PictureThis vs Bloom: Welche App zur Pflanzenbestimmung ist besser? Ich habe beide getestet
Ich habe beide Apps getestet und mir die Ergebnisse unabhängiger Studien angeschaut. Hier erfährst du, welche App sich für Zimmerpflanzen eignet, welche für Bäume und welche wirklich kostenlos ist.
Schnelles Urteil: Für Zimmerpflanzen ist Bloom die beste Wahl. Die App nutzt Plant.id zur Bestimmung, bietet einen dauerhaft kostenlosen Modus, gibt Gießmengen in Millilitern an und zeigt Giftigkeitshinweise direkt im Steckbrief. PictureThis bleibt die erste Wahl für Bäume, Wildkräuter und seltene Arten, wo die Datenbank mit 400.000 Arten ihre Stärken voll ausspielt. Die beiden Apps wurden bisher noch nie in derselben Studie wissenschaftlich verglichen.
Bloom ist die App aus dem Hause, das diesen Blog betreibt. Genau aus diesem Grund habe ich mich auf unabhängige Messungen von Dritten gestützt, anstatt nur unsere eigene Meinung zu verbreiten. Und genau deshalb findest du die Stärken von PictureThis hier mitten auf der Seite in Fettschrift.
Ich habe im Leben schon mehr Pflanzen auf dem Gewissen, als ich gerne zugebe. Ich habe Sukkulenten gekauft, weil ich dachte, sie seien unkaputtbar, habe Basilikum eine ganze Woche lang auf der Fensterbank vergessen und stand eines Tages fassungslos vor der völlig schlaffen Monstera meiner Mutter. Damals fing ich an, nach Apps zur Pflanzenbestimmung auf dem Handy zu suchen. Ich habe viele ausprobiert, unbrauchbare direkt wieder gelöscht, und zwei sind am Ende geblieben: Bloom und PictureThis.
Schnelle Antwort (wenn du es eilig hast)
Wenn das auf dich zutrifft... | Die App, die ich dir empfehle, ist... |
|---|---|
Du fängst gerade erst an oder hast bisher kein glückliches Händchen mit Pflanzen gehabt | Bloom |
Du möchtest die App unbegrenzt und völlig kostenlos testen | Bloom (bietet einen dauerhaft kostenlosen Modus) |
Du bist dir nie sicher, wie viel Wasser deine Pflanzen brauchen | Bloom (nennt die genaue Menge in Millilitern) |
Du hast Katzen, Hunde oder kleine Kinder im Haus | Bloom (zeigt die Giftigkeit direkt im Steckbrief an) |
Du wünschst dir jemanden, der dich ans Gießen erinnert | Bloom |
Du beschäftigst dich viel mit Bäumen, Wildkräutern oder exotischen Arten | PictureThis (Datenbank mit 400.000 Arten) |
Du nutzt ein Android-Gerät | PictureThis (Bloom gibt es aktuell nur für das iPhone) |
Ist PictureThis wirklich kostenlos?
Das ist eine der am häufigsten gestellten Fragen bei Google, und die Antwort fällt bei beiden Apps völlig unterschiedlich aus.
Bloom bietet einen dauerhaft kostenlosen Modus. PictureThis tut das nicht; dort bekommst du nur ein paar Bestimmungen, bevor du ein Abo abschließen musst. Für alle, die eine App erst einmal unverbindlich ohne Kreditkarte testen wollen, ist das oft schon die Entscheidung.
Bei Bloom läuft die Gratis-Version nicht ab: Du bekommst dauerhaft 2 Bestimmungen pro Monat und Zugriff auf den Gießplan, ganz ohne Zahlungsdaten hinterlegen zu müssen. Der Bezahlplan schaltet unbegrenzte Bestimmungen, die Krankheitsdiagnose per Foto und die kompletten Pflegedetails frei. Man kann die App also problemlos monatelang kostenlos mit Einschränkungen nutzen und sich später entscheiden.
Bei PictureThis kann man anfangs ein paar Pflanzen bestimmen, doch schon bald fordert die App zum Abschluss eines Abos auf. In Online-Foren findet man schnell Threads von Nutzern, die sich über unerwartete Abbuchungen beschweren. Das liegt nicht daran, dass die App betrügt, sondern daran, dass die Abo-Aufforderung sehr früh erscheint und der rote Warnpunkt im Menü fast dauerhaft präsent ist. Wer im Glauben startet, die App sei dauerhaft kostenlos, ist schnell frustriert.
In dieser Hinsicht ist Bloom die Ausnahme, nicht die Regel: Die meisten Bestimmungs-Apps auf dem Markt bieten keinen echten Gratis-Modus, sondern nur einen kurzen Testzeitraum vor der Paywall.
Auf genaue Preise verzichte ich hier aus praktischen Gründen: Die Kosten für diese Apps ändern sich je nach Region und oft ohne Vorankündigung. Jeder Betrag, den ich hier nennen würde, wäre für viele Leser schnell veraltet. Der App Store deines Handys zeigt dir immer den aktuell gültigen Preis für dein Land an, bevor du etwas bestätigst.
Wenn du dich ohnehin schon gegen PictureThis entschieden hast und nach Alternativen suchst, habe ich einen eigenen Artikel für alle, die die App wechseln möchten, geschrieben. Hier soll es aber um den direkten Vergleich gehen, wenn du noch unentschlossen bist.
Wie ich getestet habe
Ich habe beide Apps auf demselben Handy mit derselben Kamera über einen Zeitraum von drei Wochen genutzt. Ich habe sie auf Pflanzen gerichtet, die ich bereits zu Hause hatte (Basilikum, Monstera, Efeutute, Sukkulenten, Rosmarin und eine Orchidee, die nur aus purem Trotz überlebt), und auch auf Wildkräuter am Wegrand, um die Genauigkeit zu prüfen. Später habe ich die Diagnosefunktion getestet, indem ich absichtlich ein gelbes Blatt fotografiert habe.
Besonders wichtig war mir auch, wie sich die App im Alltag anfühlt. Die beste App nützt nichts, wenn man schon beim Öffnen die Lust verliert.
Getestet wurden PictureThis in der Version 5.70.0 und Bloom in der Version 1.0.12, beide überprüft im US-amerikanischen App Store am 22. August 2026. Beide liefen auf dem iPhone.
Die Monstera war mein Haupttestobjekt, da sie in fast jedem Haushalt zu finden ist und in beiden Datenbanken eine zentrale Rolle spielt:
Ein dreiwöchiger Test mit einer Handvoll Pflanzen ist natürlich keine riesige Datenbasis. Deshalb habe ich mir wissenschaftliche Untersuchungen mit großen Stichproben angesehen.
Genauigkeit: Was die unabhängige Forschung sagt
Das ist der Punkt, an dem in vielen Testberichten im Internet Zahlen erfunden werden.
Die Genauigkeit einer Pflanzen-App misst den Prozentsatz der Fotos, bei denen die App die Pflanze korrekt erkennt. Dabei unterscheidet man zwei Ebenen: das Erkennen der Gattung (die Gruppe, wie „Monstera“) und das Erkennen der genauen Art (wie *Monstera deliciosa*). Jede App erkennt die Gattung zuverlässiger als die genaue Art, und die Trefferrate sinkt bei schlechter Bildqualität drastisch.
Drei von Experten begutachtete Studien haben diese Apps getestet, wobei keine der Studien von den App-Herstellern selbst finanziert wurde.
Studie | Was wurde getestet | Wichtigstes Ergebnis |
|---|---|---|
9 Apps, 38 Bilder der britischen Flora, jeweils 5 Wiederholungen | Der erste Platz ging an Plant.id, die Erkennungstechnologie, die auch Bloom nutzt: 57 % korrekte Bestimmungen bis zur Art und 70 % bis zur Gattung. Pl@ntNet erreichte 39 %, Seek 35 % und PlantSnap 24 %. PictureThis war nicht Teil dieses Tests. | |
6 Apps, 55 Baumarten, 440 Fotos von Blättern und Rinde | PictureThis war am präzisesten: 97,27 % Genauigkeit bei der Gattung und 83,86 % bei der Art bei Blattfotos. Bei Rindenfotos sank der Wert auf 65,45 % bzw. 51,82 %. Plant.id wurde hier nicht getestet. | |
6 Apps bei der Bestimmung von 16 giftigen und essbaren Arten | Gesamtdurchschnitt von 76 % bei der Gattung und 58 % bei der Art. PictureThis lag an der Spitze (96 % und 94 %), PlantSnap auf dem letzten Platz (53 % und 34 %). Plant.id war nicht im Test vertreten. |
Vier wichtige Erkenntnisse lassen sich aus diesen Daten ableiten, die auch meine eigene Sichtweise verändert haben.
Erstens: Die Erkennung von Bloom basiert auf Plant.id, und Plant.id belegte in der Studie von 2020 den ersten Platz – noch vor Pl@ntNet, Seek, Flora Incognita und Google Lens. Bloom gibt eine Genauigkeit von 93 % an, die von unabhängigen Universitäten ermittelt wurde. Das ist die offizielle Zahl der App, die ich hier genauso verwende wie die Auszeichnungen, mit denen PictureThis wirbt.
Zweitens: Die beiden Apps wurden noch nie in derselben wissenschaftlichen Studie direkt miteinander verglichen. PictureThis belegte in den beiden Studien, an denen es teilnahm, jeweils den ersten Platz, war aber 2020 nicht dabei. Plant.id lag 2020 vorn, fehlte dafür in den anderen beiden Untersuchungen. Wer behauptet, eine der beiden Apps sei generell besser, müsste auf eine Studie warten, die beide direkt gegenüberstellt.
Drittens: Zahlen aus unterschiedlichen Studien lassen sich nicht einfach vergleichen. Die 83,86 % von PictureThis beziehen sich auf Blattfotos von 55 Bäumen in New Jersey; die 57 % von Plant.id stammen von 38 bewusst schwierig ausgewählten Bildern der britischen Flora aus dem Jahr 2020. Diese Zahlen direkt nebeneinanderzustellen, ist ein häufiger Fehler in Testberichten, weshalb ich hier keinen eindeutigen Gesamtsieger ausrufen werde.
Viertens: Die Qualität deines Fotos entscheidet oft mehr über den Erfolg als die App selbst. In der Baumstudie sank die Trefferquote von PictureThis bei derselben Baumart von 83,86 % bei einem Blattfoto auf 51,82 % bei einem Foto der Rinde. Es war dieselbe künstliche Intelligenz am selben Tag. Fotografiere Blätter nah, bei gutem Licht und isoliere die Pflanze im Bild. Das bringt oft mehr als ein App-Wechsel.
In der Praxis bestätigte sich genau das während meiner Testwochen: Bei klassischen Zimmerpflanzen erkannten beide Apps alles fehlerfrei, und am selben Wildkraut im Park scheiterten beide gleichermaßen.
Bloom: Was nach dem Foto passiert
Ich beginne mit Bloom, der App, die ich am Ende den meisten Menschen in meinem Umfeld empfohlen habe. Beim ersten Start wird man von einem freundlichen 3D-Maskottchen namens Pip begrüßt. Das mag wie eine Kleinigkeit wirken, sorgt aber sofort für eine angenehme Atmosphäre.

Im App Store erreicht Bloom eine Bewertung von 4,8 Sternen bei über 1.000 Bewertungen über die verschiedenen Stores hinweg. Das liegt auf einem Niveau mit PictureThis, das 4,7 Sterne vorweist. Der Unterschied liegt in der Anzahl: Etwas mehr als tausend Stimmen stehen hier 2,2 Millionen gegenüber. Wer sich also primär an riesigen Nutzerzahlen orientiert, wird hier den einzigen echten Nachteil von Bloom sehen.
Die Bestimmung funktionierte bei meinen Zimmerpflanzen tadellos. Die Monstera wurde sofort erkannt, ebenso die Efeutute. Am Wildkraut im Park scheiterte die App, genau wie die Konkurrenz.
Das Ergebnis liefert die Übereinstimmung in Prozent, den populären sowie den wissenschaftlichen Namen und bietet drei Reiter: Übersicht, Pflege und Botanik. Direkt auf dem ersten Schirm sieht man Infokarten zu Gießen, Lichtbedarf, Temperaturbereich und Luftfeuchtigkeit. Man muss nicht einmal tippen, um die wichtigsten Basics zu sehen.

Sobald eine Pflanze in deinen virtuellen Garten wandert, zeigt die App zwei Funktionen, die mir im Alltag extrem geholfen haben. Erstens: ein Gesundheitswert von 0 bis 100. Zweitens: die Wassermenge in Millilitern, die individuell für diese Pflanze, den Topf und den Standort berechnet wird. Statt vager Ratschläge wie „mäßig gießen“ bekommt man eine präzise Zahl, die sich bei einem Standortwechsel einfach neu berechnen lässt.

Dein Garten lässt sich nach Zimmern organisieren, und die App warnt dich, wenn eine Pflanze überfällig ist. Ein übersichtlicher Pflegeplan zeigt an, was heute ansteht, was erledigt ist und was in den nächsten Tagen folgt – von Gießen über Düngen, Beschneiden und Umtopfen bis hin zum Fototagebuch. Das hat verhindert, dass mein Basilikum wieder vertrocknet ist.

Im Steckbrief listet die App zudem potenzielle Krankheitsrisiken der jeweiligen Art auf (hoch, moderat, niedrig) und warnt direkt vor Giftigkeit für Katzen, Hunde und Kinder. Über das Schnellstartmenü erreicht man zudem nützliche Tools wie den Lichtmesser, einen Unkrautbestimmer und den Giftigkeits-Check. Der Lichtmesser hat mir schnell gezeigt, dass die Ecke, in der meine Sukkulente stand, viel zu dunkel war.
Was Bloom besonders gut macht
Bestimmung über Plant.id mit einer von unabhängigen Universitäten bestätigten Genauigkeit von 93 %
Ein dauerhaft kostenloser Modus, den die meisten Konkurrenten nicht anbieten
Präzise Gießmengen in Millilitern, berechnet für Pflanze, Topf und Standort
Direkte Hinweise zur Giftigkeit für Haustiere und Kinder im Steckbrief
Gesundheitsbewertung und ein strukturierter Pflegeplan für den Alltag
Schneller Start: Die Kamera ist in etwa 40 Sekunden einsatzbereit
Auflistung von Krankheitsrisiken, noch bevor die Pflanze Schaden nimmt
Wo die Schwächen liegen
Datenbank mit 35.000 Arten im Vergleich zu den über 400.000 des Konkurrenten
Seltene Arten, Bäume und Wildkräuter sind nicht die Stärke der App
Etwas mehr als 1.000 Bewertungen im Store im Vergleich zu 2,2 Millionen bei PictureThis
Im kostenlosen Modus sind nur 2 Bestimmungen pro Monat frei, Krankheitsdiagnosen fehlen
Bisher nur für das iPhone verfügbar
PictureThis: Der erfahrene Platzhirsch
PictureThis ist wahrscheinlich die erste App, auf die du bei deiner Suche stößt. Sie dominiert die Kategorie seit Jahren, was die Zahlen im Store eindrucksvoll belegen: 2.211.115 Bewertungen und eine Note von 4,7 über alle 155 Länder-Stores der App Store hinweg (Stand: 22. August 2026).
Das zeigt sich schon bei der ersten Nutzung. Die App teilt dir mit, dass sie die Nummer 1 bei den Installationen ist, zeigt eine Weltkarte mit den Orten, an denen Menschen sie nutzen, und präsentiert eine Trophäe mit der Information, dass sie sechs Jahre in Folge zur präzisesten App gewählt wurde, versehen mit dem Siegel der Michigan State University.

Nachdem ich die Studien gelesen hatte, wirkte diese Präsentation auf mich deutlich glaubwürdiger als beim ersten Ausprobieren.
Der Nachteil dieser Detailtiefe ist jedoch der Umfang beim Start. Man muss sich durch mehr als acht Info-Bildschirme klicken, bevor man die App überhaupt nutzen kann. Das hat im Test über eine Minute gedauert – wer nur schnell wissen will, warum der Farn gelbe Blätter bekommt, verliert hier leicht die Geduld.
Direkt danach folgt jedoch ein genialer Kniff: Die App stellt eine virtuelle Testpflanze bereit. Auf dem Bildschirm erscheint die Meldung „Wir haben eine Pflanze für dich vorbereitet“. Tippt man darauf, simuliert die App die Bestimmung einer Gardenie und zeigt den kompletten Steckbrief.

Das mag wie ein Spielzeug wirken, löst aber das echte Problem von Nutzern, die die App installieren, ohne gerade eine Pflanze griffbereit zu haben.
Der Pflegebereich ist solide aufgebaut, wirkt in der Darstellung jedoch eher wie ein technisches Datenblatt als wie ein liebevoller Ratgeber. Das Tool-Menü mit Gießrechner, Diagnosefunktion, Gartenbuch und Unkrautbestimmer erinnert an ein praktisches Schweizer Taschenmesser für Pflanzen.

Eine kleine Korrektur zu einer früheren Version dieses Textes: Ich hatte geschrieben, dass PictureThis die Giftigkeit von Pflanzen nicht prominent anzeigt. Das stimmt so nicht. PictureThis verfügt über eine umfangreiche Datenbank zu giftigen Pflanzen, auch auf der eigenen Website, und wirbt damit direkt auf der Startseite. Der Unterschied liegt lediglich darin, wo diese Information im App-Verlauf platziert ist, nicht ob sie existiert.
Was PictureThis besonders gut macht
Erster Platz in beiden unabhängigen Studien, in denen die App getestet wurde
Riesige Datenbank mit über 400.000 Arten im Vergleich zu 35.000 bei Bloom
Hervorragend geeignet für Bäume, Wildkräuter und Gartenpflanzen
Eine virtuelle Testpflanze zum Ausprobieren der Funktionen direkt nach dem Start
Langjährige Marktpräsenz und eine riesige aktive Community
Was mich gestört hat
Die Einrichtung beim ersten Start dauert über eine Minute, bevor man die Kamera nutzen kann
Die Abo-Aufforderung mit dem roten Warnpunkt ist fast dauerhaft präsent
Die Benutzeroberfläche wirkt eher technisch und weniger einladend
Die App liefert hervorragende Bestimmungen, lässt einen im Alltag bei den konkreten Pfgeschritten aber etwas allein
Der direkte Vergleich
Kriterium | PictureThis | Bloom |
|---|---|---|
Erkennungstechnologie | Eigene Entwicklung | Plant.id, Platz 1 in der Jones-Studie (2020) |
Genannte Genauigkeit | Platz 1 in zwei Studien (97,27 % bei der Gattung auf Blattfotos, Schmidt et al., 2022) | 93 %, bestätigt durch unabhängige Universitäten |
Datenbankgröße | Über 400.000 Arten | Über 35.000 Arten |
Bewertung im App Store | 4,7 | 4,8 |
Anzahl der Bewertungen | 2.211.115 | Mehr als 1.000 |
Getestete Version | 5.70.0 | 1.0.12 |
Zeit bis zur ersten Nutzung | Über eine Minute | Etwa 40 Sekunden |
Dauerhaft kostenloser Modus | Nein, nur wenige Bestimmungen vor der Abo-Aufforderung | Ja, 2 Bestimmungen pro Monat und Nutzung des Gießplans |
Krankheitsdiagnose | Ja, im Bezahlplan über das Tool-Menü | Ja, im Bezahlplan direkt integriert |
Giftigkeitshinweise | Ja, in der eigenen Datenbank und auf der Website | Ja, direkt im Steckbrief der Pflanze integriert |
Gießempfehlungen | Gießrechner mit allgemeinen Angaben | In Millilitern, angepasst an Pflanze, Topf und Standort |
Gesundheitswert der Pflanze | Keine vergleichbare Funktion gefunden | Ja, auf einer Skala von 0 bis 100 |
Pflegekalender | Ja, in Form von klassischen Erinnerungen | Ja, strukturiert nach überfälligen, heutigen und zukünftigen Aufgaben |
Lichtmesser | Teilweise integriert | Ja, direkt im Schnellstartmenü |
Plattformen | iPhone und Android | Nur iPhone |
Am besten geeignet für | Präzise Bestimmung, seltene Arten, Bäume, Gartenpflanzen | Zimmerpflanzen, Einsteiger, Haushalte mit Haustieren |
Bloom ist aktuell nur für das iPhone verfügbar. Wenn du ein Android-Gerät nutzt, erübrigt sich der Vergleich und PictureThis ist deine logische Wahl.
Keine App ersetzt den gesunden Menschenverstand
Die 2023 im Fachjournal Clinical Toxicology veröffentlichte Studie testete Bestimmungs-Apps mit 16 giftigen und essbaren Pflanzenarten aus dem Mittleren Westen der USA. Neben den Trefferraten hielten die Autoren ein erschreckendes Ergebnis fest: 5 der 11 potenziell giftigen Arten wurden von mindestens einer App als essbar eingestuft. Das Fazit der Wissenschaftler ist eindeutig: Für die Bestimmung von essbaren Wildpflanzen sind diese Apps im aktuellen Entwicklungsstadium nicht sicher genug.
Das gilt für beide Apps in diesem Vergleich ebenso wie für Google Lens. Die Giftigkeitswarnung in der App ist nur eine Datenbankabfrage, die nur dann korrekt ist, wenn auch die Bestimmung absolut fehlerfrei war. Stimmt der Name nicht, stimmt auch die Warnung nicht – obwohl sie auf dem Bildschirm völlig überzeugend präsentiert wird.
Für Haushalte mit Kindern oder Haustieren haben diese Apps daher vor allem einen Nutzen: Sie helfen vor dem Kauf im Gartencenter. Bevor man eine neue Pflanze nach Hause holt, lässt sich die Giftigkeit prüfen und das Ergebnis einfach mit dem Etikett im Laden abgleichen.
Was die App niemals entscheiden sollte: ob eine angeknabberte Zimmerpflanze gefährlich für die Katze ist oder ob man das Wildkraut aus dem Garten bedenkenlos essen kann. In solchen Fällen greift man nicht zur Kamera, sondern wählt direkt die Nummer des Tierarztes oder des Giftnotrufs.
Wähle Bloom, wenn...
Deine Pflanzen hauptsächlich in der Wohnung stehen und du dich als Anfänger bezeichnest
Du konkrete Milliliter-Angaben beim Gießen statt vager Schätzungen bevorzugst
Du Haustiere oder Kinder hast und die Giftigkeit vor dem Kauf prüfen willst
Du einen übersichtlichen, strukturierten Pflegeplan suchst, der über reine Erinnerungen hinausgeht
Du ein iPhone nutzt
Wähle PictureThis, wenn...
Die maximale Genauigkeit bei der Namensbestimmung dein wichtigstes Kriterium ist
Du oft im Garten, im Wald oder mit exotischen Arten arbeitest
Du ein Android-Handy nutzt
Du eine etablierte App mit Millionen von Nutzern und jahrelanger Erfahrung suchst
Du die größte verfügbare Datenbank suchst und gerne selbst recherchierst
Das abschließende Urteil
Wenn es dir primär darum geht, deine vorhandenen Zimmerpflanzen gesund zu halten, ist Bloom die bessere Wahl. Die genaue Wassermenge in Millilitern, der strukturierte Pflegeplan und die integrierten Giftigkeitshinweise sind genau die praktischen Details, die über das Überleben einer Pflanze entscheiden. Zudem lässt sich das Ganze im kostenlosen Modus ohne Eingabe von Zahlungsdaten testen. Die Erkennung basiert auf der bewährten Plant.id-Technologie mit einer unabhängig bestätigten Genauigkeit von 93 %. Zwei ehrliche Einschränkungen bleiben: Die App läuft nur auf dem iPhone, und mit etwas über tausend Bewertungen setzt man hier auf ein neueres Produkt auf dem Markt.
Wenn dein Hauptziel darin besteht, unbekannte Bäume und Wildpflanzen zu bestimmen, liegt PictureThis vorn: Die Datenbank ist zehnmal größer, die App belegte in zwei unabhängigen Studien den ersten Platz und sie funktioniert auf jedem Smartphone.
Beide Apps haben mich in unterschiedlichen Bereichen überzeugt, weshalb ich auch weiterhin beide auf meinem Handy installiert lasse. Müsste ich jedoch einer Person aus meiner Familie, die gerade ihre erste Zimmerpflanze gekauft hat, eine Empfehlung aussprechen, würde ich ihr zu Bloom raten. Wer dagegen schon einen halben Dschungel aus seltenen botanischen Raritäten zu Hause hat, greift besser zu PictureThis.
Wenn du dir vor der Entscheidung noch einen Überblick über den Markt verschaffen willst, findest du hier meinen Vergleich der 8 besten Apps zur Pflanzenbestimmung sowie einen separaten Artikel über Apps zur Diagnose von Pflanzenkrankheiten.
Häufig gestellte Fragen
Ist PictureThis wirklich kostenlos?
Der Download ist kostenlos und man kann einige Pflanzen bestimmen, bevor die App zum Abschluss eines Abos auffordert. Einen dauerhaft kostenlosen Modus gibt es jedoch nicht. Aus diesem Grund ist die Frage nach der Kostenfreiheit auch so populär bei Google: Viele Nutzer erwarten eine komplett kostenfreie App. Bloom bietet dagegen einen dauerhaft kostenlosen Modus mit 2 Bestimmungen pro Monat.
Gibt es eine kostenlose Version eines Pflanzenbestimmers?
Das hängt davon ab, was man unter einer kostenlosen Version versteht. Bei PictureThis sind es nur wenige Bestimmungen vor der Paywall. Bei Bloom gibt es einen dauerhaften Gratis-Modus: 2 Bestimmungen pro Monat und Zugriff auf den Gießkalender ohne zeitliche Begrenzung. Die meisten Bestimmungs-Apps bieten keinen echten kostenlosen Modus, sondern nur Testphasen.
Was ist die beste kostenlose App zur Pflanzenbestimmung?
Unter den Apps mit einem echten Gratis-Modus bietet Bloom den größten Funktionsumfang abseits der reinen Bestimmung: 2 Erkennungen pro Monat inklusive Gießplan und Pflegehinweisen ohne zeitliche Begrenzung. Pl@ntNet ist als akademisches Projekt komplett kostenlos und unbegrenzt, erreichte in der Jones-Studie (2020) jedoch nur eine Genauigkeit von 39 % bei der Artbestimmung (im Vergleich zu 57 % beim Testsieger) und bietet keine Pflegefunktionen oder Erinnerungen.
Erkennen diese Apps die Pflanzen wirklich zuverlässig?
In den meisten Fällen ja, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung. PictureThis erreichte in der Studie von Schmidt et al. (2022) eine Genauigkeit von 83,86 % bei der Artbestimmung anhand von Blattfotos, sank bei Rindenfotos jedoch auf 51,82 %. Ein scharfes, gut ausgeleuchtetes Foto eines einzelnen Blattes aus nächster Nähe verbessert das Ergebnis oft deutlicher als ein Wechsel der App.
Kann ich ein Foto einer Pflanze machen und Google sagt mir, was es ist?
Ja, das funktioniert kostenlos mit Google Lens. In der Studie von Jones (2020) erreichte das Tool eine Genauigkeit von 45 % bei der Artbestimmung und lag damit hinter Plant.id, aber vor Pl@ntNet. Google Lens bietet jedoch keine weiterführenden Funktionen: Es speichert deine Pflanzen nicht, berechnet keine Gießmengen, warnt nicht vor Giftigkeit und erinnert dich an keine Pflegeschritte.
Können Apps erkennen, was meiner Pflanze fehlt?
Ja, sie können häufige Probleme wie Überwässerung, Sonnenbrand oder Pilzbefall identifizieren. Bei beiden Apps ist die Diagnosefunktion per Foto jedoch ein kostenpflichtiges Feature. Im Test lieferten beide Apps bei einem gelben Blatt sehr ähnliche Diagnosen. Bloom listet zudem bereits im Vorfeld potenzielle Krankheitsrisiken der jeweiligen Art nach Schweregrad auf.
Kann man beide Apps parallel nutzen?
Ja, und genau das hat sich auch auf meinem Smartphone bewährt. Ich nutze PictureThis, wenn ich unterwegs eine Pflanze entdecke und den genauen Namen wissen möchte, und Bloom für die Pflege und den Gießplan meiner Zimmerpflanzen zu Hause. Wenn du dich für eine App entscheiden musst, wähle sie am besten nach deinem dringendsten Problem im Alltag aus.
Getestet im August 2026 mit den Versionen 5.70.0 von PictureThis und 1.0.12 von Bloom. Die App-Store-Bewertungen beziehen sich auf den Stand vom 22. August 2026. Bloom wird von dem Unternehmen entwickelt, das auch diesen Blog betreibt. Wissenschaftliche Daten von Dritten sind jeweils mit Quelle und Jahr angegeben, offizielle Angaben der Apps sind als solche gekennzeichnet.
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