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iNaturalist-Alternative: Welche App hilft, wenn das Original scheitert?

iNaturalist ist ein riesiges, kostenloses Citizen-Science-Projekt. Doch 9 von 10 Pflanzen in der Datenbank sind Wildpflanzen. Wir zeigen, wo die App an ihre Grenzen stößt und welche Alternative in welchem Fall wirklich hilft.

von Bloom 13 Min. Lesezeit
iNaturalist-Alternative: Welche App hilft, wenn das Original scheitert?

Wer nach einer Alternative zu iNaturalist sucht, landet meistens aus einem von zwei Gründen hier. Entweder hast du die Kamera auf deine Zimmerpflanze gerichtet und nur den Namen der Gattung statt der genauen Art bekommen, oder du wolltest die App herunterladen und hast im Store drei verschiedene Apps mit diesem Namen gefunden, ohne zu wissen, welche die richtige ist. Beide Fälle sind direkte Folgen davon, wie das Projekt aufgebaut ist, und das Team dahinter kommuniziert das auch ganz offen in der eigenen Dokumentation.

Kurzantwort: iNaturalist ist eine gemeinnützige Citizen-Science-Organisation, und alle drei zugehörigen Apps sind komplett kostenlos. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Wildtiere und Wildpflanzen zu dokumentieren, und 9 von 10 Pflanzen in der Datenbank sind wildlebend. Für die kränkelnde Pflanze im Topf auf deiner Fensterbank ist eine andere App die bessere Wahl, und Bloom übernimmt genau diesen Job.

Schnelle Übersicht:

  • Die öffentliche Datenbank von iNaturalist enthielt am 24. August 2026 380.058.472 Beobachtungen, davon 155.682.008 von Pflanzen. Davon sind nur 15.478.432 (9,9 %) als kultiviert markiert (API oficial).

  • Seek bestimmte die genaue Art in 52,14 % der Fotos mit Blüte und 22,86 % der Fotos nur mit Blatt im Test von sechs Apps von Campbell, Peacock und Bacon in PLOS ONE (2023).

  • Alle drei Apps sind kostenlos, mit 4+ bewertet, und keine von ihnen listet In-App-Käufe im App Store auf, überprüft bei allen drei Identifikatoren am 22. August 2026.

Welche App für welches Bedürfnis

Die unten aufgeführten Apps konkurrieren nicht direkt um dieselbe Aufgabe, daher starten wir mit einer Übersichtstabelle.

App

Preis

Plattform

Stärke

Gemessene Genauigkeit

Pflanzenpflege?

Krankheitsdiagnose?

Bewertung

Bloom

Kostenlos nutzbar, Premium optional

iOS

Zimmerpflanzen, vom Namen bis zur Pflege

93 % über die Plant.id-Engine (Herstellerangabe)

Ja

Ja, in Premium

4,8 bei über 1.000 Bewertungen

iNaturalist

Kostenlos, werbefrei

iOS, Android, Web

Von Experten geprüfte Wild-Biodiversität

3,6 % Blüte · 6,8 % Blatt (siehe Einschränkung unten)

Nein

Nein

4,11 (1.153 Bewertungen)

Seek

Kostenlos, werbefrei

iOS, Android

Sofortige Bestimmung, offline, ohne Konto

52,1 % Blüte · 22,9 % Blatt (PLOS ONE 2023)

Nein

Nein

4,72 (47.589 Bewertungen)

iNaturalist Classic

Kostenlos, werbefrei

iOS, Android

Nutzer, die an der alten App festhalten

Nicht separat getestet

Nein

Nein

4,56 (9.328 Bewertungen)

Pl@ntNet

Kostenlos, werbefrei

iOS, Android, Web

Genaue Bestimmung von Wildpflanzen

88,2 % Blüte · 80,4 % Blatt (PLOS ONE 2023)

Nein

72 Arten, in der Testphase

4,65 (46.709 Bewertungen)

PictureThis

Kostenlos mit In-App-Käufen

iOS, Android

Großer, gut gepflegter Katalog

59 % bei Giftpflanzen (2021)

Ja

Ja

4,74 (über 2 Millionen)

Achte auf die zwei Spalten für Pflege und Krankheiten: Von den sechs Zeilen steht bei vieren in beiden Spalten ein "Nein". Die meisten Bestimmungs-Apps nennen dir nur den Namen und hören dort auf. Die vier Apps, die an dieser Stelle stoppen, sind genau die kostenlosen Citizen-Science-Apps, die diese Grenze auch in ihrer eigenen Dokumentation offenlegen.

Die Bewertungszahlen stammen aus einer Auswertung der App Store-Einträge Store für Store vom 22. August 2026, gewichtet nach der Anzahl der Bewertungen im jeweiligen Land. Nur den US-amerikanischen Store zu betrachten, liefert ein verzerrtes Bild, da sich die Nutzerverteilung von App zu App stark unterscheidet.

Die Genauigkeitsprozentsätze lassen sich nicht direkt zwischen den Zeilen vergleichen: Die Werte von 93 %, 88,2 % und 59 % stammen aus unterschiedlichen Studien mit verschiedenen Pflanzenarten und Stichproben. Nur die Zeilen, die sich auf die Studie PLOS ONE von 2023 beziehen, können direkt miteinander verglichen werden, da sie im selben Testlauf ermittelt wurden.

Was ist iNaturalist?

iNaturalist ist ein soziales Netzwerk für Naturforschung. Du fotografierst eine Wildpflanze oder ein Wildtier, die App schlägt per Bilderkennung eine Bestimmung vor, und eine weltweite Community aus Naturbegeisterten bestätigt oder korrigiert diesen Vorschlag. Wenn zwei oder mehr Personen übereinstimmen, wird die Beobachtung als Forschungsdaten eingestuft und fließt in Datenbanken ein, die von Wissenschaftlern zur Erforschung der biologischen Vielfalt genutzt werden.

Der offizielle Eintrag im App Store beschreibt das Projekt als "free, nonprofit, and community-powered", also kostenlos, gemeinnützig und von der Community getragen. iNaturalist ist die gemeinnützige Organisation selbst, was oft falsch dargestellt wird. Die California Academy of Sciences, die National Geographic Society, der WWF, die HHMI Tangled Bank Studios und Visipedia werden als Unterstützer des Projekts aufgeführt, nicht als Eigentümer.

Die schiere Größe zeigt, warum das Projekt so ernst genommen wird. Am 24. August 2026 verzeichnete die öffentliche Datenbank 380.058.472 Beobachtungen, von denen 215.032.216 bereits so weit von der Community validiert wurden, dass sie als Forschungsdaten genutzt werden können. Allein auf Pflanzen entfallen davon 155.682.008 Einträge.

iNaturalist, Seek oder Classic: Warum gibt es drei Apps?

Es handelt sich um drei Anwendungen aus demselben Projekt, die vom selben Entwickler veröffentlicht wurden und sich an drei unterschiedliche Zielgruppen richten.

iNaturalist

Seek

iNaturalist Classic

Im Store seit

September 2024

März 2018

Februar 2011

Konto erforderlich

Ja, ab 13 Jahren

Nein

Ja, ab 13 Jahren

Antwort

KI-Vorschlag, von Menschen bestätigt

Sofort auf dem Bildschirm

KI-Vorschlag, von Menschen bestätigt

Funktioniert offline

Nein

Ja

Nein

Deine Daten

Werden zu einer öffentlichen Beobachtung

Bleiben komplett auf dem Gerät

Werden zu einer öffentlichen Beobachtung

KI-Modell

Das aktuellste

Eine ältere Version

Das aktuellste

Sprachen

66

30

33

Bewertungen (gewichtet)

1.153 (4,11)

47.589 (4,72)

9.328 (4,56)

Die ersten fünf Zeilen sind die offizielle Vergleichstabelle aus dem help center do iNaturalist, die ehrlich und die beste Quelle ist, die es dazu gibt. Die letzten drei stammen aus den Datenblättern der App Store.

Die Classic-Version ist die ursprüngliche App aus dem Jahr 2011. Die Beschreibung im Store weist selbst darauf hin, dass es sich um "the original version of our app" handelt, und empfiehlt, die neue App zu nutzen. Sie bleibt lediglich für Nutzer online, die sich an die alte Bedienung gewöhnt haben.

Das neue iNaturalist vom September 2024 ist die Version, die das Projekt heute empfiehlt. Sie ist gleichzeitig die am schlechtesten bewertete der drei Apps, was man jedoch einordnen muss: Eine nach dreizehn Jahren neu aufgelegte App erhält anfangs viele schlechte Bewertungen von Nutzern, die an die alte Version gewöhnt waren. Zudem ist eine Basis von 1.153 Bewertungen im Vergleich zu den 47.589 Bewertungen von Seek sehr klein. Die Note zeigt eher, dass die Umstellung einen Teil der Nutzer verärgert hat, und nicht, dass die App schlechter bestimmt.

Seek ist mit großem Abstand die beliebteste der drei Apps und gleichzeitig die unkomplizierteste. Sie erfordert kein Konto, sendet keine Daten an Server, funktioniert ohne Netzempfang und liefert das Ergebnis direkt auf dem Display. Wenn du einfach nur schnell den Namen einer Pflanze wissen willst, ist Seek genau die App, die du suchst. Der Preis dafür ist die Nutzung eines älteren KI-Modells im Vergleich zur Haupt-App, wie das Help Center offen einräumt.

Sind alle drei wirklich kostenlos?

Ja, das sind sie. Die drei Apps kosten 0,00 USD, sind mit 4+ bewertet und keine der drei listet In-App-Käufe im App Store-Eintrag auf, überprüft unter den Kennungen 1353224144, 6475737561 und 421397028 am 22. August 2026. Es gibt keine Werbung und keine versteckte kostenpflichtige Version.

Der Grund dafür ist struktureller Natur: iNaturalist ist eine gemeinnützige Organisation, die sich durch Spenden und die Unterstützung der im Store-Eintrag von Seek genannten Institutionen finanziert. Es gibt kein kostenpflichtiges Abo, weil es kein kommerzielles Produkt zu verkaufen gibt.

Die Kostenfreiheit ist jedoch nicht das, was die beiden App-Kategorien voneinander trennt. Bei den Apps, die sich nach der Bestimmung auch um die Pflege kümmern, landet man meistens direkt bei einem kostenpflichtigen Abo. Bloom bietet einen kostenlosen Modus mit 2 Bestimmungen pro Monat und einem Gießplan, während die Krankheitsdiagnose per Foto Teil der Premium-Version ist.

Wie treffsicher ist Seek wirklich?

Fast alles, was man über die Genauigkeit von Pflanzen-Apps liest, basiert darauf, dass jemand eine Handvoll Töpfe zu Hause testet. Neil Campbell, Julie Peacock und Karen Bacon veröffentlichten in der PLOS ONE im Jahr 2023 einen Test von sechs Apps mit 38 krautigen Arten, 280 Blütenfotos und 280 reinen Blattfotos, alle aufgenommen mit demselben Mobiltelefon und ohne Bearbeitung.

Das strengste Kriterium verlangt, dass der erste Vorschlag der App exakt der gesuchten Art entspricht. Unter dieser Bedingung ergaben sich folgende Werte:

App

Fotos mit Blüte

Fotos nur mit Blatt

Pl@ntNet

88,21 %

80,36 %

Leaf Snap

83,57 %

77,14 %

Seek

52,14 %

22,86 %

iNaturalist

3,57 %

6,79 %

Google Lens und PlantSnap wurden ebenfalls getestet, schnitten jedoch schlechter ab als Leaf Snap.

Der Wert von 3,57 % bei iNaturalist bedeutet nicht, dass die App in 96 von 100 Fällen falsch liegt. iNaturalist gibt sehr oft nur die Gattung an, anstatt eine unsichere Artbestimmung zu riskieren. Das Kriterium der Studie wertete jedoch jede Antwort als falsch, die nicht sofort die exakte Art an erster Stelle nannte. Das ist ein Unterschied im Konzept: Die App wurde so entwickelt, dass sie lieber eine vorsichtige Antwort liefert, die von der Community später präzisiert werden kann. Die endgültige Bestimmung übernehmen hier Menschen, nicht die KI. Der eigentlich vergleichbare Wert in dieser Studie ist der von Seek, da diese App darauf ausgelegt ist, ohne menschliche Hilfe sofort zu antworten.

Die andere Erkenntnis aus dieser Tabelle gilt für jede App: Fotografiere die Blüte. Bei Seek sinkt die Genauigkeit von 52,14 % auf 22,86 %, wenn das Foto keine Blüte zeigt, sie verliert also mehr als die Hälfte ihrer Präzision. Blüten und Früchte enthalten weitaus mehr charakteristische Merkmale als Blätter, da sich optisch sehr ähnliche Arten oft nur dadurch unterscheiden lassen. Bevor du also die App wechselst, suche nach einer Blüte, einer Knospe oder einer Frucht an der Pflanze und gehe mit der Kamera näher heran. Das verbessert das Ergebnis meist deutlicher als ein App-Wechsel.

Wo iNaturalist an seine Grenzen stößt: Deine Zimmerpflanze

Die Antwort auf die Frage, warum die App deine Topfpflanze ignoriert hat, liefert iNaturalist auf der eigenen Website. Im Help Center heißt es auf der Seite, die die Kennzeichnung einer Beobachtung als kultiviert erklärt:

"iNat is primarily about observing wild organisms, not pets, animals in zoos, garden plants, specimens in drawers, etc."

Das heißt: Bei iNaturalist geht es in erster Linie darum, wilde Organismen zu beobachten, keine Haustiere, Zootiere, Gartenpflanzen oder Sammlungsbeobachtungen. Die offizielle Seite erklärt, dass viele wissenschaftliche Partner kein Interesse an dieser Art von Datensätzen haben, weshalb diese Markierung existiert.

Zweigeteiltes Bild: Links ein Löwenzahn mit gelber Blüte, der aus einer Gehwegspalte wächst; rechts eine Monstera im Terrakottatopf in einem Wohnzimmer.
Beide Pflanzen sind für dich vielleicht gleich viel wert, für iNaturalist bedeuten sie jedoch völlig unterschiedliche Dinge. Die linke liefert wertvolle Forschungsdaten, die rechte wird als Gelegenheitsbeobachtung eingestuft und aus den Statistiken herausgefiltert. Bild mit KI generiert.

In der Praxis werden Beobachtungen von kultivierten Pflanzen in die Kategorie "casual" (Gelegenheitsbeobachtung) herabgestuft und fließen nicht in die Forschungsdaten ein. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn man sich die Zahlen für einzelne Arten anschaut. Ich habe am 24. August 2026 die öffentliche API für sieben beliebte Zimmerpflanzen und drei typische Wildkräuter abgefragt:

Art

Beobachtungen insgesamt

Als kultiviert markiert

Als Forschungsdaten übernommen

Pilea peperomioides (Uranuspflanze)

3.486

96,5 %

0

Zamioculcas zamiifolia (Glücksfeder)

10.089

94,8 %

92

Ficus lyrata (Geigenfeige)

7.871

90,0 %

267

Chlorophytum comosum (Grünlilie)

19.736

86,4 %

1.174

Spathiphyllum wallisii (Einblatt)

16.263

85,1 %

455

Monstera deliciosa (Köstliches Fensterblatt)

21.366

66,5 %

5.966

Epipremnum aureum (Efeutute)

38.356

65,7 %

11.407

Taraxacum officinale (Gemeiner Löwenzahn)

285.427

0,5 %

164.559

Achillea millefolium (Gemeine Schafgarbe)

337.776

1,9 %

261.455

Trifolium repens (Weiß-Klee)

257.278

0,5 %

245.631

Der Löwenzahn allein hat mehr bestätigte Forschungsdaten (164.559) als die sieben Zimmerpflanzen aus der Tabelle an Beobachtungen insgesamt vorweisen können (117.167). Und die Pilea, eine der beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt, steht bei glatten Null Forschungsdaten.

Es gibt noch eine automatische Regel, die fast niemand kennt und die den Kreis schließt. Die Dokumentation des Data Quality Assessment besagt, dass das System selbstständig dafür stimmt, dass die Beobachtung nicht wildlebend ist, wenn bereits mindestens 10 andere Beobachtungen derselben Gattung in derselben Gemeinde, demselben Bundesland oder Land existieren und 80 % oder mehr davon als nicht wildlebend markiert sind (help center).

Einfach ausgedrückt: Deine Monstera im Wohnzimmer braucht nicht einmal einen menschlichen Nutzer, der sie herabstuft. Wo bereits viele Menschen eine Monstera im Topf fotografiert haben, erledigt das System die Einstufung ganz automatisch. Das Projekt schützt damit die Reinheit seiner Forschungsdaten. Für dich als Nutzer fühlt sich die App dadurch allerdings so an, als würde sie sich nicht für deine Pflanze interessieren.

Welche Alternative in welchem Fall hilft

Für jede der folgenden Aufgaben gibt es eine App, die das Problem am besten löst. In zwei Fällen ist das sogar iNaturalist selbst.

Die Pflanze gehört dir, steht drinnen und sieht kränklich aus

Hier hilft keine reine Bestimmungs-App weiter, denn dein Problem ist nicht der Name der Pflanze. Du brauchst eine App, die das Foto der Symptome analysiert und dir konkrete Pflegehinweise zu Gießen, Licht und Behandlung liefert.

Bloom. Die Bestimmung läuft über Plant.id von Kindwise, was laut dem Anbieter in Tests unabhängiger Universitäten eine Genauigkeit von 93 % aufweist. Diese Zahl bezieht sich auf die KI-Engine, nicht auf die gesamte App, und stammt vom Hersteller. Der unabhängige Test, den man überprüfen kann, stammt aus dem Jahr 2020: Hamlyn Jones von der Universität Dundee verglich neun Apps anhand der britischen Flora, und Plant.id belegte den ersten Platz (AoB PLANTS).

Der genaue Prozentsatz ist jedoch weniger wichtig als das, was nach der Bestimmung passiert. Bloom analysiert das Foto der Symptome und erstellt einen passenden Pflegeplan für Gießen, Licht und Behandlung. Die App bietet einen kostenlosen Modus mit 2 Bestimmungen pro Monat und einem Gießplan, während die Krankheitsdiagnose per Foto im Premium-Abo enthalten ist. Sie hält eine Bewertung von 4,8 bei über 1.000 Rezensionen und läuft ausschließlich auf iOS.

Du möchtest, dass dein Foto zu echten wissenschaftlichen Daten wird

Bleibe bei iNaturalist, denn hierfür gibt es keinen Ersatz. Keine andere App auf der Liste wandelt deine Beobachtung in einen von echten Experten geprüften Datensatz um, der für die Biodiversitätsforschung frei zugänglich ist. Die 215 Millionen bereits validierten Beobachtungen sind genau das. Wenn du Wildkräuter am Wegrand, Küstenpflanzen oder invasive Arten auf dem Gehweg dokumentierst, würdest du beim Wechsel der App genau das Alleinstellungsmerkmal verlieren, das kein Konkurrent bietet.

Du willst den Namen sofort, ohne Registrierung und ohne Internet

Seek. Das ist die App des Projekts für genau diesen Fall: Sie bestimmt Pflanzen in Echtzeit direkt auf dem Bildschirm, verlangt keine Anmeldung, funktioniert offline und sendet keine Daten von deinem Gerät weg. Sie ist zudem die einzige der drei Apps, die Kinder ohne die elterliche Aufsicht über ein Benutzerkonto sicher nutzen können. Die Einschränkung wurde bereits genannt: Das KI-Modell ist älter als das der Haupt-App, und die exakte Art wird bei etwa der Hälfte der Blütenfotos richtig erkannt.

Du suchst die exakte Art einer Wildpflanze

Pl@ntNet. Im PLOS ONE-Test belegte es in beiden Spalten den ersten Platz, mit 88,21 % bei Blütenfotos. Es ist kostenlos, wird von öffentlichen Forschungsinstituten in Frankreich betrieben und lässt dich vor dem Fotografieren die regionale Flora auswählen. Wenn deine Beschwerde über iNaturalist lautet „es zeigt nur die Gattung an“, ist das die App, die dir die Art nennt. Den vollständigen Vergleich findest du in der alternativa ao Pl@ntNet.

Du willst nur kurz für fünf Sekunden deine Neugierde stillen

Google Lens. Die bequemste, aber auch ungenaueste Variante im Vergleich: Im PLOS ONE-Test blieb sie hinter Leaf Snap und Pl@ntNet zurück. Sie eignet sich gut für den schnellen Alltag, nicht aber für wichtige Entscheidungen. Wie sie funktioniert und wo sie scheitert, erfährst du im Leitfaden zur Pflanzenbestimmung mit Google Lens.

Wenn du vor der Entscheidung lieber direkt vergleichen möchtest, findest du im Blog unsere Rangliste der besten Pflanzenbestimmungs-Apps sowie einen direkten Vergleich zwischen Pl@ntNet und Bloom.

Keine dieser Apps eignet sich zur Bestimmung von giftigen oder essbaren Pflanzen

Otter, Mayer und Tomaszewski testeten drei Apps an 17 häufigen Giftpflanzen und veröffentlichten das Ergebnis im Journal of Medical Toxicology im Jahr 2021. PictureThis identifizierte 10 der 17 Arten korrekt (59 %), Pl@ntNet 8 der 17 (47 %) und PlantSnap 1 der 17 (5,8 %).

Die Autoren der PLOS ONE-Studie betonen ausdrücklich, dass man sich bei der Bestimmung von giftigen Arten keinesfalls auf Apps verlassen sollte ("should not be trusted to identify toxic species"). Wenn die Frage lautet: "Mein Kind oder meine Katze hat an diesem Blatt gekaut, ist das gefährlich?" oder "Kann man das essen?", hilft keine App der Welt weiter. In solchen Fällen sind der Giftnotruf, ein Krankenhaus oder ein Botaniker die einzig sicheren Anlaufstellen.

Zur reinen Vorbeugung ist das Überprüfen der Giftigkeit in einer Pflege-App natürlich sinnvoll, um den passenden Standort für den Topf zu wählen, bevor etwas passiert. Es ersetzt im Notfall jedoch keine medizinische Hilfe.

Häufig gestellte Fragen

Ist iNaturalist kostenlos?

Ja, und das gilt für alle drei Apps des Projekts. iNaturalist, Seek und iNaturalist Classic kosten $0,00, enthalten keine Werbung und listen im App Store keine In-App-Käufe auf. Da iNaturalist eine gemeinnützige Organisation ist, die durch Spenden und unterstützende Institutionen getragen wird, gibt es keine kostenpflichtige Version.

Was ist der Unterschied zwischen iNaturalist und Seek?

iNaturalist lädt deine Beobachtung hoch, damit eine weltweite Community sie bestimmen und in wissenschaftliche Daten umwandeln kann. Dafür sind ein Konto und eine Internetverbindung nötig. Seek liefert das Ergebnis sofort auf dem Display, ohne Anmeldung, ohne Internet und ohne Daten an Server zu senden. Die eine ist ein Citizen-Science-Netzwerk, die andere eine schnelle Erkennung für die Hosentasche.

iNaturalist oder iNaturalist Classic: Welche App soll ich herunterladen?

Die neue Version. Die Beschreibung von Classic im App Store weist selbst darauf hin, dass es sich um die ursprüngliche Version der App handelt, und empfiehlt das überarbeitete iNaturalist, das auch weiterhin Updates erhält. Classic wird lediglich für langjährige Nutzer weitergeführt, die sich nicht umgewöhnen möchten.

Pl@ntNet oder iNaturalist: Was ist besser?

Um den exakten Artnamen einer Wildpflanze zu bestimmen, trifft Pl@ntNet deutlich häufiger ins Schwarze: 88,21 % stehen 3,57 % im selben PLOS ONE-Test von 2023 gegenüber. iNaturalist antwortet oft nur auf Gattungsebene, glänzt dafür aber in anderen Bereichen: der prüfenden Community, der Abdeckung von Tieren und Pilzen sowie der Erfassung von Forschungsdaten. Viele Naturbegeisterte nutzen einfach beide Apps parallel.

Warum erkennt iNaturalist meine Zimmerpflanze nicht?

Weil die App nicht für diesen Zweck entwickelt wurde. Das Help Center weist darauf hin, dass sich das Projekt primär auf Wildorganismen konzentriert, weshalb Beobachtungen von kultivierten Pflanzen als Gelegenheitsfunde herabgestuft werden. Es gibt sogar eine automatische Regel, die eine Pflanze als nicht wildlebend markiert, sobald 80 % der Einträge dieser Gattung in deiner Region bereits so eingestuft wurden.

Was du jetzt tun kannst

iNaturalist benötigt keine Alternative, wenn du wildlebende Natur beobachten möchtest. In diesem Bereich ist das Projekt konkurrenzlos: 215 Millionen von echten Menschen validierte Beobachtungen bilden eine einzigartige öffentliche Infrastruktur für die Biodiversitätsforschung, die keine kommerzielle App bieten kann. Wenn dich lediglich stört, dass die App oft nur die Gattung nennt, liefert dir Pl@ntNet eine kostenlose und ebenfalls gemeinnützige Lösung für die genaue Artbestimmung.

Eine Alternative wird erst dann nötig, wenn sich deine Frage von "Was ist das für eine Pflanze?" hin zu "Was fehlt dieser Pflanze?" verschiebt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Probleme, die auch unterschiedliche Werkzeuge erfordern. Wenn du hier die falsche App nutzt, führt das schnell zu Frust. Für den zweiten Fall ist eine App, die Bestimmung und Pflege auf einem Bildschirm vereint, der direkteste Weg: Bloom bietet genau das, verfügt über einen kostenlosen Modus und läuft auf iOS. Wenn du lieber direkt bei den Symptomen ansetzen willst, wirf einen Blick auf unsere Ratgeber Was fehlt meiner Pflanze? oder den Guide zu gelben Blättern, dem häufigsten Pflegeproblem bei Zimmerplants.

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