selbst beim Ausprobieren der Apps geprüft haben: Wie läuft das Fotografieren ab, was zeigt der Ergebnisbildschirm, gibt es Limits im Gratis-Modus und für welche Betriebssysteme ist die App verfügbar. Das sind reine Beobachtungen direkt am Bildschirm.
Was wir aus externen Quellen zitieren, immer mit Name und Datum. Es handelt sich um zwei öffentliche, unabhängige Tests mit unterschiedlichen Methoden:
Wirecutter, „The Best Plant Identification App“, aktualisiert am 10.07.2025: 14 Mitarbeiter der Website und ihre Familien haben 7 Apps in 9 US-Bundesstaaten auf dem iPhone und unter Android in städtischen und ländlichen Umgebungen getestet. Sie bewerteten die Genauigkeit, die Benutzerfreundlichkeit, Werbung und unberechtigte Abbuchungen.
Common by Nature, „The Best Plant App for Beginner Botanists“, 15.05.2025: 10 britische Arten, ein Foto pro Art, Note von 0 bis 10 mit Abzug, wenn die richtige Antwort nicht an erster Stelle erschien. Enthält absichtlich schwierige Fälle: einen Farn, ein Süßgras und eine Segge.
Beide Tests wurden mit Garten- und Wildpflanzen durchgeführt, nicht mit Zimmerpflanzen. Das sollte man beim Lesen der Noten im Hinterkopf behalten und ist auch der Grund, warum unsere Tabelle eine Spalte enthält, die in den beiden Tests nicht untersucht wurde.
Wirecutter (Juli 2025) und Common by Nature (Mai 2025) sind sich beim Spitzenreiter PlantNet einig, gehen beim LeafSnap aber völlig auseinander: Während die App im britischen Test mit 9,9 von 10 Punkten die höchste Genauigkeit erzielte, landete sie bei Wirecutter direkt in der Liste der nicht empfehlenswerten Apps. Der eine Test bewertete nur die reine Treffsicherheit des Namens, der andere die App als Ganzes. Eine hohe Präzision bringt nichts, wenn die App heimlich Abos abschließt oder deine Fotos nicht speichert.
1. Bloom: Vom Foto direkt zum Pflegeplan
Die anderen sechs Apps auf dieser Liste enden dort, wo der Name angezeigt wird. Bei Bloom geht es da erst richtig los.
Du machst ein Foto, die App bestimmt die Art und zeigt dir direkt auf demselben Bildschirm, was die meisten eigentlich wissen wollen: Wie oft muss ich gießen, wie viel Licht braucht die Pflanze, ist sie giftig für Katzen oder Hunde und was steht in den nächsten Wochen an. Die Pflanze landet in deinem virtuellen Garten in der App, inklusive Gießplan und Erinnerungen, wenn sie wieder Wasser braucht.
Das ist der Unterschied dazwischen, zu wissen, dass deine Pflanze eine Zamioculcas zamiifolia ist, oder zu wissen, dass sie eingeht, wenn du sie jede Woche gießt. Wirecutter beschreibt diese Lücke beim eigenen Testsieger sehr treffend: PlantNet "bietet nicht mehr Informationen als versprochen", und wer mehr will, muss woanders suchen.
Bei der reinen Bestimmung nutzt Bloom keine eigene Technologie, sondern greift auf Plant.id zurück. Das ist derselbe Erkennungsdienst, der in dieser Liste auch als eigenständiges Tool auftaucht und in unabhängigen Universitätstests eine Genauigkeit von 93% erreicht.
Bloom bietet einen kostenlosen Modus: 2 Bestimmungen pro Monat inklusive Gießplan. Das ist in dieser Kategorie seltener als man denkt, da die meisten Apps mit Abo-Modell nur eine kurze Testphase und keinen dauerhaft kostenlosen Tarif anbieten. Die Krankheitsdiagnose per Foto, also die Rettung, wenn die Pflanze schon traurig aussieht, ist Teil der Premium-Version. Die App hat eine Bewertung von 4.8 Sternen bei über 1.000 Rezensionen und ist aktuell nur für das iPhone verfügbar.
2. PlantNet: Die Höchstnote in beiden Tests
Wenn du wirklich nur den botanischen Namen suchst, ist PlantNet eine hervorragende Wahl.
Die App landete in beiden Tests auf dem ersten Platz: 9,7/10 bei James Common, wo 9 von 10 Arten auf Anhieb richtig erkannt wurden, und als Hauptempfehlung bei Wirecutter nach dem Test durch 14 Personen. Es gibt keine Werbung und keine nervigen Abo-Bildschirme, da es sich um ein Citizen-Science-Projekt und kein kommerzielles Produkt handelt.
PlantNet zeigt dir an, wie sicher sich die App bei der Bestimmung ist, was kaum eine andere App auf der Liste tut. Wenn du ein "78%" neben dem vorgeschlagenen Namen siehst, weißt du sofort, dass etwas Skepsis angebracht ist. Laut den Entwicklern, die Wirecutter im Jahr 2025 zitierte, erkennt die App rund 77.000 der weltweit etwa 360.000 Pflanzenarten.
Zwei wichtige Punkte, die du vor der Installation wissen solltest:
Die App liefert nur den Namen. Du bekommst den wissenschaftlichen Namen, die Familie, die Gattung, den Schutzstatus und einen Link zu Wikipedia. Infos zu Gießen, Licht oder Giftigkeit suchst du hier vergeblich.
Deine Fotos landen in einer öffentlichen Datenbank. Wirecutter hat bei den Entwicklern nachgefragt: Wer die App ohne Account nutzt, teilt den Artnamen, das Datum und die Geodaten. Wer ein Konto erstellt, gibt seine Fotos unter der CC BY-SA-Lizenz frei. Das bedeutet, dass auch Dritte, inklusive kommerzieller Anbieter, die Bilder nutzen und verändern dürfen, wobei dein Benutzername genannt wird. Die Nutzung ist aber auch komplett ohne Login möglich.
3. PictureThis: Die größte Pflanzendatenbank
Das ist wohl der bekannteste Name in dieser Kategorie mit den ausführlichsten Steckbriefen. Zu jeder Bestimmung gibt es eine lange Beschreibung, beliebte Sorten, Infos zur Giftigkeit, Fotos anderer Nutzer und sogar Videos. Selbst Wirecutter, die die App nicht als Testsieger gewählt haben, gibt zu: Wer möglichst viele Details zu einer Pflanze sucht, sollte diese App in Betracht ziehen.
Im britischen Genauigkeitstest erreichte die App 9,0/10 Punkte und scheiterte nur an einer Segge (Carex remota), an der fast alle Apps scheitern.
Die Kritikpunkte betreffen nicht die Erkennungsrate, sondern die Nutzung an sich, wie auch Wirecutter anmerkt: Man schließt extrem schnell versehentlich ein Abo ab, und die Datenschutzrichtlinien erlauben das Sammeln und Teilen von Daten für Werbezwecke. Wenn du nach einer Alternative suchst, haben wir einen eigenen Artikel über alternativas ao PictureThis verfasst.
4. LeafSnap: Höchste Genauigkeit mit einem Haken
LeafSnap holte mit 9,9/10 Punkten die beste Note im Test vom Mai 2025, gleichauf mit ObsIdentify. Die App erkannte alle zehn Arten richtig, Punktabzug gab es lediglich beim Klippenfarn, an dem die Konkurrenz komplett scheiterte.
Trotzdem landete die App bei Wirecutter im Archiv der nicht empfohlenen Apps. Die Tester bemängelten dieselbe Abo-Falle wie bei PictureThis und ein scheinbar kleines, aber nerviges Detail: Die App speichert das gerade gemachte Foto nicht auf deinem Smartphone. Wenn du das Bild behalten willst, musst du die App verlassen und es noch einmal mit der normalen Kamera fotografieren.
Wenn es dir nur darum geht, den Namen einer schwierigen Pflanze herauszufinden, ist LeafSnap eine exzellente Wahl. Falls du die App täglich nutzen möchtest, solltest du beim Abschluss des Abos sehr genau hinsehen.
5. Google Lens: Die Option ohne Installation
Funktioniert, ist kostenlos und wahrscheinlich schon auf deinem Handy installiert.
Öffne auf Android-Geräten die Google-App und tippe auf das Kamerasymbol; auf dem iPhone befindet sich Lens innerhalb der Google-App und in Chrome. Du kannst auch auf ein Foto zeigen, das sich bereits in der Galerie befindet. Die offizielle Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in der Hilfe zu Google Fotos.
Die Grenzen zeigten sich im Test: Mit 6,7/10 Punkten gab es die zweitschlechteste Note. Die App scheiterte komplett am Klippenfarn und der Segge, schwächelte beim Liguster sowie beim Veilchen und erkannte den Rest. Das ist das typische Verhalten einer Allround-Bildsuche, die weit verbreitete Pflanzen aus dem Netz sofort erkennt, aber bei feinen botanischen Details versagt.
Wer ein iPhone nutzt, hat einen ganz ähnlichen Shortcut parat, ohne etwas herunterzuladen: Öffne einfach das Foto in der Fotos-App und tippe auf das Info-Symbol. Wenn das System eine Pflanze erkennt, ändert sich das Icon und zeigt dir direkt den Namensvorschlag an.
6. Seek (iNaturalist): Für alle, die echte Experten wollen
Seek ist die Einsteiger-App von iNaturalist, wobei iNaturalist die zweite Empfehlung von Wirecutter ist. Deine Entdeckungen werden mit einer Community geteilt, die die Bestimmungen prüft. Wenn die KI nicht weiterweiß, hilft ein echter Mensch.
Beide Tests sprechen hier jedoch eine deutliche Warnung aus. Im britischen Test erreichte Seek nur 6,2/10 Punkte. Bei Wirecutter berichtete ein Tester, dass die App "vielleicht 15%" der Pflanzen erkannte, die er fotografiert hatte. Seek eignet sich super zum Lernen und Dokumentieren, ist aber nichts für die schnelle Antwort zwischendurch.
7. Flora Incognita: Präzise und sachlich
Weniger bekannt und zuverlässiger, als der Ruf vermuten lässt: 8,9/10, mit einem einzigen Fehler bei einem Veilchen. Es ist ein deutsches Forschungsprojekt, das von der Technischen Universität Ilmenau zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie betrieben wird. Laut der eigenen Projektseite deckt die App mehr als 30.000 Arten ab, ist kostenlos und werbefrei und funktioniert ohne ständige Internetverbindung, was keine andere App auf dieser Liste tut.
Genau deshalb ist sie dabei: Auf einer Wanderung im Funkloch funktioniert Flora Incognita einfach weiter, während die anderen aufgeben. Der Steckbrief ist rein botanisch, bietet keine Pflegetipps und konzentriert sich auf die europäische Flora. Für tropische Zimmerpflanzen ist die Datenbank von PictureThis deutlich größer.
Diese Apps haben es nicht auf die Liste geschafft
PlantSnap wurde gestrichen, und der Grund ist belegt. Im Test vom Mai 2025 holte die App magere 0,1/10 Punkte: Sie lag bei vier der ersten fünf Arten komplett daneben, woraufhin der Tester abbrach. Den einzigen Mini-Punkt gab es für die richtige Gattung eines Grases. Der Test zeigt auch das unschöne Nutzungsmodell: Nach wenigen Gratis-Bestimmungen müssen Nicht-Abonnenten 12 Stunden bis zur nächsten Suche warten. In der vorherigen Version dieses Artikels stand die App noch auf Platz drei, fliegt nun aber aufgrund der schlechten Testergebnisse raus.
Plantum und PlantMe wurden nicht in die Liste aufgenommen, da sie in keinem der beiden unabhängigen Tests bewertet wurden und wir die Genauigkeit nicht fundiert im Alleingang messen können. Es sind zwar optisch ansprechende Apps, wir haben jedoch keine Grundlage, sie vor Apps mit unabhängig geprüften Noten zu platzieren.
Blüten per Foto bestimmen: Was sich ändert
Blüten per Foto zu bestimmen ist die häufigste Nutzung dieser Apps, und genau darauf sind sie auch trainiert. Der Initiator des britischen Tests hat die Regel, nur Blätter zu fotografieren, in der zweiten Auflage genau aus diesem Grund gestrichen: Die meisten Menschen nutzen die Apps nun mal, wenn eine Pflanze blüht.
Eine Blüte im Bild ist jedoch keine Garantie für einen Treffer. Das Wald-Veilchen, eine in Europa sehr verbreitete Waldpflanze, wurde von drei der acht getesteten Apps nicht richtig erkannt. Entscheidend ist oft, wie viele ähnliche Arten es in der Familie gibt, und nicht, ob eine Blüte zu sehen ist.
Praktische Tipps für die Bestimmung von Blüten per Foto:
Fotografiere die geöffnete Blüte direkt von vorn, sodass sie das Bild ausfüllt. Geschlossene Knospen verwirren die KI.
Mach am besten ein zweites Foto vom Blatt und vergleiche die Ergebnisse. Pflanzen mit fast identischen Blüten unterscheiden sich oft stark an den Blättern.
Sei vorsichtig bei stark gezüchteten Gartenblumen. Rosen, Supermarkt-Orchideen oder Beet-Petunien gibt es in unzähligen Zuchtformen, die die App oft nicht trennen kann, weshalb du meist nur die Gattung genannt bekommst.
So machst du das perfekte Foto für die App
Die meisten Fehler entstehen durch ein schlechtes Foto, nicht durch die App selbst. Der britische Test nutzte pro Pflanze nur ein einziges, aber scharfes und detailreiches Bild – das ist der Maßstab.
Fokussiere auf ein Einzelteil, nicht die ganze Pflanze. Ein Blatt, eine Blüte oder eine Frucht. Ein Foto des gesamten Topfes gibt der App einfach zu viele Details auf einmal.
Sorge für einen ruhigen Hintergrund. Halte ein weißes Blatt Papier hinter das Blatt oder stelle die Pflanze weg von einer gemusterten Wand.
Nutze indirektes Licht, kein Gegenlicht. Stelle dich nah ans Fenster, sodass das Licht von der Seite kommt, und fotografiere nicht gegen das Licht.
Fotografiere Blüten oder Früchte, falls vorhanden. Sie sind das beste Merkmal zur Unterscheidung ähnlicher Arten.
Zeige die Blattober- und -unterseite. Blattern, feine Härchen oder die Farbe der Unterseite lösen Zweifelsfälle.
Achte auf die Wahrscheinlichkeit. Wenn die App wie PlantNet eine Prozentangabe macht, nutze sie: Liegt der Wert unter 60%, solltest du lieber noch ein Foto aus einer anderen Perspektive machen.

Wo alle Apps an ihre Grenzen stoßen
Keine der sieben Apps ist fehlerfrei, und der Test vom Mai 2025 zeigt die typischen Schwachstellen.
Sedge und Farne sind die blinden Flecken der Technologie. Die Winkel-Segge (Carex remota) wurde von PictureThis und Google Lens nicht erkannt, und Seek kam nur grob in die Nähe. Der Klippenfarn (Asplenium marinum) überforderte Lens sowie Seek und kostete selbst LeafSnap Punkte.
Gräser hingegen wurden überraschend gut erkannt. Nur PlantSnap scheiterte hier. Die Faustregel lautet also nicht "ohne Blüte keine Chance", sondern dass manche Pflanzenfamilien einfach aus Dutzenden fast identischen Arten bestehen.
Auch sehr häufige Arten können täuschen. Das Wald-Veilchen (Viola riviniana), das in jedem europäischen Pflanzenführer steht, wurde von drei der acht Apps nicht erkannt und brachte selbst den Testsieger PlantNet ins Grübeln.
Zimmerpflanzen sind meistens die leichtesten Fälle. Nicht, weil die KI hier schlauer ist, sondern weil es im Handel nur eine begrenzte Anzahl an Arten gibt, die zudem sehr markante Blätter haben. Eine Efeutute, ein Bogenhanf oder eine Zamioculcas werden von fast jeder App sofort erkannt.
Wenn die App keine eindeutige Antwort liefert, mach es wie die Botaniker: Fotografiere einen anderen Teil der Pflanze, vergleiche die Ergebnisse zweier Apps und schicke das Bild im Zweifel an die Community von iNaturalist.
Und was machst du, wenn du den Namen kennst?
Zu wissen, dass deine Pflanze eine Monstera deliciosa ist, verrät dir noch nicht, wie oft du sie gießen musst, wie viel Sonne sie verträgt, ob deine Katze an den Blättern knabbern darf oder warum die Blattspitzen braun werden. Genau diese vier Punkte entscheiden aber über Leben und Tod der Pflanze.
Hier hören die anderen sechs Apps auf, und genau deshalb empfehlen wir Bloom: Die App nutzt die präzise Erkennung von Plant.id, liefert dir aber die Infos zu Wasser, Licht und Giftigkeit direkt mit dem Namen mit – inklusive eines kostenlosen Modus zum Ausprobieren.
Wenn deine Pflanze bereits kränklich aussieht, hilft dir eine reine Bestimmung nicht weiter – du brauchst eine Diagnose. Wir haben die besten Optionen in unserem Artikel über apps para diagnosticar plantas doentes verglichen. Eine noch größere Übersicht mit Apps, die weit mehr als nur bestimmen können, findest du unter apps de identificação de plantas.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Pflanzen kostenlos per Foto bestimmen?
Ja, das geht. Bloom bietet einen kostenlosen Modus mit 2 Bestimmungen pro Monat und einem Gießplan. PlantNet, Google Lens, Seek und Flora Incognita bestimmen unbegrenzt viele Pflanzen komplett kostenlos, liefern dir aber oft nur den reinen Namen. Viele kommerzielle Apps locken mit einer kostenlosen Testphase, die danach in ein kostenpflichtiges Abo übergeht – achte also darauf, was du genau anklickst.
Kann Google Pflanzen per Foto erkennen?
Ja. Google Lens ist in der Google-App, in Chrome sowie in Google Fotos integriert und bestimmt Pflanzen direkt über die Kamera oder aus deiner Galerie, ohne dass du eine extra App brauchst. Im unabhängigen Test vom Mai 2025 erreichte Lens 6,7 von 10 Punkten (die zweitschlechteste Note unter acht Apps): Es scheiterte an einem Farn und einer Segge, erkannte den Rest aber solide.
Was ist besser: PlantNet oder PictureThis?
Wenn du den Namen komplett kostenlos und präzise bestimmen willst, ist PlantNet die bessere Wahl: Die App holte im Test 9,7/10 Punkte, zeigt die Trefferwahrscheinlichkeit an und ist werbefrei. Für extrem ausführliche Steckbriefe und Details ist PictureThis (9,0/10 Punkte) unschlagbar, allerdings droht hier schnell ein ungewolltes Abo. Beide Apps verraten dir im Gegensatz zu Bloom nicht direkt, wie du die Pflanze danach pflegen musst.
Kann man eine Blume per Foto bestimmen?
Ja, darauf sind diese Apps besonders gut trainiert. Fotografiere die geöffnete Blüte am besten direkt von vorn, sodass sie das Bild gut ausfüllt, und mach zur Sicherheit ein zweites Foto vom Blatt. Eine Blüte garantiert jedoch keinen Erfolg: Im Test scheiterten drei von acht Apps an einem ganz normalen Veilchen. Bei stark gezüchteten Hybridpflanzen wird oft nur die Gattung erkannt.
Warum erkennt die App meine Pflanze nicht richtig?
Meistens liegt es am Foto selbst: Die ganze Pflanze ist im Bild statt nur ein Blatt, es gibt Gegenlicht oder der Hintergrund ist zu unruhig. Ein weiterer Grund ist die Pflanzenart: Farne und Seggen haben extrem viele, fast identische Unterarten, was die Genauigkeit aller Apps stark sinken lässt. Fotografiere am besten einzelne Pflanzenteile nacheinander und vergleiche zwei verschiedene Apps.
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