Flora Incognita: Was die App kann und wo sie an ihre Grenzen stößt
Flora Incognita ist wirklich kostenlos, werbefrei und erkennt in unabhängigen Tests 80 % bis 90 % der Wildpflanzen. Das Problem beginnt jedoch, wenn man die Kamera auf die Zimmerpflanze im Wohnzimmer richtet.
Wer nach der App Flora Incognita sucht, hat meistens schon die drei typischen Dinge gehört: Sie kommt aus Deutschland, sie ist wirklich kostenlos und sie ist verdammt gut. Alle drei Aussagen stimmen. Was man jedoch selten dazu hört, ist die eigentlich entscheidende Frage vor der Installation: Gut für welche Pflanzen? Die Antwort ändert nämlich alles. Flora Incognita wurde nicht für die Pflanze in deinem Blumentopf entwickelt. Sie wurde für die Pflanze am Wegesrand, im Park und am Waldrand gemacht.
Kurz gesagt: Flora Incognita ist eine App zur Pflanzenbestimmung, die von zwei deutschen Institutionen betrieben wird, der Technischen Universität Ilmenau und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie. Sie ist kostenlos, werbefrei und kommt ganz ohne In-App-Käufe aus. In unabhängigen Tests bestimmt sie 80 % bis 90 % der Wildpflanzenarten korrekt. Sie diagnostiziert jedoch keine Krankheiten, organisiert keine Pflege und erkennt, so die Entwickler selbst, kaum Zuchtsorten. Und genau das ist das Problem, denn fast jede Zimmerpflanze ist eine solche Zuchtsorte. Für die Pflanzen in deiner Wohnung ist eine App für Kulturpflanzen wie Bloom der bessere Begleiter, da sie dich von der Bestimmung über die Diagnose bis hin zur Pflegeroutine komplett unterstützt.
Schnelle Zusammenfassung:
Es ist kostenlos, weil es sich um öffentliche Forschung handelt, und nicht, weil es eine versteckte kostenpflichtige Version gibt. Die offizielle FAQ antwortet in zwei Worten: "kosten- und werbefrei", ohne Kosten und ohne Werbung, und nennt die Geldgeber, darunter das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Deutschland.
Sie bestimmt 80 % bis 90 % der Arten der wilden Stadtflora korrekt, gleichauf mit Pl@ntNet und vor den anderen von Jones und Jones (2025) in Plant Ecology & Diversity getesteten Apps.
Die Grenzen der App werden vom Team selbst in den FAQs so beschrieben: "Züchtungen und Sorten kaum unterstützt werden".
Was ist Flora Incognita und wer finanziert das Projekt?
Flora Incognita ist eine kostenlose App zur Pflanzenbestimmung per Foto, die von der Technischen Universität Ilmenau und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie entwickelt wurde. Sie erkennt mehr als 30.000 Gefäßpflanzenarten, läuft komplett ohne Werbung und liefert wertvolle Daten für ein öffentliches Projekt zur Überwachung der biologischen Vielfalt.
Die App entstand aus einem Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Patrick Mäder von der Technischen Universität Ilmenau und Dr. Jana Wäldchen vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Das erklärte Ziel ist es nicht, dir bei der Pflanzenpflege zu helfen: Es geht darum, zu kartieren, wo Pflanzen vorkommen, mit Millionen von Fotos, die von ganz normalen Menschen eingesendet werden, um die Biodiversitätsforschung zu unterstützen.
Dieses Ziel ist der Motor des Produkts. Wenn du den Standort freigibst, erklärt die FAQ, dass die Bestimmung präziser wird und dass ein Teil des Steckbriefs der Art nur deshalb erscheint, weil er eine lokale Bedeutung hat. Du gewinnst an Präzision; das Projekt gewinnt einen Punkt auf der Karte. Es ist ein ehrlicher und offener Austausch, und er erklärt sowohl die Stärken als auch die Lücken der App.
Finanziert wird das Ganze vom Nationalen Monitoringzentrum zur Biodiversität, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesamt für Naturschutz sowie mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Eine so finanzierte App muss keine Abonnements verkaufen und hat keinen Grund, Geld in Funktionen zu stecken, die für die Feldforschung nutzlos sind.
Ist Flora Incognita wirklich kostenlos?
Ja, und zwar ohne Haken. Flora Incognita ist vollkommen kostenlos, zeigt keine Werbung, verlangt kein Abo und bietet keine In-App-Käufe an. Der deutsche Eintrag im App Store zeigt keinerlei In-App-Käufe. Die Finanzierung durch öffentliche Stellen und Naturschutzstiftungen ersetzt hier das klassische Geschäftsmodell.
Bei einer Abfrage der Apple-Schnittstelle in verschiedenen Ländern kommt die App auf eine hervorragende Bewertung von durchschnittlich 4,8 Sternen bei Zehntausenden von Rezensionen, wovon der Großteil aus dem deutschen Store stammt. Die App-Store-Bewertungen sind immer länderbezogen, weshalb ein Blick auf den US-Store nur ein sehr unvollständiges Bild der App zeigt.
Dieser Hinweis ist wichtig, da im Netz veraltete Informationen kursieren. Ein bekanntes deutsches Tech-Portal berichtete im Mai 2024 über ein angebliches kostenpflichtiges Inhaltspaket in der App. Aktuell listet der App Store jedoch keinerlei In-App-Käufe auf. Im Zweifel ist immer der App Store auf deinem eigenen Gerät die verlässliche Quelle.
Wie präzise ist die App: Drei Studien, drei Ergebnisse
Es gibt drei wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit der Genauigkeit von Flora Incognita befassen, und die Ergebnisse stimmen weitgehend überein.
Jones und Jones (2025) in *Plant Ecology & Diversity*. Die Forscher testeten kostenlose Apps an Wildpflanzen in einem städtischen Gebiet im Osten von Schottland, mit und ohne Blüte, und verglichen die Ergebnisse mit den Werten, die sie selbst im Jahr 2020 gemessen hatten. Die Testbesten waren Flora Incognita und Pl@ntNet, die beide die Art in 80 % bis 90 % der Fälle bei Einkeimblättrigen, krautigen Pflanzen und Gehölzen korrekt bestimmten. Die nützlichste Erkenntnis des Artikels ist eine andere: Alle Apps legten zwischen 2020 und 2023 um rund 20 Prozentpunkte bei der Trefferquote zu. Jeder Test von Pflanzen-Apps aus der Zeit vor 2023 beschreibt eine Software, die es so nicht mehr gibt.
Wanigasinghe und Kollegen (2026) in *AoB PLANTS*. Es ist der härteste und jüngste Test. Das Team fotografierte 54 Parzellen von je 0,8 m² auf Feldern und in Wäldern in Alberta, Kanada, und erstellte so 5.291 Feldbilder von 119 Gefäßpflanzenarten. Flora Incognita bestimmte die Art auf 79,2 % der Fotos und die Gattung auf 88,4 % korrekt, verglichen mit 66,5 % und 73,7 % bei iNaturalist. Die Zahl, die das Ergebnis einordnet, steht im selben Artikel: Erfahrene Botaniker erreichen bei der gleichen Aufgabe zwischen 90 % und 95 %. Die App kommt einem menschlichen Experten bei einer Flora auf der anderen Seite des Atlantiks nahe, weit weg von Mitteleuropa, für das sie trainiert wurde.
Pärtel, Pärtel und Wäldchen (2021), in *AoB PLANTS*. In Estland lag die Trefferquote für die Art bei 79 % bei Datenbankbildern und bei 85,3 % unter Feldbedingungen, mit 89 % für die Gattung und 95 % für die Familie. Ich zitiere dies mit dem Vorbehalt, den der Artikel selbst nennt: Jana Wäldchen ist eine der Schöpferinnen von Flora Incognita. Es handelt sich um eine Peer-Review-Studie, und dennoch misst das Team hier das eigene Werkzeug.
Ein wichtiger methodischer Hinweis, der für jede Pflanzen-App gilt: Man kann die Prozentzahlen verschiedener Studien nicht einfach miteinander vergleichen. Jede Studie nutzt eine andere Flora, andere Stichproben und andere Kriterien für eine korrekte Bestimmung. Vergleiche sind nur innerhalb derselben Studie aussagekräftig.
Was die App erkennt und welche falschen Zahlen im Umlauf sind
Die offiziellen FAQs machen sehr genaue Angaben zum Umfang der Datenbank, und dieser ist größer, als viele Webseiten behaupten:
Was die App erkennt | Offizielle Anzahl der Arten |
|---|---|
Gefäßpflanzen (Wildkräuter, Bäume, Gräser, Kakteen, Palmen, Farne und einige Kulturpflanzen) | mehr als 30.000 Arten |
Häufige Moose | etwa 500 Arten |
Flechten und Pilze (seit 2025) | etwa 3.000 Arten |
Zier- und Gartenpflanzen | laut FAQ "kaum unterstützt" |
Zwei der am besten positionierten Artikel in der deutschen Suche nennen diese Zahl falsch, und zwar zu niedrig. Ein Corporate Blog veröffentlichte im Mai 2024, dass die App etwa 4.800 Arten erkennt, sechsmal weniger als die offizielle Zahl. Ein Technologieportal schrieb im selben Monat von 16.000. In beiden Fällen glaubt der Leser am Ende, dass die App kleiner ist, als sie tatsächlich ist. Die aktualisierte Information befindet sich in den FAQ des Projekts, die auch die Neuheit für 2025 verzeichnen, die Pilze und Flechten.
Wo Flora Incognita scheitert: Die Pflanze in deinem Wohnzimmer
Der Satz aus den FAQs, dass "Züchtungen und Sorten kaum unterstützt werden", klingt nach einem unbedeutenden Detail. Ist es aber nicht. Eine Zuchtform oder Sorte ist eine Pflanze, die vom Menschen gezielt auf gemusterte Blätter, kompakten Wuchs, gefüllte Blüten oder besondere Farben selektiert wurde. Fast jede Pflanze, die du im Gartencenter kaufst, ist eine Zuchtform einer exotischen Art, und genau hier warnt die App vor ungenauen Ergebnissen.

Die Efeutute in deiner Wohnung ist nicht die Wildform, die in den tropischen Wäldern Asiens wächst, sondern eine Zuchtform mit gemusterten Blättern, die für schattige Standorte selektiert wurde. Die Monstera im Laden ist meist eine besonders kompakt wachsende Sorte. Das Gleiche gilt für Bogenhanf, Einblatt oder die Glücksfeder.
Es ist nicht nur das Lesen der FAQ. In einem Test des öffentlich-rechtlichen deutschen Senders MDR nutzten zwei professionelle Gärtner des Egaparks in Erfurt fünf Apps in der Praxis und kamen zu dem Schluss, dass Flora Incognita hervorragend für heimische Arten und ideal für Wanderer in der eigenen Region ist, aber dass die App bei Zier- und nicht heimischen Pflanzen schwächelt. Jener Test stammt aus dem Jahr 2020 und ist in Bezug auf die Erfolgsquoten veraltet, aber die Beobachtung zu den Zierpflanzen ist nicht veraltet: Sie beschreibt eine Entscheidung beim Projektumfang, keine Einschränkung der Version.
Dazu kommen drei fehlende Funktionen, die für ein wissenschaftliches Feldforschungsprojekt schlichtweg nicht relevant sind:
Keine Krankheitsdiagnose. Ob Flecken auf den Blättern, Wollläuse oder verfaulte Wurzeln: Die App bestimmt die Pflanzenart und belässt es dabei.
Keine Pflegeunterstützung. Es gibt keinen Gießkalender, keine Erinnerungen, kein Tagebuch für deine eigene Pflanze und keine Düngetipps.
Die ausführlichen Pflanzensteckbriefe sind oft nur auf Deutsch und Englisch verfügbar. Laut FAQ gibt es zwar Übersetzungen in viele Sprachen, ein Teil der länderspezifischen Inhalte bleibt jedoch auf Englisch.
Wenn du in einer Wohnung lebst, eine Handvoll Pflanzen besitzt und wissen willst, warum eine davon kränkelt, sind diese fehlenden Funktionen genau das, worauf es ankommt. Flora Incognita macht hier keinen schlechten Job, sie ist einfach für eine ganz andere Zielgruppe gedacht.
Welche App für welchen Zweck?
Die folgende Tabelle ist nach Anwendungsbereich sortiert, nicht nach einer pauschalen Bewertung. Da die wissenschaftlichen Studien unterschiedliche Pflanzen und Kriterien genutzt haben, wäre eine einfache Rangliste der Genauigkeit reine Spekulation.
App | Kosten | Bester Einsatzzweck | Bestimmung | Krankheitsdiagnose | Pflegehilfe |
|---|---|---|---|---|---|
Bloom | Kostenlose Version mit 2 Bestimmungen pro Monat, voller Funktionsumfang im Premium-Abo | Zimmerpflanzen, von der Bestimmung bis zur täglichen Pflege | Ja | Ja (Premium) | Ja |
Flora Incognita | Kostenlos, werbefrei | Heimische Wildflora in Mitteleuropa, Wandern und Citizen Science | Ja | Nein | Nein |
Pl@ntNet | Kostenlos, werbefrei | Wildflora mit einer weltweiten, gemeinschaftlichen Datenbank | Ja | Sehr eingeschränkt | Nein |
PictureThis | Kostenlos mit In-App-Käufen | Breite Artenabdeckung und zusätzliche Infos | Ja | Ja | Ja |
Seek / iNaturalist | Kostenlos | Erfassung der Biodiversität, einschließlich Tieren | Ja | Nein | Nein |
Google Lens | Kostenlos | Schnelle visuelle Suche ohne App-Installation | Ja | Nein | Nein |
Wenn du draußen in der Natur eine Wildpflanze bestimmen möchtest, ist Flora Incognita eine hervorragende und kostenlose Wahl. Steht die Pflanze jedoch in deiner Wohnung, sieht die Sache anders aus: Die reine Bestimmung ist nur der erste Schritt und hilft dir noch nicht dabei, gelbe Blätter zu retten.
Für diesen Weg ist die App Bloom. Sie nutzt Plant.id von Kindwise als Erkennungs-Engine, mit einer von unabhängigen Universitäten gemessenen Genauigkeit von 93 %. Zwei Vorbehalte: Diese Zahl bezieht sich auf die KI-Engine, nicht auf die gesamte App, und es gibt keinen veröffentlichten unabhängigen Test von Bloom als Produkt. Was über Plant.id in der Peer-Review-Literatur existiert, ist die Studie von Hamlyn Jones (2020) in AoB PLANTS, von derselben Gruppe der Universität Dundee, die auch den oben zitierten Artikel von 2025 verfasst hat: In jenem Test mit der britischen Flora belegte Plant.id den ersten Platz unter neun Apps. Dieses Ergebnis lässt sich nicht direkt mit den 80 % bis 90 % von 2025 vergleichen: Es ist eine andere Studie, eine andere Stichprobe und ein anderes Jahr.
Bloom bietet eine kostenlose Basisversion mit zwei Bestimmungen pro Monat und einem Gießkalender. Die automatische Krankheitsdiagnose per Foto und die erweiterten Pflegefunktionen sind Teil der Premium-Version. Die App hält eine hervorragende Gesamtbewertung von 4,8 Sternen bei über tausend Rezensionen im App Store und ist für das iPhone verfügbar.
So machst du Fotos, die die App fehlerfrei erkennt
Das gilt für Flora Incognita genauso wie für jede andere App. Der Erkennungsprozess verlangt oft ganz bewusst nach mehreren Bildern, da ein einzelnes Detail leicht in die Irre führen kann:
Fotografiere den Fortpflanzungsteil, wenn vorhanden. Blüte und Frucht tragen weitaus mehr Artinformationen als das Blatt, und deshalb bittet die App unter den Perspektiven um ein Foto der Blüte. Wenn die Pflanze nicht blüht, erklärt das offizielle FAQ, dass du diesen Schritt über den Pfeil neben dem Auslöser überspringen kannst.
Nur eine Pflanzenart pro Foto. Wenn sich zwei verschiedene Pflanzen im Bild überschneiden, wird das Ergebnis ungenau, und weder die App noch du wissen am Ende, was genau bestimmt wurde.
Ergänze Aufnahmen von Blättern, Stängeln und der Wuchsform, wenn die App danach fragt. Erst diese Kombination sorgt für die hohe Zuverlässigkeit im Feld.
Sei skeptisch bei Ergebnissen außerhalb der Saison. Viele Pflanzen lassen sich in bestimmten Wachstumsphasen nicht zuverlässig bis zur Art bestimmen, insbesondere Jungpflanzen ohne Blüten.
Überprüfe den wissenschaftlichen Namen. Botanische Namen ändern sich gelegentlich und es gibt viele Synonyme. Ein vermeintlich falsches Ergebnis kann sich bei genauerem Hinsehen als derselbe Name unter einer anderen Bezeichnung herausstellen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Flora Incognita kostenlos? Ja, absolut. Es gibt keine Werbung, keine Abonnements und keine In-App-Käufe. Das bestätigen auch die Angaben im App Store. Die Kosten werden von deutschen Bundesministerien und Stiftungen getragen, da die App Teil eines wissenschaftlichen Projekts zur Erfassung der biologischen Vielfalt ist.
Wie gut ist Flora Incognita? In einer unabhängigen Studie aus dem Jahr 2025 in Schottland gehörte sie zu den besten Apps und bestimmte 80 % bis 90 % der Wildpflanzen korrekt. In einer kanadischen Studie aus dem Jahr 2026 wurden 79,2 % der Arten und 88,4 % der Gattungen bei über 5.000 Fotos richtig erkannt. Erfahrene Botaniker kommen bei derselben Aufgabe auf Werte zwischen 90 % und 95 %.
Funktioniert Flora Incognita offline? Ja, teilweise. Du kannst Fotos ohne Internetverbindung aufnehmen und diese in deiner Liste speichern. Die eigentliche Bestimmung erfolgt dann, sobald dein Gerät wieder online ist. Obwohl manche Berichte behaupten, die App funktioniere nicht offline, beschreiben die offiziellen FAQs genau diesen zweistufigen Ablauf.
Erkennt Flora Incognita Zimmerpflanzen? Eher schlecht, und das ist eine bewusste Entscheidung der Entwickler. Die FAQs weisen darauf hin, dass Zuchtsorten kaum unterstützt werden. Da fast alle Zimmerpflanzen solche Zuchtformen exotischer Arten sind, stößt die App hier an ihre Grenzen. Für Zimmerpflanzen eignet sich eine darauf spezialisierte App wie Bloom deutlich besser, da sie auch Pflegepläne und Diagnosen bietet.
Erkennt Flora Incognita Pilze? Seit dem Jahr 2025 ja. Die App erkennt mittlerweile rund 3.000 Pilz- und Flechtenarten, zusätzlich zu den über 30.000 Gefäßpflanzen und rund 500 Moosen. Eine Foto-Bestimmung sollte jedoch niemals als alleinige Entscheidungshilfe dienen, ob ein Wildpilz essbar ist oder nicht.
Lohnt sich die Installation?
Ja, absolut, wenn du wissen willst, wie die Pflanze heißt, der du beim Spaziergang oder beim Wandern begegnet bist. Flora Incognita ist eine der besten Bestimmungs-Apps auf dem Markt, sie ist auf eine seltene Art und Weise wirklich kostenlos und unterstützt ein wichtiges wissenschaftliches Projekt. Für den Einsatz in der Natur gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung.
Erwarte nur nichts von ihr, was sie nie versprochen hat. Für die Pflanzen in deiner Wohnung, die meistens Zuchtformen sind und bei denen es dir eher um die richtige Pflege und die Rettung vor Krankheiten als um den botanischen Namen geht, brauchst du ein anderes Werkzeug. Hier kommt Bloom ins Spiel: Die App startet ebenfalls mit einem Foto, führt dich dann aber direkt zu einem konkreten Pflegeplan statt nur zu einem wissenschaftlichen Namen. Sie ist für das iPhone verfügbar, und in der kostenlosen Version sind bereits zwei Bestimmungen pro Monat enthalten.
Wenn du weitere Apps vergleichen möchtest, lohnt sich ein Blick auf unseren Artikel über Alternativen zu Pl@ntNet, dem anderen großen akademischen Projekt in diesem Bereich, sowie unsere Übersicht über die besten Apps zur Pflanzenbestimmung. Für eine schnelle Bestimmung zwischendurch ohne Installation hilft dir auch unser Ratgeber zum Thema Pflanzen bestimmen mit Google Lens.
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